Infrastruktur MAG 19-11

Automatisches Monitoring mit agentenlosen SAP-Sensoren

Automatisches Monitoring mit agentenlosen SAP-Sensoren
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Geschrieben von E-3 Magazin

IT- und SAP-Verantwortliche müssen sicherstellen, dass SAP-Systeme und Datenbanken rund um die Uhr ohne Probleme und Ausfälle laufen und die Geschäftsprozesse des Unternehmens sichergestellt sind. Die Überwachung der Systeme verursacht Kosten und bindet personelle Ressourcen.

Man muss kein CIO oder CFO zu sein, um zu sehen, dass mit einem automatisierten SAP-Monitoring, das Probleme in Echtzeit erkennt und meldet, viel Zeit und Geld gespart werden kann.

Ein interessanter Ansatz in diese Richtung bilden die agentenlosen SAP-Sensoren des Schweizer SAP-Basis-Spezialisten Itesys, die als Add-ons ins beliebte Monitoring-Tool PRTG integriert werden.

Angesichts der enormen Kosten, die ein stillstehendes oder nicht rund laufendes SAP-System verursacht, ist es erstaunlich, dass das Thema SAP-Monitoring in vielen Unternehmen stiefmütterlich behandelt wird.

Winshuttle

Als Gründe werden oft dringendere strategische Projekte, knappe Budgets und limitierte personelle Ressourcen angeführt. Das ist ebenfalls erstaunlich, denn die Erfahrung zeigt, dass ein professionelles, hoch automatisiertes SAP-Monitoring eines der effektivsten Mittel ist, um Zeit und Kosten in der IT zu sparen.

Ein professionelles SAP-Monitoring muss Störungen und Engpässe frühzeitig erkennen. Etwa wenn Festplattenspeicher knapp wird oder Fehler bei System- Updates aufgetreten sind.

Letztere können sich unmittelbar auf das SAP-System auswirken, indem zum Beispiel Benutzerprozesse, Dialog- oder Hintergrundjobs blockiert oder verlangsamt werden. Eine Warnung in Echtzeit ist hier essenziell, damit die Störungen behoben werden können, bevor sie den Betrieb beeinträchtigen.

Mit einem effizienten Monitoring können zudem dezentrale Standorte der SAP-Systeme einfach im Blick behalten und verlässliche Daten für Trend­analysen und die Systemoptimierungen erhoben werden.

Stefan Dunsch

SAP-Bordmittel stoßen an Grenzen

Die Praxis zeigt, dass man mit SAP-Bordmitteln wie dem Computer Center Management System (CCMS) insbesondere dann früh an Grenzen stößt, wenn auch Hardware, Betriebssystemebene, Datenbanken und Umsysteme ins Monitoring einbezogen werden sollen.

Open-Source-­Lösungen bieten diesbezüglich zum Teil mehr Möglichkeiten, sind jedoch häufig komplex in der Bedienung und der Administration und erfordern spezielles Expertenwissen.

SAP hat zudem angekündigt, dass CCMS mittelfristig eingestellt wird. Monitoring-Lösungen, die sich auf diese SAP-System-Komponente abstützen, werden damit in absehbarer Zeit ­obsolet.

Ein grundlegendes Problem besteht darin, dass CCMS die SAP-Systeminformationen in einem definierten Zeitintervall erhebt. Dies führt dazu, dass der Administrator stets zeitversetzte Daten erhält. Lästig ist auch, dass im CCMS definierte Monitore nach einem Support Package Update gelöscht und jedes Mal wieder neu angelegt werden müssen.

In der reichlich komplexen und unübersichtlichen SAP-Monitoring-Landschaft scheint es also noch Platz für ein bedienungsfreundliches Tool zu geben, das einen vollständigen Blick auf das SAP-System, Datenbanken, Hardware, Betriebssystem, Netzwerk und Umsysteme ermöglicht.

SAP als Ganzes betrachten

Im Rahmen einer Technologiepartnerschaft mit dem Monitoring-Experten Paessler hat der SAP-Basis-Dienstleister Itesys spezielle SAP-Sensoren für das Monitoring-Tool PRTG entwickelt.

Die als Add-ons in PRTG inte­grierten Sensoren ermöglichen durch spezielle SAP-Abfragen und logische Verknüpfungen den Blick auf SAP als Ganzes. Sie messen, informieren und alarmieren automatisch bei Überschreitung definierter Schwellenwerte – auf Wunsch auch per Push-Nachricht aufs Mobiltelefon oder Tablet.

Die Messresultate werden im Dashboard von PRTG übersichtlich und bedienungsfreundlich angezeigt und können zu aussagekräftigen Reports zusammengefasst werden.

Die agentenlos implementierten Sensoren führen SAP-Standard-Abfragen durch, um beispielsweise Updates, SAP-Jobs oder Dialog-Antwortzeiten zu überwachen. Darüber hinaus können sie gezielt weitere Systeminformationen abfragen, wie etwa SAP-Business Objects, http, SOS, SM5 oder Details zur Transportüberwachung.

Die ­Datenbank-Sensoren ermöglichen die lückenlose Überwachung von Hana-, DB2-, ­MSSQL-, Sybase-, MaxDB- und Oracle-Datenbanken. Sie kontrollieren beispielsweise die Füllstände einer MSSQL-Datenbank oder Lizenzen, Services, Backups und Status des Replication Host einer Hana-Datenbank.

Präziser Systemeinblick

Stefan Dunsch, Head of Professional Services bei Itesys, gibt ein konkretes Beispiel, das den Vorteil des zeitnahen und präzisen Monitorings mit den SAP-Sensoren illus­triert:

„Mit unseren Sensoren sieht man in Echtzeit umfassender, tiefer und präziser ins Gesamtsystem hinein, als dies mit den SAP-Bordmitteln möglich ist. Beispiel Spool- Prozesse. Jedes Dokument verbraucht beim Drucken eine Nummer aus dem Nummernkreis.

Ein normales Monitoring sieht nicht, ob ein einzelner Druck-Job korrekt abläuft, sondern schlägt erst Alarm, wenn der Nummernkreis aufgebraucht ist. Mit unseren Spool-Sensoren können Admins jeden einzelnen Spool-Job im übersichtlichen Dashboard von PRTG überwachen, sehen dabei laufende, abgeschlossene sowie abgebrochene Jobs und können bei Problemen sofort eingreifen.

Ein weiteres Beispiel ist der IDocs-Sensor, der die Anzahl der IDocs, welche seit dem letzten Durchlauf verarbeitet wurden, beziehungsweise die Anzahl der fehlerhaften IDocs seit dem letzten Durchlauf erfasst.

Das ist zwar nicht direkt ein SAP-Basis-Thema, doch wenn es zu Unregelmäßigkeiten in diesem Bereich kommt, kann der Systemverantwortliche umgehend die Fachabteilungen informieren.

Unter Umständen handelt es sich nur um ein Passwort, das erneuert werden muss. Man sieht mit den Sensoren all jene Dinge, die erst später zum Problem werden können. Und das systemweit.“

HANA Monitor Sensor Mobil Cmyk

360-Grad-Sicht in Echtzeit

PRTG von Paessler ist eine weitverbreitete Monitoring-Lösung, mit der sich zentral Hardware, Netzwerke, virtuelle Umgebungen und Applikationen überwachen lassen. Die Software eignet sich sehr gut zur Überwachung von Systemen an unterschiedlichen Standorten und bietet out of the box eine Bandbreite an Sensoren für gängige Geräte und Applikationen.

Durch ein verteiltes Monitoring mit Remote Probes über­wacht man verschiedene Subnetze, die durch eine Firewall vom PRTG Core Server getrennt sind, und behält den Überblick über seine Remote-Standorte.

Die Remote Probes sammeln die Monitoring-Daten und schicken sie an den Core Server zur Auswertung. Mit den SAP-Sensoren on top ermöglicht die Lösung eine 360-Grad-Sicht des Systems.

Und dies – im Fall von SAP und Datenbanken – in Echtzeit, denn das Monitoring erfolgt über RFC beziehungsweise ODBC direkt an der Quelle und ist damit stets aktuell und präzise.

Die Suche nach Fehlern wird so markant vereinfacht. Zeigt das Dashboard zum Beispiel das SAP-System rot, die Datenbank jedoch grün an, so ist für die Administratoren sofort ersichtlich, dass kein Hardwareausfall und kein Performance Issue vorliegen, sondern dass ein Problem in Zusammenhang mit SAP wie beispielsweise eine abgelaufene Lizenz vorliegt.

Durch das Eingrenzen der möglichen Problembereiche sparen die IT-Verantwortlichen viel Zeit bei der Suche nach dem entsprechenden Log-File. Administratoren müssen nicht mehr vor Ort abwarten und selbst testen, ob ein Update erfolgreich verlief oder die User allfällige Probleme zurückmelden.

Sie schalten stattdessen das SAP-Monitoring wieder ein und kontrollieren bequem zu Hause auf der dazugehörigen PRTG Mobile App, ob alles „im grünen Bereich“ ist.

PRTG und die SAP-Sensoren sind in wenigen Stunden mithilfe eines Installer-­Guides installiert. Itesys liefert – basierend auf der eigenen langjährigen SAP-Basis-Erfahrung – passende Schwellenwerte zu den einzelnen Sensoren mit.

Wer keine Zeit verlieren möchte, startet direkt mit der kostenlosen Demo-Vollversion (30 Tage) und bezieht anschließend die Lizenz. Auf Wunsch unterstützt man mit Beratung und Analyse und bei der Installation von PRTG und den Sensoren.

Innerhalb von PRTG lassen sich auch schnell und einfach indivi­duelle browserbasierte Seiten mit System­informationen in Echtzeit erstellen, die erweiterten User-Gruppen zugänglich gemacht werden können.

Die Lösung bietet darüber hinaus komfortable Benachrichtigungsmethoden via E-Mail, SMS oder Push-Nachricht. Itesys entwickelt die SAP-Sensoren konstant weiter und bietet Gewähr für einen kompetenten und reaktionsschnellen Support.

Aktuell ist ein neuer Security-Sensor in Entwicklung, der automatisch systemweit Sicherheitseinstellungen, wie zum Beispiel Passwortlängen und User-Sperren, überwacht und bei Abweichungen in Echtzeit alarmiert. Es kann dann nicht mehr vorkommen, dass beispielsweise nach einer Wartung ein zuvor gesperrter User wieder freigeschaltet wird.

Es werden aktuell auch erweiterte Funktionen des Hana-Datenbanksensors getestet, bei denen es darum geht, den Daten­import aus externen Datenquellen automatisch zu überwachen. Auch im Bereich Zertifikate und Protokolle sieht Stefan Dunsch noch Potenzial:

„Es gibt Fälle, in denen Zertifikate nach einem Angriff für ungültig erklärt werden. Unsere SAP-Sensoren werden künftig in der Lage sein, solche ungültigen Zertifikate systemweit aufzuspüren und zu melden.

Bei TLS geht der Trend klar zu TLS 1.2. Hier ist es für die Administratoren wichtig, sofort zu sehen, wo im System noch ältere unsichere Protokolle akzeptiert werden.“

https://e-3.de/partners/itesys_ag/

Fragen zum Monitoring

IT-Administratoren sehen sich im Bereich Monitoring zum Beispiel mit folgenden Fragestellungen konfrontiert:

  • Wie kann ich die SAP-Basis 24/7 in Echtzeit überwachen und Routine-Aufgaben automatisieren?
  • Wie kann ich einzelne SAP-Jobs und deren Laufzeit überwachen und Job-Abbrüche erkennen?
  • Wie kann ich meine SAP-Hana-Datenbank überwachen? (Backups und Log-Backups, Lizenzstatus, Memoryverbrauch etc.)
  • Wie sehe ich, ob Backups in einer Datenbank fehlgeschlagen oder gar nicht gelaufen sind?
  • Wie ist der Status der Update-Prozesse im SAP? Gab es Update-Errors?
  • Wie behalte ich IDocs im Überblick?
  • Wie ist die aktuelle Auslastung der SAP-Systemsperren (Syslog)?
  • Wie ist die prozentuale Auslastung der Workprozesse wie Dialog-, Enqueue-, Batch-, Verbuchungs- und Spool-Prozesse?
  • Wie ist der Nummernstand im Spool-System?

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

1 Kommentar

  • Die Kombination aus SAP Workflow transactions (aka «tcodes») Überwachung und einfachem Ressourcen Monitoring macht die Arbeit für einen SAP Administrator an dieser Stelle mit PRTG wesentlich einfacher. Die komplette Infrastruktur im Blick zu haben und über verschiedenste Wege Alamierung auslösen zu können (teileweise auch im Rahmen der Selbstheilung indem Scripte im Fehlerfall aufgerufen werden) , vereinfacht die Überwachung von SAP Instanzen deutlich.

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