Infrastruktur MAG 1907

Mit NAI vorhandenes Potenzial ausschöpfen

[shutterstock.com: 1137613154, pascal]
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Geschrieben von Gernot Reichling, PBS

Immer öfter kommt PBS NAI bei SAP-Kunden zum Einsatz. Sie profitieren von praktisch unendlich vielen Anwendungsmöglichkeiten einer Nearline Analytic Infrastructure, unter anderem bei der Migration von ECC 6.0 auf S/4 oder bei einer kombinierten Analytics-Nutzung mit SAP-Daten.

Wer sich als SAP-Anwender daranmacht, folgende Aufgabenstellung mit herkömmlichen Bordmitteln zu lösen, gerät schnell an Grenzen: nämlich etwa im Rahmen des Finanzcontrollings ein sehr großes Volumen von mehreren Milliarden FI-Zeilen ad hoc analytisch auszuwerten.

Zwar ist dies technisch grundsätzlich möglich. Allerdings sind in der heutigen Businesswelt Laufzeiten von mehreren Tagen schlichtweg nicht akzeptabel. Oder, ein anderes Beispiel: Wer als Retailer versucht, täglich Millionen Kassenbons korrekt und schnell auszuwerten, zumal es sich dabei um Non-SAP-Daten handelt, wird sich nach kurzer Zeit sagen: geht ohne dafür ausgelegte IT-Systeme nicht.

Diese geschilderten und viele weitere Anwendungsmöglichkeiten werden mit der Nearline Analytic Infrastructure von PBS verlässlich realisiert. PBS NAI steht für die Analyse und das Management von operativen Massendaten.

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Diese lassen sich damit von Unternehmen rasch auswerten und somit lässt sich das Business offensiv entwickeln und vorteilhaft steuern. Und wenn von „rasch“ die Rede ist, dann sind Sekunden gemeint, nicht Tage.
Side-Car-Lösung

Nunmehr seit Jahren bei Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen weltweit im Einsatz, entwickelt sich die PBS Nearline Analytic Infrastructure ständig weiter. Und auch die Anwendungsnutzung vergrößert sich stetig.

Schließlich gilt es – salopp formuliert –, immer mehr aus Daten herauszuholen. Natürlich nicht zum Selbstzweck, sondern um das Business kontinuierlich nach vorn zu treiben oder schlummernde Businesspotenziale auszuschöpfen.

Entwickelt hat sich die besagte NAI bei PBS aus dem vieljährigen Know-how im Bereich Lifecycle-Datenmanagement beziehungsweise Archivierung, speziell im SAP-Umfeld. Entstanden sind global von SAP-Anwendern eingesetzte Zusatzlösungen, darunter die PBS Nearline Analytic Infrastructure oder die PBS Archive Add-ons.

Mit Nearline Analytic Infrastructure (NAI) ist es möglich, selbst schwierige oder komplexe Auswertungen auf der Grundlage eines Query-Konfigurators und einer von Anwendern definierten Datenbasis zu realisieren.

Faktisch ersetzt der Query-Konfigurator eine mitunter aufwändige Abap- Programmierung, und zwar ohne spezielle Abap-Programmierkenntnisse. Das bedeutet, dass Fachabteilungen auf relativ einfache Art und Weise selbst spezifische Abfragen oder Analysen zusammenstellen sowie durchführen können.

Ohne intensiven Ressourceneinsatz oder -beitrag einer IT-Abteilung. Außerdem ist es möglich, eine kombinierte Analytics-Nutzung mit SAP- Daten, SAP-Archivdaten und externen Daten durchzuführen.

Wenn man so will, ist NAI mit einer Art „Side-Car-Lösung“ vergleichbar. Hier und da läuft ja bekanntlich Hana als Side-Car- Lösung oder Zusatzlösung. Eben als weitere Lösung zu einem SAP-System mit einer hohen Systemperformance.

Vom Funktionsprinzip her werden die in eine Auswertung einbezogenen Daten/Massendaten in einer Nearline-Datenbank abgespeichert – mit dem nutzenbringenden Effekt, dass eine eingesetzte Primär-Datenbank eines SAP-Systems nicht belastet wird. Wobei es für den NAI-Einsatz unerheblich ist, ob als Primärdatenbank Hana oder eine AnyDB verwendet wird.

Durch ein ausgefeiltes Monitoring werden die Einbindung externer Daten sowie eine Datenreplikation aus einem SAP-System überwacht und gesteuert. Mittels eines intelligenten Datenmanagements erfolgt die Datenreplikation automatisiert.

Auch können weitere NAI-Dienste entsprechend dem Bedarf (beispielsweise External Data Services) genutzt werden. Unterstützt werden als Nearline-Datenbank verschiedene etablierte DBMS-Lösungen (unter diversen Betriebssystemen und Servervarianten). So etwa (die spaltenbasierte) SAP IQ oder IBM DB2 Blu mit einer nach oben offenen Skalierung. Ferner ist die Verwendung von Microsoft SQL Server möglich.

Grafik Transformation ERP Daten

Schematische Darstellung der Bereitstellung von Altdaten in Folgesystemen wie etwa S/4 Hana auf der Basis von Nearline Analytic Infrastructure.

Vereinfachte S/4-Migration

Bekanntlich kommt mit dem Essen der Appetit. Auf NAI bezogen hat sich gezeigt, dass nach den positiven Erfahrungen rasch weitere folgen beziehungsweise Fachabteilungen selbst den NAI-Analytics-Einsatz kontinuierlich erweitern. So geschehen beispielsweise beim eingangs skizzierten Anwendungsfall aus dem FI-Bereich (konkret: Finanzcontrolling).

Eine weitere oder andere NAI-Anwendungsmöglichkeit hat sich im Zuge von S/4-Hana-Migrationen bewährt. Tatsache ist: Bestimmte Daten müssen für Analysezwecke oder aufgrund gesetzlicher Vorschriften jahrelang vorgehalten werden.

Mit NAI besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Hana-Migration (oder davor) Systemlandschaften zu konsolidieren und die damit migrierten, wertvollen Daten weiterhin zu nutzen.

Der Vorteil ist, dass Altsysteme sozusagen nicht auf alle Ewigkeit und mit einem hohen Kostenaufwand betrieben werden müssen. Legacy-Daten werden kosteneffektiv und einfach in die NAI-Datenbank überführt. Über das aktuelle System können diese Daten leicht abgerufen oder analysiert werden.

Auch können ERP-Daten aus mehreren SAP-Systemen parallel gespeichert werden. Wichtig dabei: Sie stehen dann jederzeit zum Aufruf und zur Analyse durch Transaktionen inklusive semantischer SAP-Anwendungsanalogie oder durch generische Querys zur Nutzung parat. Was auch der S/4-Transformation hilft.

Altdaten in S/4 berücksichtigen

Darüber hinaus lassen sich archivierte Daten über eine Nearline-Datenbank bereitstellen. Was zur Folge hat, dass sich die Anzeigegeschwindigkeit für diese Daten signifikant erhöht. Nebenbei bemerkt kann durch die Verwendung der PBS Archive Add-ons – zum Beispiel beim Wechsel in Richtung S/4 und Hana – wesentlich „aggressiver“ archiviert werden. Und zwar ohne dass Anwender einen Unterschied beim Gebrauch ihrer gewohnten Transaktionen feststellen.

Der Clou dabei: Die Transaktionen der Archive Add-ons sind vollkommen analog zu den SAP-Standardtransaktionen. Zudem: Der essenzielle Vorteil bei einer S/4- und Hana-Migration ist, dass archivierte Daten releaseunabhängig gelesen werden und bei dem S/4-Wechsel nicht migriert werden müssen.

Ebenfalls im Zusammenhang mit S/4 Hana ist folgendes NAI-Anwendungs­szenario zu sehen: Etliche SAP-Anwenderunternehmen transformieren mehrere ECC-ERP-Systeme in ein S/4-System. Aus rechtlichen Gründen ist man jedoch angehalten, Daten aus ehemaligen HR-Applikationen für das Meldewesen und weitere Analysen bereitzuhalten.

Der pfiffige Lösungsansatz hier: Die entsprechenden HR-Daten aus mehreren Legacy-Systemen werden in die NAI-Datenbank repliziert. Im konkreten Anwendungsfall, beispielsweise Entgeltnachweise oder bei Meldungen an die Sozialversicherung, greift nun das „führende“ S/4-System zur Verarbeitung der Daten auf die NAI-Datenbank zu.

Dies bedeutet, dass damit eine zentrale Voraussetzung für eine Stilllegung der Legacy-Systeme erfüllt ist. Altdaten aus anderen ERP-Applikationen wie etwa FI, MM und weitere lassen sich in gleicher Weise in S/4 Hana nutzen.

Grundsätzlich ist es möglich, mit PBS NAI Daten aus mehreren verteilten ECC- ERP-Systemen an S/4 anzuschließen. Wobei die Daten und die dazugehörigen Customizing-Einstellungen durch einen leistungsstarken NAI-Extraktor direkt in die NAI-Datenbank geschrieben werden.

Auf diese Art und Weise wird das ERP/ECC-Altsystem nicht mehr benötigt, da die NAI-Lösung die Daten sofort für Auswertungen durch die gewohnten Standard­transaktionen oder generische Querys in S/4 zur Verfügung stellt.

Der Vorteil dieses Datenhaltungskonzepts liegt auf der Hand: S/4 und Hana werden nicht durch Legacy-Daten belastet. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass ein S/4-System eine stets gleichbleibende Performance aufweist.

https://e-3.de/partners/pbs-software-gmbh/

Über den Autor

Gernot Reichling, PBS

Gernot Reichling ist Geschäftsführer der PBS Software in Bensheim.

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