Infrastruktur MAG 1907

Nützliches Tool für Abap-Entwickler: Framework erleichtert Fiori-Umstieg

[shutterstock.com: 1096554218, Unconventional]
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Geschrieben von Mike Rübsamen, 2Bits

Wer auf S/4 umsteigt, muss sich mit einer neuen Oberflächentechnologie auseinandersetzen: SAP Fiori. Mit speziellen Frameworks brauchen Abap-Experten ihre gewohnte Entwicklungsumgebung trotzdem nicht zu verlassen.

Da Fiori standardmäßig mit S/4 und Hana ausgeliefert wird, steht zu erwarten, dass sich künftig sämtliche SAP-Nutzeroberflächen an dieser modernen User-­Interface-Technologie (UI) ausrichten oder sogar komplett darauf basieren werden.

Bereits heute gibt es mehr als 10.000 Fiori-­Apps für alle Geschäftsbereiche, Aufgaben und Geräte; ständig kommen neue kleine Anwendungen hinzu. Doch während das ­Fiori Launchpad mit seinen als Kacheln angeordneten Apps die Nutzung der SAP-Anwendungen wesentlich vereinfacht, sieht es im Entwicklungsbereich anders aus.

So steht für die Programmierung der Fiori-Oberflächen das SAP Development Toolkit SAP UI5 zur Verfügung, das auf den offenen Standards HTML5, CCS3 und JavaScript basiert und sich zum Teil erheblich von Abap unterscheidet.

Fujitsu

Die meisten Entwickler nutzen inzwischen die cloudbasierte Umgebung SAP Web IDE, die speziell auf SAP-UI5-Anwendungen zugeschnitten ist. Das stellt die Unternehmen vor die Aufgabe, entweder ihre Abap-Spezialisten in den neuen Programmiersprachen zu schulen oder zusätzliche Frontend-Expertise an Bord zu holen, was äußerst kostspielig werden kann.

Eine besondere Herausforderung stellt der Wechsel auf S/4 dar, der gemäß einer aktuellen DSAG-Investitionsumfrage bei drei Viertel der befragten Unternehmen in der DACH-Region bereits gesetzt ist. So betreiben viele SAP-Kunden bis zu Zehntausende Eigenentwicklungen, die im Fall eines S/4-Umstiegs an die neue Nutzeroberfläche angepasst werden müssen.

Hinzu kommt, dass auch die vorhandenen Fiori-Apps ständig auf die individuellen Anforderungen zugeschnitten und erweitert oder eigene Anwendungen ins Launchpad integriert werden müssen.

Diese Anforderungen wiegen umso schwerer, als SAP in der Fiori-Technik bisher nur Teilprozesse für bestimmte Rollen, Aufgaben oder Einsatzszenarien zur Verfügung stellt – wie Wareneingang buchen, Kundenaufträge erfassen oder Reisekosten bestätigen.

Wer hingegen komplette Transaktionen oder komplexe Anwendungen in der neuen Nutzeroberfläche abbilden möchte, muss teilweise beträchtlichen eigenen Aufwand investieren.

Einen Lösungsansatz bieten spezielle Frameworks, mit denen die Abap-Programmierer in ihrer angestammten Entwicklungsumgebung verbleiben und trotzdem beliebige Fiori-Apps anpassen und umsetzen können.

Dabei machen sich diese Frame­works die prinzipielle technologische Infrastruktur von SAP Fiori zunutze, die in Frontend- und Backend-Komponenten unterteilt wird. So umfasst die Frontend-Infrastruktur die Nutzeroberfläche, auf der die Daten angezeigt und von den Anwendern bearbeitet werden.

Die Backend-Infrastruktur hingegen sorgt für die Bereitstellung der Daten sowie für die Anwendungslogik, die sämtliche Verarbeitungsmechanismen einer Anwendung enthält. Hier im Backend befindet sich der Wirkungsort der Abap- Entwickler, die die im Frontend benötigten SAP-Funktionen umsetzen.

Mithilfe spezieller Frameworks können die Fiori-Apps in der gewohnten Abap- Workbench entwickelt und ins Frontend eingebunden werden. Ohne sich zeitraubend mit der neuen SAP-Fiori-Technik auseinandersetzen zu müssen, behalten die Abap- Programmierer die vollständige Kontrolle über das Verhalten einer Anwendung.

Unternehmen sparen damit Personalkosten, da sie keine zusätzlichen Frontend-Entwickler ins Haus holen müssen, sondern ihre Abap-Experten für die Erstellung und Anpassung von Fiori-Apps einsetzen können.

Dank dieser Frameworks können die erforderlichen Programmarbeiten zudem deutlich vereinfacht und flexibilisiert werden, selbst wenn es dabei um komplexe Anwendungen und Transaktionen geht.

Im Markt stehen heute bereits einige Frameworks zur Verfügung, die die Programmierung von SAP-UI5-Anwendungen aus dem Abap-Backend heraus unterstützen. Doch während die Kunden dafür meist Entwicklungs- und Laufzeitlizenzgebühren entrichten müssen, geht das IT-Beratungshaus 2bits mit seiner Lösung einen speziellen Weg.

So wird das Screen Control Framework direkt vor Ort bei Kundenprojekten eingesetzt, bei denen Anwendungen für die neue SAP-Fiori-Nutzeroberfläche angepasst und entwickelt werden müssen.

Das 2bits-Framework wird also projektbezogen genutzt und bietet den Vorteil, schnell und einfach jede gewünschte Kundenspezifikation in jedem beliebigen SAP-Modul umsetzen zu können. Das macht sich gerade bei komplexen S/4-Einführungsprojekten bezahlt.

https://e-3.de/partners/2bits-gmbh-2/

Hinweis:

Beim Verlag Rheinwerk gibt es in der englischsprachigen Edition SAP Press das Buch „SAP Fiori“ UX Design für Entwickler. E-Book, 122 Seiten, 2019.

Über den Autor

Mike Rübsamen, 2Bits

Mike Rübsamen ist Geschäftsführer von 2bits

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