Coverstory 1909 MAG 1909

Der Blick in die Cloud

[shutterstock: 398615110, alphaspirit]
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Geschrieben von Janine Wolski, GIB

In den App-Store gehen und von dort aus neue Anwendungen schnell und einfach nutzen – ohne aufwändige Implementierung.

Für Supply-Chain-Software, die üblicherweise in langwierigen Projekten zusammen mit den Kunden implementiert, individualisiert und optimiert werden muss, ist der App-Store-Ansatz noch neu, aber erklärtes Ziel für SAP und damit auch für GIB aus Siegen.

GIB als Experte für Supply-Chain-Optimierung im Umfeld von SAP unternimmt derzeit erste Schritte in die Cloud und sondiert damit das Terrain einer visionären Zukunft.

Bereits installierte Anwendungen zusätzlich anreichern mit weiteren Funktionalitäten aus der Cloud, die der Kunde sofort nutzen kann – ohne aufwändige, zeit- und kostenintensive Implementierung. Das ist der Kerngedanke der neuen Technologien aus dem Hause GIB, die sich in erster Linie an der Ausrichtung der SAP orientieren.

Nikolaj Schmitz

„Die SAP ist unser wichtigster Partner und als deren Entwicklungs- und Service-Partner beobachten wir immer sehr genau, welche Richtung die SAP einschlägt. Die neuen Technologien integrieren wir auch in unsere GIB-Produkte, damit wir flankierend zur SAP-Strategie wirken können“

sagt Nikolaj Schmitz, zuständig für SAP-Technologien und Partnerschaft bei GIB.

Doch die Umsetzung dieser neuen Strategie soll und kann nicht nebenbei erfolgen.

„Um unsere Lösungen in die Cloud zu bringen, müssen wir einmal alles auf den Prüfstand stellen:Welche Funktionen lassen sich übertragen, welche davon sind inhaltlich überhaupt für die Cloud geeignet?

Aber auch auf grundlegender technologischer Basis gibt es viele Fragen. Etwa, mit welcher Programmiersprache wir arbeiten werden, also ob mit der Abap-Cloud-Version oder ob mit Java, und welche Vorteile und Herausforderungen diese jeweils mit sich bringen. Das sondieren wir derzeit genau“

erzählt Schmitz weiter.

Screenshot 1909

Mobiler Zugriff auf Kennzahlen aus dem ERP-System, übersichtlich dargestellt und auf den Punkt gebracht: Die Mobile Maintenance Guide App hält alle Zustandsinformationen von Maschinen bereit und unterstützt so eine zustandsbasierte Instandhaltung.

Zeitgleich arbeitet GIB bereits an ihrem Pilotprojekt für die Cloud: Die Mobile Maintenance Guide App wird als erste GIB-Anwendung in der Cloud verfügbar sein, mit einem hybriden Ansatz aber den goldenen Mittelweg beschreiten.

Die Mobile Maintenance Guide App ist eine Funktion im Umfeld der GIB-Shopfloor-Inte­gration, einer IoT-Lösung zur Vernetzung von Maschinensensoren und ERP-System.

Die mobile Anwendung, die es bereits als On-prem-Version gibt, zeigt wichtige Daten und Kennzahlen an, die für die Instandhaltung wichtig und hilfreich sind, wie zum Beispiel die Historie der Maschine mit vergangenen Ausfall- und Reparaturzeiten inklusive daraus errechneter Pro­gnosen.

Sie führt eine Übersicht aller wichtigen Kontaktpersonen sowie den aktuellen Bestand aller Ersatzteile inklusive Bestellfristen.

In großen Maschinenanlagen kann sich der Instandhalter per Anbindung an eine Navigations-App dorthin navigieren lassen.

„Wer den Mobile Maintenance Guide benutzt, ist meist in großen Werkshallen unterwegs und nutzt ihn eher nicht an ­‚einem stationären Rechner, sondern auf einem Smartphone oder Tablet.

Deswegen eignet sich diese Anwendung auch ganz besonders als hybride Lösung mit Cloud-Anbindung. Die App ist in der Cloud verankert, ermöglicht aber den Zugriff auf die benötigten ERP-Daten, selbstverständlich nach strengsten Sicherheitsauflagen“

erklärt Schmitz.

Selbstverständlich soll es aber nicht bei dieser singulären Cloud-Anwendung bleiben. Gleichzeitig zur Mobile Maintenance Guide App arbeitet GIB an weiteren Cloud- Anwendungen, wie etwa dem KPI-Tower, einem Programm zur übersichtlichen Darstellung wichtiger Kennzahlen (Key Performance Indicators – KPIs) im modernen Fiori-Design.

Sie wird künftig vor allem der Management-Ebene die Möglichkeit geben, zu jeder Zeit und an jedem Ort die wichtigsten Kennzahlen im Blick zu haben und bei Bedarf nötige Schritte einzuleiten, um drohende Missstände abzuwenden.

GIB SCX 11 Schaubild

Datenintegration vom Sensor bis ins ERP. Die Softwarekomponente SFI Shop Floor Integration ermöglicht den Datenaustausch zwischen einem SAP-System und der heterogenen Welt der Sensoren, Steuerung und Maschinen. Mit der SFI-Lösung können Ereignisse und prozessrelevante Informationen aus den angeschlossenen Quellsystemen vorverarbeitet und regelbasiert an ein angeschlossenes SAP-System weitergegeben werden. Dort bietet die SFI die Möglichkeit für das Auslösen und Steuern von Folgeaktivitäten und -prozessen.

Mittelstandsgerechte Lösungen aus der Cloud

Die Zukunft sieht allerdings einen weitaus größeren Wurf vor: die neue Suite GIB-SCX – Supply Chain Excellence on S/4 Hana als Cloud-Version zur Verfügung zu stellen.

Kunden sollen dann passgenau auswählen können, welche Funktionen sie tatsächlich benötigen, und diese per Schlüssel ohne großen Aufwand in der Cloud sofort nutzen – großer Implementierungs- aufwand fällt dann weg, was besonders für den Mittelstand eine gute Lösung darstellt, weil es zum einen nur wenig ­Kapazi- täten bindet, zum anderen auch deutlich weniger Kosten verursacht.

Auch Releasewechsel können ebenso schnell und unproblematisch durchgeführt werden. Die Vision beschreibt also nicht weniger als ein SAP-ERP-System, das genau die Funktionen bietet, die der User benötigt, durch die Cloud-Anbindung zu jeder Zeit auf dem aktuellsten Stand ist sowie bei Bedarf schnell und unkompliziert an neue Anforderungen angepasst werden kann. Zukunftsmusik, aber GIB stimmt bereits die Instrumente:

„Bis dahin ist noch viel zu tun, aber unsere Arbeit daran läuft bereits auf Hochtouren“

sagt Nikolaj Schmitz.

Dunkel Bjoern 1909

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Janine Wolski, GIB

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