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Indirekte Optionen

[shutterstock.com: 1076276255, StunningArt]
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Geschrieben von E-3 Magazin

SAP will künftig Kunden mehrere Optionen anbieten, um die „indirekte“ Nutzung, also den Zugriff von Drittsystemen auf SAP-Anwendungen, adäquat abzubilden und zu verrechnen.

SAP und der Anwenderverein DSAG haben mit weiteren Anwendergruppen wie der Americas’ SAP Users’ Group (ASUG), einer Forderung aus dem Jahr 2017 nachkommend, an einer Klärung des Themenkomplexes „indirekte“ Nutzung gearbeitet.

Demnach gibt es nun mehrere Optionen, weitestgehend „kostenneutral“ und unbürokratisch auf das dokumentenbasierte Modell umstellen zu können. Bei der ersten Möglichkeit wird die Vertragshistorie ignoriert und man bekommt kostenneutral die notwendigen Dokumente.

Fakt ist aber auch, dass der Kunde einen 15-prozentigen Zuwachs an neu hinzukommenden Dokumenten erwerben muss, also vorab ein gewisses zukünftiges Wachstum lizenziert. Eine zweite Option gibt dem Kunden die Möglichkeit, einen Rabatt von 90 Prozent auf die gesamte Anzahl der abrechnungsrelevanten Dokumente zu erhalten.

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Damit scheint der Relaunch des Digital Access nun keinen finanziellen Super-GAU mehr auszulösen, aber rechtlich und organisatorisch ist noch lange nichts geklärt. Die Preise für eine Ungerechtigkeit zu senken ist ein riskantes Spiel und eben keine vertrauensbildende Maßnahme.

In einer digitalisierten Welt findet die Wertschöpfung immer stärker in Prozessen statt, die nicht mehr durch Menschen gesteuert werden. Das hat auch SAP erkennen müssen und das Lizenzmodell um das dokumentenbasierte Preismodell erweitert.

Hierbei war es das Ziel, nur Dokumente zu bepreisen, wie z. B. Bestellungen oder Rechnungen, die für den Kunden auch wertschöpfend sind. Für Bestandskunden besteht jedoch das Problem, dass sie ihre bisherige Lizenzierung der Prozesse nicht einfach so in die neue Welt transformieren konnten und auch die Sichtweise auf die „Wertschöpfung“ sehr unterschiedlich sein kann.

Die neuen Optionen in Bezug auf die indirekte Nutzung sind Teil des Digital-Access-Adoption-Programms (DAAP) von SAP, das den Kunden verschiedene Möglichkeiten bietet, zu einem Lizenzierungs- und Preissystem überzugehen, das bereits bestehende Investitionen anerkennt und abrechnet.

„Mit dem Digital-Access-Adoption-Programm haben wir jetzt ein hervorragendes Ergebnis erzielt, seit wir im April 2018 die Lizenzierung für den indirekten Zugang eingeführt haben. Das war nur durch die enge Zusammenarbeit und die fruchtbare Partnerschaft mit unseren Anwendergruppen möglich. Ich bin sicher, dass unsere Kunden von dieser erfolgreichen Arbeit in großem Umfang profitieren“

kommentiert und lobt sich Christian Klein, Chief Operating Officer und Mitglied des SAP-Vorstands, selbst.

Andreas Oczko, DSAG-Vorstand Operations, Service und Support, ergänzt:

„SAP ist damit in wesentlichen Teilen den Vorschlägen der User Groups gefolgt und hat einen Riesenschritt gemacht, historisch gewachsene, hochkomplexe vertragliche Vereinbarungen durch ein einfaches, transparentes Modell zu ersetzen.“

Für die Bestandskunden, deren Prozesse bzw. Dokumente über einen Altvertrag abgedeckt sind, können sich daraus gegebenenfalls attraktivere Konditionen ergeben. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nur um Optionen handelt. Unternehmen müssen nicht zwangsläufig auf das dokumentenbasierte Modell umsteigen.

„SAP erkennt ausdrücklich an, dass eine bisher konforme Lizenzierung uneingeschränkt weitergeführt werden kann, ohne dass dem Kunden daraus Nachteile entstehen. Insbesondere dann, wenn die bisherige Lizenzierung die wirtschaftlich deutlich vorteilhaftere Variante für den Kunden darstellt. Damit existieren alle bestehenden Optionen weiterhin gleichberechtigt nebeneinander“

fasst Andreas Oczko zusammen.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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