Coverstory 1907 MAG 1907

Hybrid Cloud & Data Fabric

[shutterstock.com: 1105381046, lefthanderman]
[shutterstock.com: 1105381046, lefthanderman]

Wo und wie die Unternehmensdaten gespeichert werden und die Texture der Daten selbst ist, ist nicht nur für den IT-Erfolg entscheidend, sondern auch für den digitalen Unternehmenserfolg im Allgemeinen.

Dafür braucht es jedoch ein Konsortium, um alle Aspekte gewissenhaft abdecken zu können. Die Hybrid Cloud Community traf sich Anfang Mai dieses Jahres in Amsterdam und diskutierte die aktuellen Cloud- und Data-Trends.

Gruppenfoto

Mit dabei waren (stehend v. l.) Geert van Teylingen, Microsoft, Roland Wartenberg, NetApp, Lenard Buday, LNW-Soft, Alexander Wallner, NetApp, Michael Scherf, All4One Group, sowie (sitzend v. l.) Jürgen Sommer, Suse, und Danny Hanson, Cisco.

Die Hybrid Cloud ist der beste Ort zum Speichern der Unternehmensdaten. Net­App hat in Zusammenarbeit mit Microsoft, Suse und Cisco eine Architektur geschaffen, die für den SAP-Bestandskunden flexibel, offen, transparent und sicher ist.

Das Customizing erfolgt jeweils mit den NetApp-Partnern All4-One Group, LNW-Soft und Accenture. In Amsterdam wurde im Mai dieses Jahres dieses ganzheitliche Architekturkonzept und Implementierungs-Know-how erstmals öffentlich der SAP-Community präsentiert.

„Immer mehr Unternehmen führen neue, datengetriebene Geschäftsmodelle ein, bei denen Daten als strategische Ressource eine zentrale Rolle zukommt. Dementsprechend steigen auch die Anforderungen an die Datenverfügbarkeit“

sagt Eric Burgener, Research Vice President, In­frastructure Systems, Platforms and Technologies Group bei IDC.

„Zusammen mit einer Data-Fabric-Strategie bieten die Cloud-Connected-Flash-Lösungen von Net­App den Anwendern die einfache Bedienbarkeit, Verfügbarkeit, Agilität und Leistung, die Unternehmen während ihrer digitalen Transformation benötigen. Aus der hybriden Cloud-Infrastruktur können dann neue, innovative Geschäftsmodelle entstehen oder weiterentwickelt werden.“

Unternehmensdaten liegen in unterschiedlichen Formaten und Klassifizierungen vor. Dieser Texture der Daten muss in einer Hybrid-Cloud-Architektur ein Organisationsmodell zur Seite gestellt werden, damit die Daten nicht nur transparent und sicher gespeichert, sondern auch einer Prozesslogik entsprechend verarbeitet werden können.

NetApp prägte dafür vor einigen Jahren den Begriff „Data Fabric“, der dieses Jahr durch die Marktforscher von Gartner zum Technologietrend 2019 erhoben wurde. Data Fabric ermöglicht die medienbruchfreie Kommunikation der Daten in einer heterogenen IT-Architektur. Damit wird nicht nur ein sicheres Datenmanagement gewährleistet, sondern auch der maximale Nutzen aus den Daten steht jedem Anwender zur Verfügung.

Laut dem Analysten Gartner wird der weltweite Markt für Cloud-Dienste in diesem Jahr um 17,5 Prozent auf insgesamt 214,3 Milliarden US-Dollar wachsen. Im vergangenen Jahr waren es 182,4 Milliarden US-Dollar.

Das am schnellsten wachsende Marktsegment werden Cloud-System-In­frastruktur-Dienste – oder Infrastructure as a Service (IaaS) – sein. Es wird 2019 voraussichtlich um 27,5 Prozent auf 38,9 Milliarden Dollar wachsen.

„Cloud-Dienste rütteln die Branche auf“

meint Sid Nag, Re­search Vice President bei Gartner.

„Bei uns im Unternehmen kennen wir nur noch Anbieter oder Dienstleister, deren Geschäftsmodelle und Umsatzwachstum durch die zunehmende Anwendung von Cloud- First-Strategien in Unternehmen beeinflusst werden.

Was wir jetzt beobachten, ist aber erst der Anfang. Gartner geht davon aus, dass die Marktgröße und das Wachstum der Cloud-Services-Branche bis 2022 fast das Dreifache des Wachstums aller IT-Services betragen werden.“

Das Konzept „Data Fabric“ geht naturgemäß weit über ein einfaches Produktangebot hinaus. NetApp hat diese umfassende und ganzheitliche Anforderung verstanden und speziell für die SAP-Community eine Partnerlandschaft initiiert, in der alle Funktionen und jedes Wissen zum Customizing von Data Fabric auf Basis einer Hy­brid Cloud existieren.

Das NetApp-Portfolio bietet alle wichtigen Werkzeuge für eine heterogene IT-Landschaft. So bekommen SAP-Bestandskunden immer die nötige Performance, ohne ihre eigene Hardware oder Softwareplattformen wechseln zu müssen. Mit den intuitiven Lösungen von Net­App kann der Anwender schnell an allen wichtigen Stellschrauben drehen, um schneller zum Cloud-Erfolg zu gelangen.

Das Rechenzentrum ist häufig noch das Herzstück einer IT-Infrastruktur. Aber nur eine moderne Hybrid-IT ermöglicht es Unternehmen, ihren Fachbereichen die notwendigen Ressourcen und Businessplattformen flexibel, agil und skalierbar bereitzustellen.

Die Effizienz von Private, Hybrid und Multi Clouds hängt davon ab, ob technische Innovationen wie Virtualisierungslösungen, softwaredefinierte Infrastrukturen, Orchestrierungslösungen sowie konvergente oder hyperkonvergente Systeme implementiert werden.

Neuerungen im Data-Center-Bereich sind schnelllebig. Deshalb müssen Organisationen den Reifegrad ihres Rechenzentrums regelmäßig evaluieren, um ihre Strategie anpassen und mit den Anforderungen des Markts mithalten zu können.

Eine von Virtustream in Auftrag gegebene Studie wurde von Forrester Consulting durchgeführt und basiert auf einer weltweiten Umfrage unter mehr als 700 Entscheidungsträgern für Cloud-Technologie in Unternehmen, die mehr als 500 Mitarbeiter zählen.

Die Studie analysiert dabei den aktuellen Stand der IT-Strategien von Organisationen im Falle cloudbasierter Workloads und gibt Auskunft über das wachsende Interesse von IT-Entscheidern an Multi-Use-Cloud-Architekturen sowie ihre damit einhergehenden Bedürfnisse. Die befragten IT-Führungskräfte nannten eine Vielzahl von Anwendungsfällen für ihre Hybrid-Cloud-Strategien.

Gleichzeitig vertrauen sie darauf, dass ein solcher Ansatz ihrem Unternehmen bedeutende Vorteile verschafft – angefangen von einer gesteigerten Performance und Agilität bis hin zu einer verbesserten Effizienz und niedrigeren Kosten.

Dabei zählen vor allem die Performance- und Kosteneinsparungen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren, die Unternehmen bei der Bewertung ihrer Strategien heranziehen. Auf Rang drei der bedeutendsten Vorteile der Cloud folgt laut Angabe der Studienteilnehmer die Fähigkeit, schnell und effizient auf Veränderungen und Herausforderungen innerhalb des Unternehmens zu reagieren.

Velten

Hybrid Cloud Roadmap

Hybrid-Cloud-Deployments sind hochkomplex. Fast alle befragten Unternehmen hatten Schwierigkeiten bei der Bereitstellung und Nutzung verschiedener Cloud-Umgebungen. Obwohl 61 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass ihre Cloud-Strategie gut auf ihre Geschäftsziele abgestimmt ist, sind Herausforderungen in Sachen Sicherheit und Management noch immer der größte Knackpunkt bei der Nutzung, der Migration und der Bereitstellung.

Als Reaktion darauf sind viele Unternehmen bemüht, mit Cloud-Anbietern zusammenzuarbeiten, die über eine fundierte Expertise in diesem Bereich sowie über Managed-Service-Angebote verfügen.

Die SAP-Community befindet sich auf dem Weg zu einer Hybrid-Cloud-Architektur. Das Ziel liegt klar vor den SAP-Bestandskunden, die Roadmap muss mit allen Stakeholdern noch ausdiskutiert werden.

„Auch wenn der globale Markt für Cloud Infrastructure und Platform as a Service laut Einschätzung von Crisp Research im Jahr 2019 bei rund 83 Milliarden USD liegen wird, ist dies den führenden Hyperscalern nicht genug.

Diese haben mittlerweile verstanden, dass in der Enterprise-IT noch immer ein anderer Wind weht und CIOs sehr klare Anforderungen im Hinblick auf ihre Cloud-Transformation sowie einen hybriden IT-Betrieb haben. Die Welt ist eben doch nicht schwarz oder weiß“

schreibt Carlo Velten, CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research, mahnend in einem aktuellen Blog-Beitrag.

Die Grundvoraussetzung dieser Entwicklung ist die vermehrte Nutzung der Hybrid Cloud. Für viele Unternehmen ist sie bereits der Standard und hat so die Sichtweise der Cloud-Nutzung an sich dramatisch verändert: von einem Paradigma, dass die Public Cloud der beste Ort für alles ist, hin zu einer Strategie, Anwendungen dort zu platzieren, wo sie tatsächlich am besten passen.

Und wer aufgrund einer Hybrid Cloud die Wahl hat, kann von Fall zu Fall entscheiden. FabricPool von NetApp unterstützt neben Microsoft Azure, Amazon Web Services und IBM Cloud Storage auch die Google Cloud Platform und Alibaba Cloud.

Dadurch sinken die Kosten für primären Storage: Nicht oder selten genutzte Daten können mittels automatischen Tierings in jede größere Public Cloud oder in eine Private Cloud von NetApp verschoben werden.

Der Datenmanagementspezialist Net­App will Hybrid-Cloud-Daten-Services auf Basis seiner bewährten Ontap-Software in Microsoft Azure zur Verfügung stellen. Kunden, die auf Azure umziehen, bietet dies Funktionen für Verfolgung, Kenntnis, Zugriff, Kontrolle, Schutz und Sicherheit der Daten.

Viele Organisationen setzen auf die Hybrid Cloud, um von höherer Flexibilität zu profitieren und gleichzeitig die Vorteile klassischer On-prem-Methoden hinsichtlich Dateneffizienz, -schutz und -kenntnis zu behalten.

Microsoft & NetApp

„Unternehmen brauchen die Cloud-Entwicklungen von Microsoft und das breite Azure-Services-Portfolio, um in Zeiten der Digitalisierung wettbewerbsfähig zu bleiben“

sagte Alexander Wallner, NetApp-Geschäftsführer EMEA, auf der Veranstaltung in Amsterdam.

„Mit dieser neuen Stufe unserer strategischen Allianz weiten wir unsere Datenservices auf Azure aus. So unterstützen wir Kunden dabei, ihr Geschäft zu modernisieren und neue Wachstumschancen zu verfolgen.“

Microsoft und NetApp verbindet ein tiefes Verständnis der Anforderungen von weltweit agierenden Unternehmen. Beide bieten eine Vielzahl von Lösungen, mit denen Kunden Daten nutzen können, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.

Ihre Zusammenarbeit hat dazu beigetragen, die Verfügbarkeit von Microsoft-Anwendungsdatenbeständen zu schützen und auszuweiten. Gemeinsam stellen sie eine flexible Infrastruktur zur Verfügung, die Virtualisierung und Hybrid-Cloud-Implementierungen unterstützt.

Hybrid Cloud & FabricPool

Die Zusammenarbeit von Microsoft und NetApp umfasst unter anderem die Integration von NetApps neuer FabricPool-Funktionalität, die die Kosten für Cold Data reduziert. FabricPool kann Daten automatisch aus dem Rechenzentrum in die Cloud verschieben und Azure Blob Storage nutzen. Und Azure soll künftig als Back-up-Ziel des NetApp-Cloud-Control-SaaS-Angebots zur Verfügung stehen.

Scott Guthrie, Executive Vice President, Cloud and Enterprise Group bei Microsoft, erklärte dazu:

„NetApp ist ein strategischer Partner im Bereich Hybrid-Cloud-Datenservices für Microsoft Azure. Geschäftskunden auf der ganzen Welt setzen NetApp-Datenlösungen täglich ein. Unsere Zusammenarbeit wird neue Services hervorbringen. Kunden, die NetApp und Azure nutzen, erhalten damit noch mehr Freiheit, Anwendungen so zu entwickeln und einzusetzen, wie sie es möchten.“

„Rechenzentren stehen heute vor großen Herausforderungen, den wachsenden Anforderungen aus Fachabteilungen gerecht zu werden und gleichzeitig durch innovative Wege neue Angebote machen zu können. Für die moderne IT geht es nunmehr darum, den Mehrwert, der in den Daten liegt, in einen wirtschaftlichen Vorteil für die Unternehmen umzusetzen.

Technologien wie die Cloud ergänzen dabei die eigenen Rechenzentren, dienen als verlängerte Werkbank und führen zu weiteren ,make or buy‘-Entscheidungen in Bezug auf die angebotenen Services“

erklärte Roland Wartenberg, NetApp Senior Director Global Strategic Alliances SAP, in Amsterdam.

Die hybride Cloud gibt die Möglichkeit, Daten und Workloads dort zu platzieren, wo sie am besten passen – auch im eigenen Rechenzentrum. Herausforderungen bei aktuellen RZ-Ausfällen, hohe Kosten, Latenzprobleme und Fragen zu Kontrolle, Sicherheit und Compliance führen zu einem neuen Trend: der Rückführung von Workloads und Daten aus Public Clouds in Private und Hybrid Clouds. Ein großer Treiber ist das Problem der Data Gravity, das die Übertragung großer Datenmengen in Zukunft, aufgrund der steigenden Kosten für Netzwerkübertragungen, verhindern wird.

Vor allem aber sind Unternehmen auf der Suche nach Flexibilität bei der Einrichtung von Lösungen und Services, die so flexibel sind, dass sie mit ihrem Unternehmen wachsen können. Diese Unternehmen werden sich ungern auf eine der beiden Seiten festlegen wollen.

Wenn Unternehmen die beste IT-Infrastruktur für ihre Workloads bewerten, wird eine hybride IT, mit einem Mix aus Public Cloud, Private Cloud und lokalen Lösungen, wohl zur Normalität werden.

Da Cloud-ready-Anwendungen über hybride Cloud-Umgebungen verteilt sind, werden IT-Teams zukünftig Technologien wie ein Service Mesh einsetzen müssen, das Anwendungen mit den benötigten Diensten verbindet, wo immer sie sich befinden.

NetApp liefert Unternehmen alle Komponenten aus einer Hand, die sie zum Aufbau einer individuellen Data-Fabric-Architektur, bestehend aus Hybrid Cloud und On-prem-Umgebungen, benötigen. Mit diesen Data-Fabric- und NetApp-Lösungen sind Applikationen im SAP-Umfeld möglich, die Bestandskunden individuell ansprechen und die entscheidenden Analysedaten liefern.

„Neue Technologien zeigen, dass Unternehmen schon bald in der Lage sein werden, riesige Mengen an Daten zu generieren, zu erfassen und zu verbreiten. Wer dafür nicht gerüstet ist, wird schnell überfordert sein“

so Joel Reich, Executive Vice President, Storage Systems and Software bei NetApp.

„Mit NetApp Ontap können Unternehmen die Herausforderungen meistern, die mit diesen datenintensiven Technikinnovationen einhergehen. Denn es ist eine smarte, leistungsstarke und bewährte Lösung, darauf ausgelegt, den maximalen Nutzen aus ihren Daten zu ziehen.“

Download Coverstory


Aus der Praxis für die Praxis

Der Beratungsansatz von LNW-Soft setzt auf Orchestrierung von Anfang an: sich ergänzende, singulär betrachtet interessante, aber wenig gewinnbringende Infrastrukturprodukt-Features kombinieren. Und zwar mit dem Fokus, mit den vorhandenen Infrastrukturprodukten/ -Lösungen ein Optimum im RZ-Betrieb zu erzielen.

Konkrete Empfehlungen zur Kombination und Integration vorhandener oder auch benötigter Infrastrukturelemente resultieren in einer konkreten Infrastrukturgesamtlösung. Auf diesen Gesamtlösungen aufbauend orches­triert wiederum die LNW-Soft-Lösung PMS mittels komplexen Workflows den durchgängigen RZ-Betrieb. PMS wird langfristig gewartet und weiterentwickelt. Kunden setzen PMS in aller Regel langfristig ein, wodurch sich tiefe Kundenbeziehungen ergeben.


Software-definierter Ansatz

Mit der Version 15 von SLES for SAP werden von Suse Deployments/Transitions von businesskritischen Work- loads und Anwendungen sowohl on-premises als auch off-premises auf Public-Cloud-Umgebungen unterstützt.

Obendrein stellt sie eine sogenannte multimodale Betriebssystemplattform dar, in der traditionelle Infrastrukturen, Software-definierte Infrastrukturen (SDI) und anwendungsorientierte Architekturen in Koexistenz betrieben oder genutzt werden können.

Und zwar auf einer einheitlichen Code-Basis. Ferner konnektiert SLES 15 for SAP Applications containerisierte und traditionelle Entwicklungsumgebungen, inklusive der Kombination von Legacy-Anwendungen und Microservices.

Außerdem wartet die Version mit Verbesserungen auf in den Bereichen: Minimierung von Downtimes, Optimierung der Systemperformance und vereinfachtes Deployment/Managen von SAP-Hana-Systemen.

Übrigens setzt SAP selbst mehrere Suse-SDI-Lösungen ein, so beispielsweise bei der SAP Hana Enterprise Cloud (HEC), bei der SAP S/4 Hana on-premises oder bei der Bereitstellung von SAP S/4 Hana in der Public Cloud.

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

Hinterlassen Sie einen Kommentar

AdvertDie Meinung 2