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Cloud Bridge für den Aufbau und die Nutzung von SAP-Hybrid-Cloud-Systemumgebungen

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Jetzt ist es mit IT-Werkzeugen möglich, SAP-On-premises-Systeme als quasi digitaler Zwilling komplett zu provisionieren und diese in eine Public Cloud zu transferieren und zu betreiben. Und sie wieder – falls notwendig – zurück zu On-premises zu überführen. Alles hochautomatisiert.

Zahlreiche SAP-Basis-Tools/-Zusatzlösungen von SAP-Partnern sind entweder im Rahmen von Projekten bei SAP-Kunden, aufgrund einer Erweiterung der eigenen Lösungsofferten für das SAP-Umfeld entstanden oder aus den Erfahrungen aus Beratungs- respektive Betriebsprojekten hervorgegangen.

Oder auch durch den Bedarf, Basis-Tools von SAP sowie Partnerlösungen etwa aus dem Hardwarebereich zu ergänzen. Bei LNW-Soft war es vor Jahren sozusagen ein Mix aus dem zuvor Gesagten. Wobei für LNW-Soft die Leitlinie gilt: „Aus der Praxis für die Praxis.“

Hybrid-Cloud-Einsatz braucht SAP-Basis-Tools

Natürlich ist die SAP-Hybrid-Cloud-Ära nicht mit einem kompletten Paradigmenwechsel bei den SAP-Basis-Tools verbunden. Vielmehr geht es darum, die Notwendigkeiten des Hana-On-prem-Betriebs mit denen der Public-Cloud- oder Multicloud-Nutzung zu verknüpfen oder zu erweitern.

Und zwar mit dem Ziel, dass das Potenzial des Hybrid-­Cloud-Einsatzes möglichst optimal ausgeschöpft wird. Konkret hat LNW-Soft seine vielfach bei SAP-Anwendern im Einsatz befindliche Tool-Suite namens Proactive Management Suite um ein Modul mit der Bezeichnung Cloud Bridge erweitert, das zuerst für die Nutzung der Microsoft-­Azure-Cloud zur Verfügung gestellt wird.

Joerg Engelhardt LNW

Mit der Cloud Bridge lässt sich insbesondere Folgendes quasi auf Knopfdruck realisieren, und zwar weit mehr, als die Begrifflichkeit Bridge/Brücke auf den ersten Blick vermuten lässt: Mit diesem PMS-Modul ist es möglich, zum Beispiel einen Clone einer vorhandenen On-prem-SAP-Systemumgebung/-Infrastruktur mit allen für einen da­rauf folgenden Betrieb notwendigen und erforderlichen Ressourcen (Compute, Sto­rage, Network, Operations-Environment wie DNS, LDAP et cetera) und SAP-spezifischen Inhalten (SAP Hana Database, SAP Applikationsinstanzen und anderes mehr) zu erzeugen (provisionieren) und in die Azure-­Cloud zu transferieren („Lift and Shift“).

Der sich anschließende SAP-Betrieb wird durch das in PMS integrierte SAP-Betriebskonzept auch in der Public-Cloud-Infrastruktur mitgeliefert: beispielsweise sind essenzielle Betriebsdisziplinen wie Backup/Restore, Monitoring, HA oder Hana HA sichergestellt.

Auch besteht die Möglichkeit, entsprechend dem Bedarf (Use Cases) eine Replika eines Originals zu kreieren und diese ebenfalls in der Azure-Cloud vollständig zu betreiben. Beispielsweise als Disaster Recovery System (DR) zur Unterstützung und Sicherstellung der Business-Continuity-Prozesse und zur Minimierung eigener Datacenter-Kapazitäten.

Falls zusätzliche SAP-Environments benötigt werden, On-prem-Kapazitäten derzeit jedoch ausgeschöpft sind, so kann mit PMS die SAP-Systemumgebung/-Infrastruktur in kürzester Zeit in der Azure-Cloud provisioniert und diese auch dort in Betrieb genommen werden. Doch damit nicht genug. Falls erforderlich und wenn es die On-pre­mises-Kapazitäten wieder zulassen, lässt sich dieses SAP-Environment wieder einfach und schnell zurück in die vorhandene On-prem-SAP-Umgebung transferieren und weiterverwenden.

Wobei User der PMS-­Suite in besonderer Art und Weise von der Cloud-Bridge profitieren, da sie bereits mit der PMS-Logik und den -Features (etwa Back­up- und Restore oder Hana-HA) vertraut sind.

So etwa NetApp for SAP User mit Cloud Volumes Ontap, die beispielsweise PMS als Lösung zur Mehrwertgenerierung verwenden. Aber auch PMS-User, die auf Cloud Volumes Services/Azure NetApp Files setzen.

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PMS automatisiert verschiedene komplexe Arbeitsabläufe, steuert diese vollständig und reagiert automatisch auf kritische und erwartete Ereignisse. Cloud Bridge ist hierbei integriert.

Cloud oder On-premises ist hier nicht die Frage

Für PMS-Kunden ist sichergestellt, dass bereits im On-prem-Einsatz befindliche Use Cases (PMS Content) ebenso für die Pu­blic-Cloud-Nutzung zur Verfügung stehen. Mit anderen Worten: PMS-Anwender müssen nicht auf bekannte und bewährte Funktionen verzichten.

Ferner lässt die Cloud Bridge zu, dass Relokationen über und zwischen Cloud-Providern hinweg möglich werden, bei gleichbleibendem Funktionsumfang. Zudem können mit Cloud Bridge propagierte Cloud-Vorteile real verifiziert werden.

Etwa durch Gegenüberstellung der Cloud-Anbieterleistungen (zum Beispiel Performance oder Pricing) mit kundenspezifischen Kriterien. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, Cloud Bridge als separate, einzelne PMS-Lösung einzusetzen, und zwar ohne Cloud-Provider-/Vendor-Lock-in.

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Über den Autor

Jörg Engelhardt, LNW-Soft

Jörg Engelhardt ist Managing Consultant bei der LNW-Soft GmbH.

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