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Kevin Kühnert in der SAP-Community

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Jetzt schreibe ich auch über den Bundesvorsitzenden der Jusos Kevin Kühnert, nicht nur, weil es alle anderen tun, sondern weil DSAG-Chef Marco Lenck vor vielen Jahren einen Gedankengang von Kühnert vorweg gedacht hat:

Rhetorisch fragte Lenck in die Runde, wer die SAP-Softwareentwicklung finanziert und wer die Richtung vorgibt?

Die SAP-Bestandskunden finanzieren mit ihren Servicegebühren und Maintenance die Entwicklung moderner Datenbanken, ERP-Systeme und Zukäufe, mit denen SAP-Executives und Aktionäre immer reicher werden – die Bestandskunden gehen leer aus, weil ihre „alte“ Software nicht mehr weiter gepflegt wird.

Naturgemäß ist das ein wenig Schwarz-Weiß-Malerei. ERP/ECC-6.0- und Business-Suite-7-Anwender bekommen noch immer Unterstützung, Pflege und Support. Aber wie viele SAP-Bestandskunden sind mit Oracle, SQL Server und DB2 hoch zufrieden, während SAP mit deren Servicegebühren die Datenbank Hana entwickelt und letztendlich genau diese zufriedenen Oracle-, Microsoft- und IBM-Anwender zum Umstieg auf Hana zwingt.

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Unser Verein DSAG hat leider schon vor langer Zeit aufgegeben, gegen diese Ungerechtigkeit anzukämpfen. Es wäre also schon einen Diskurs wert, zu überlegen, wem SAP gehören sollte und könnte, wenn etwa 92 der 100 größten Unternehmen Deutschlands auf SAP-Software aufsetzen.

Es wäre schon interessant, was SAP-Mitgründer Dietmar Hopp zu der Gewinnmaximierung eines Bill McDermotts mit gleichzeitiger Kündigung von über 4000 „alten“ Mitarbeitern sagen würde.

Viele dieser „alten“ Mitarbeiter haben das Wissen, das zur Pflege von ERP/ECC 6.0 und der Business Suite 7 gebraucht wird. Aber McDermott will nur junge, preiswerte Mitarbeiter, die für seine Cloud-Projekte bereitstehen.

Nils Minkmar formulierte es in einem Kommentar auf Spiegel Online perfekt: […] Was war die Abwrackprämie anderes als ein Geschenk der Steuerzahler an eine reformunwillige Großindustrie? Womöglich erfährt Kühnerts Bemerkung auch deshalb frenetische Unterstützung, weil sich der Gedanke verbreitet, dass die Autoindustrie es uns nur mäßig gedankt hat, nämlich nicht mit einer Erneuerung durch nachhaltige Antriebe, sondern stattdessen mit der Entwicklung von Schummelsoftware. (Quelle)

Was macht SAP mit den Servicegebühren der Bestandskunden? Dankt SAP den Anwendern oder werden mit diesen Milliarden Zukäufe wie Qualtrics getätigt, die kein Bestandskunde braucht?

Denn ob Callidus, Qualtrics und viele andere Zukäufe am Ende des Tages lediglich Schummelsoftware sind, ist noch nicht entschieden. Danke Kevin Kühnert für den Beginn eines Diskurses, wer was wann und wie besitzen soll, wer die Richtung vorgeben darf oder muss und wem die Ressourcen und Betriebsmittel gehören könnten?

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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