B2B2C-Kolumne Die Meinung der SAP-Community MAG 1904

Wie Ihr Laden zum Smart Store wird

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Der Kunde wird vor dem Laden mit einer personalisierten Rabattaktion eingeladen, erhält im Store detaillierte Produktinfos auf das Smartphone und zahlt beim Verlassen, ohne den Warenkorb erneut zu scannen – Einkaufen in der Zukunft.

Der Handel digitalisiert sich. Nicht nur, um mit der Online-Konkurrenz mithalten zu können. Vernetzte und „intelligente“ Geräte kommen vermehrt zum Einsatz. Sie sind selbstlernend, treffen automatisiert Entscheidungen und stoßen Handlungen an. Das optimiert die Supply Chain, spart dem Händler und den Mitarbeitern Zeit und macht die Kunden glücklich.

Kunden, die an ihrem Lieblings-Stores vorbeigehen, werden per Smartphone auf neueste Angebote oder Kollektionen aufmerksam gemacht. Sie erhalten im Store die passende Weinempfehlung zu den bereits im Warenkorb befindlichen Lebensmitteln für das geplante Dinner. Bekommen personalisierte Rabatte auf ihr Mobiltelefon, etwa für ihr Lieblingsshampoo oder andere Sonderangebote.

Beacons sind flexibel einsetzbar. Die Minisender übermitteln per Bluetooth Nachrichten an das Smartphone. Das können zum Beispiel Push-Notifications sein, die den Kunden personalisierte Angebote in Echtzeit schicken, sobald sie sich in der Nähe eines Produktes oder in einem bestimmten Bereich des ­Stores aufhalten.

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Das Wissen darüber setzt sich aus den Informationen aus den letzten Käufen zusammen und aus Vorhersagen, welche Produkte zum bestehenden Warenkorb passen könnten.

Heatmaps liefern Händlern wichtige Erkenntnisse über ihre Verkaufsflächen. Denn sie visualisieren Daten, zum Beispiel zur Auslastung:

Welche sind stark frequentierte Abteilungen? Wo halten sich die meisten Besucher auf? Wie lange ist die Wartezeit an den Kassen? Diese Daten können Händler anschließend analysieren und Aufschluss über verschiedene Fragestellungen erhalten: Sind meine Waren richtig positioniert? Entspricht die Anordnung der Bereiche ihrer Beliebtheit? Korreliert die Größe einzelner Abteilungen auch mit ihrem Umsatz?

Intelligente Regale im Handel erkennen, etwa mittels Gewichtssensoren, wie voll – oder leer – einzelne Fächer sind, und veranlassen bei Bedarf eine Nachbestellung. Denn sie sind mit einem automatischen Bestellmanagement verknüpft.

Out-of-Stock-Situationen lassen sich so vermeiden und die optimalen Bestellmengen ermitteln. Intelligente Regale können zudem Mitarbeiter informieren, wenn Waren nicht richtig einsortiert sind, sodass diese schnell und entsprechend handeln können.

Die smarten Regale kommen überall da zum Einsatz, wo Mengen gemessen und nachbestellt werden müssen. Das können Pralinenschachteln oder Getränkekästen im Lebensmittelhandel sein, T-Shirts im Fashion-Store oder auch Schrauben und Nägel in Baumärkten.

Preisänderungen auf Knopfdruck – mit elektronischen Preisschildern kein Problem mehr. Vorbei sind die Zeiten des langwierigen Preisänderungsprozesses: Preisschild ausdrucken, im Store zum richtigen Regal gehen und die Ware suchen, Schild austauschen.

Händler können Preise nun dynamisch und in Echtzeit anpassen. Das spart Papier, Zeit und dadurch Kosten und erhöht die Reaktionszeit im stationären Handel enorm. So können Retailer Aktions- und Angebotspreise schneller umsetzen oder auf Preisänderungen bei der Konkurrenz – besonders auch im Online-Bereich – zeitnah reagieren.

Kein langes Warten, keine meterlangen Schlangen vor der Kasse – der Traum eines jeden Käufers. Händler können ihnen das ermöglichen. Mithilfe eines Queue-Managers können die Wartezonen vor den Kassen überprüft werden – anhand von Sensoren oder Kameras – und automatisch die Öffnung einer neuen Kasse veranlasst werden, sobald eine bestimmte Anzahl an Kunden wartet.

Auch Einkaufen ganz ohne Kasse ist möglich: Ein automatischer Self-Check-out erlaubt mobiles Bezahlen. Der Kunde muss nicht mehr jede Ware einzeln an der Kasse vorzeigen. Ein Sensor erkennt den Inhalt des Warenkorbs beim Verlassen der Filiale und über eine Bezahl-App wird der Betrag automatisch per Mobilgerät des Kunden abgezogen.

Das verbessert nicht nur die Customer Experience im Store, sondern reduziert auch Zeit, Kosten und Inventurfehler und optimiert das Supply Chain Management.

Über den Autor

Stefan Metzger, Partner bei KPS

Stefan Metzger ist Partner bei KPS.

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