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Handlungsdruck: S/4 und die neue SAP-Lizenzpolitik

[shutterstock.com: 79277488, Jag_cz]
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Geschrieben von Mike Rübsamen, 2Bits

Die neue SAP-Lizenzpolitik rund um die indirekte Nutzung sorgt auch im Einkauf für Zündstoff. Wer nicht auf S/4 umsteigen, sondern das klassische SAP SRM durch eine externe Lösung ersetzen will, sieht sich mit steigenden, oft unkontrollierbaren Kosten konfrontiert.

SAPs neues Lizenzmodell behagt nicht jedem, lautet das einhellige Urteil in der SAP-Community. So beklagt die International Association for SAP Partners e. V. (IA4SP):

„Erste Use Cases unserer Mitgliedsfirmen haben gezeigt, dass die Zusatzkosten für die indirekte Nutzung durch das neue Lizenzsystem immer noch zu einer erheblichen Verteuerung der Anbindung von Third-Party-Applikationen führen.“

Aus Sicht von IA4SP sei das eine gefährliche Entwicklung, denn sie reduziere die Angebotsvielfalt und Innovationskraft im SAP-Markt. So hätten sich SAP-Anwender schon wiederholt gegen den Kauf von Drittanbieterlösungen entschieden, da deren Vernetzung mit SAP für sie zu kostspielig würde.

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Auch der Bundesverband der IT-Anwender e. V. (Voice), die Interessensvertretung für CIOs in Deutschland, kritisiert die künftig zusätzlich zu zahlenden SAP-Lizenz- und Wartungsgebühren als einen Widerspruch zum Grundsatz der Interoperabilität.

Wartungsende für SRM

Tatsächlich bringt SAPs neue Preispolitik auch den SAP-basierten Einkauf in die Bredouille, der wie alle anderen Geschäftsbereiche vom Auslaufen der Wartung für die klassischen SAP-Produkte betroffen ist.

Mit S/4 stellt SAP zwar eine neue Business Suite zur Verfügung, die einer IDC-Studie zufolge „bei zwei Dritteln der SAP-Anwender gesetzt ist“. Doch während die Anwender von Modulen wie S/4 Finance oder Human Resources eine Modernisierung der Geschäftsprozesse erwarten können, sieht es im Einkauf anders aus.

Hier erscheint ein S/4-Umstieg als wenig attraktiv, da SAP SRM im On-premise-Bereich durch ein funktional reduziertes Modul – S/4 Sourcing and Procurement – ersetzt wird.

Auch die Public-Cloud-Plattform Ariba überzeugt so manchen Anwender nicht, auch wenn sich zahlreiche klassische SRM-Funktionen dort abbilden ließen. Viele Unternehmen suchen daher derzeit nach Alternativen, um ihren Einkauf fit für den digitalen Wandel zu machen. Wer dabei an Partner- und Drittanbieterlösungen denkt, läuft jedoch Gefahr, beträchtliche Zusatzkosten schultern zu müssen.

Mike Ruebsamen

Mehrkosten und Intransparenz

Nach Aussagen von SAP soll der indirekte Zugriff für Kunden und Partner durch das neue Lizenzmodell verbindlich und kalkulierbar werden. Kritiker hingegen befürchten das Gegenteil: nämlich dass die indirekte Nutzung zu einem massiv unberechenbaren Kostenfaktor wird.

So fehle in den zunehmend heterogenen SAP-Systemlandschaften häufig der Überblick, welche Dokumente direkt von lizenzierten SAP-Anwendern und welche indirekt über Partner- und Drittanbieterlösungen angelegt werden.

Welche Folgen dies im Einkauf haben kann, zeigt sich am Beispiel eines Unternehmens, das die Beschaffungslösung eines Drittanbieters nutzt. So gibt es hier bereits 500 lizenzierte Anwender, die berechtigt sind, auf SAP-Systeme zuzugreifen, um Einkaufsdokumente zu erstellen.

Kommen nun 500 neue Anwender hinzu, die über die externe Lösung Beschaffungsdokumente anlegen sollen, führt das neue SAP-Lizenzmodell zu einem überproportionalen Kostenanstieg und zu Intransparenz.

Denn nun muss das Unternehmen doppelt zahlen – sowohl für die Belegpositionen aller 1000 Anwender als auch für die Lizenzen der bereits vorhandenen 500 SAP-Anwender.

Ausweg durch Add-ons

Sollten die Einkaufsabteilungen angesichts des nahenden SRM-Wartungsendes daher die abgespeckte S/4-Version einer Third-Party-Lösung vorziehen? Einen Ausweg bieten nämlich intelligente SAP-Add-ons, die neben einer tiefen SAP-Integration ein optionales Nutzermanagement und damit eine preisgünstigere Nutzung des neuen dokumentenbasierten SAP-Lizenzmodells ermöglichen.

Denn mit einem User-Management, das auf einem vorgelagerten Non-SAP-Server läuft, kann ein Anwender flexibel zwischen „SAP Human Access“ und „SAP Digital Access“ wählen.

Nach erfolgter Anmeldung besteht für ihn die Möglichkeit, nur noch indirekt mit dem SAP-System zu kommunizieren und jedes Mal zu entscheiden, ob er entweder mit dem SAP-eigenen Nutzermanagement und damit direkt mit einem SAP-User oder indirekt über das Add-on arbeiten möchte: je nachdem, welches die preisgünstigere Variante ist.

Mit der 2bits Procurement Suite und der 2bits Collaboration Suite stehen zwei intelligente SAP-Add-ons zur Verfügung, mit denen die Einkaufsabteilungen das strittige neue SAP-Lizenzmodell umgehen können.

Durch das vorgelagerte Nutzermanagement müssen sie sich nicht komplett auf die neu definierte digitale SAP-Nutzung beschränken, wie es beim Einsatz einer reinen Third-Party-Lösung erforderlich wäre.

Sie können ihr Lizenzvolumen optimieren und Intransparenz vermeiden – und profitieren zugleich vom Funktionsspek­trum zweier tief in SAP integrierter Add-ons, die einen schnellen und sicheren Einkauf von Waren und Dienstleistungen erlauben.

https://e-3.de/partners/2bits-gmbh-2/

Über den Autor

Mike Rübsamen, 2Bits

Mike Rübsamen ist Geschäftsführer von 2bits

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