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Drachen, DevOps, Multicloud – NetApp Insight 2018

[shutterstock.com: 1069548530, Refluo]
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Geschrieben von Simone Sailer, e3zine.com

Die NetApp Insight im Dezember 2018 in Barcelona stand unter dem Motto „Data Driven“, und Multicloud war das Buzzword der Stunde.

NetApps Hybrid-Multicloud-Konzept wurde bereits zuvor auf der NetApp Insight 2018 Las Vegas vorgestellt, in Barcelona wurde es nochmals hervorgehoben.

„Wir wollen Kunden helfen, von einer On-Premise Cloud-Like Experience zu profitieren“

erklärte Martin Cooper, Senior Director Solutions Engineering EMEA bei NetApp.

IBM

„Damit meine ich, dass die Datenbanken unserer Kunden wie eine Cloud funktionieren sollen – schnell, einheitlich und autonom.“

Dieser Leitfaden begleitete Besucher der NetApp Insight durch Keynotes, Präsentationen und Demonstrationen – und findet sich auch in vorgestellten Produktneuheiten wieder.

Was gibt es Neues?

Die On-Premise Cloud-Like Experience will NetApp mit seiner Hyper-Converged Infrastructure (HCI) verwirklichen. Diese ermöglicht es, Workloads über die Public-Cloud- Orchestrierung zu definieren, aber sie dann im eigenen Rechenzentrum, also auf dem HCI-System, zu deployen.

Um dieses System zu unterstützen, hat NetApp auf der Konferenz in Barcelona einige Neuheiten in seinem Cloud-Services-Portfolio angekündigt. Zum Beispiel Azure NetApp Files als Data Management Service für Microsofts Cloud oder NetApp SaaS Backup for Salesforce für einfachere, rechtssichere Backups.

Außerdem ist Cloud Volumes Service for Google Cloud Platform nun auch in Deutschland verfügbar. Eine Funktionalität, auf die ganz besonders hingewiesen wurde, ist Cloud Insights, ein SaaS-Service für Infrastruktur-Monitoring.

Im eigenen Rechenzentrum scannt die Software IP-Adressen und gibt dem Nutzer dadurch innerhalb von einem Tag eine Rückmeldung darüber, welche Maschinen oder Assets dieser in seiner On-Premise-Struktur in Betrieb hat.

Peter Wuest

Das Tool sammelt alle verfügbaren Daten und bereitet sie für Nutzer in einem einfachen Format auf. Cloud Insights kann aber auch in der Public Cloud problemlos verwendet werden, um einen Komplettüberblick aller System zu erhalten oder um Kostensparpotenzial zu überprüfen. Dazu wird ein virtualisierter Workload von einer Public Cloud in die andere verschoben, um den Vergleich zwischen den Preisen sehen zu können.

„Da sieht man schon sehr stark diesen Multicloud-Ansatz, den NetApp verfolgt“

sagte dazu Peter Wüst, Senior Director Cloud Infrastructure and Cloud Data Services EMEA bei NetApp.

„Alle Cloud-Provider klingen zuerst einmal ähnlich, aber sie haben alle ganz unterschiedliche Stärken. Kunden möchten diese verschiedenen Vorteile nutzen können und nicht nur auf einen Anbieter angewiesen sein.

Deshalb haben wir uns schon vor vielen Jahren dazu entschieden, unseren Kunden dabei zu helfen, nicht nur von einem IT-Silo ins nächste zu ziehen, sondern die Chance zu nutzen, eine offene Struktur aufzubauen, die die Verwendung von verschiedenen Clouds als auch vom eigenen Rechenzentrum unterstützt. Wir nennen diese Struktur Data Fabric.“

Auch SAP-Bestandskunden, die in die Cloud migrieren wollen, will NetApp unterstützen und dadurch Zukunftssicherheit geben.

„Wir wollen das Risiko aus den Projekten rausnehmen, indem wir standardisierte Workflows und Tools in die SAP-Umgebung integrieren“

erklärte Bernd Herth, Senior Technical Marketing Engineer, Solutions and Integrations SAP.

„Für uns bedeutet das, die Daten zu entkoppeln, und wenn SAP-Daten erst einmal entkoppelt sind, lassen sie sich leichter zwischen On-Premise und Cloud verschieben. Viele von NetApps Services sind außerdem für SAP-Bestandskunden nutzbar. Allerdings muss man die kundeneigenen Performance-Anforderungen berücksichtigen, da auch Cloud-Instanzen Limits haben.“

Eine weitere hilfreiche Funktion für SAP-Bestandskunden: In LaMa, SAP Landscape Management, kann man per Knopfdruck eine SAP-Datenbank in die Cloud verschieben.

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Was die Zusammenarbeit von NetApp und Dreamworks konkret bedeutet, das zeigt der für den Frühling 2019 geplante Film „Drachenzähmen leicht gemacht 3 – Die geheime Welt“.

Neue Features gibt es auch im Bereich KI. Mit Ontap 9.5 will NetApp Unternehmen bei der Modernisierung ihrer Datendienste unterstützen. Die Software bietet Cloud-Integration, All-Flash-Performance sowie gesteigerte Effizienz und einfache Anwendung.

Kritische Workloads werden beschleunigt, die Datenverwaltung wird vereinheitlicht und das Tiering von Datensätzen wird automatisiert. Konkret heißt das: hohe Performance mit konstant niedriger Latenz in allen Storage-Umgebungen.

Die branchenweit erste Latenzgarantie, die Flash-Performance-Garantie, soll es Kunden außerdem ermöglichen, KI-Anwendungen in einer kalkulierbaren niedrigen Latenz auszuführen. Dies ermöglicht es Unternehmen, Kosten und Risiken bei der Anwendung von KI zu minimieren, indem sie Flash einsetzen.

Diese neuen Datenservices erweitern das Net­App-Data-Fabric-Konzept für das Management von Daten übergreifend zwischen ihrem Entstehungsort, der zentralen Datenplattform bis hin zur Cloud. So können Unternehmen das gesamte Potenzial der künstlichen Intelligenz voll ausschöpfen.
Daten statt Filme

Dass NetApp mit Dreamworks zusammenarbeitet, um ein individuelles Data Fabric für das Filmstudio zu produzieren, wurde bereits auf der NetApp Insight 2018 in Las Vegas angekündigt.

Zu Gast waren in Barcelona Kate Swanborg, Technology Communications and Strategic Alliances Executive, und Senior Technologist Scott Miller, beide von Dreamworks, um im Detail über die Partnerschaft zu sprechen.

„Für einen Film werden eine halbe Milliarde digitale Dateien erstellt“

erklärte Scott Miller.

„An einem Film arbeiten wir normalerweise zwei bis vier Jahre, es werden immer mehrere gleichzeitig produziert. Manchmal sind es bis zu zehn Filme, an denen aktiv gearbeitet wird – das macht fünf Milliarden digitale Dateien, die wir sicher speichern und verwalten müssen.“

Dream­works vertraut seit 2006 auf Net­App für Data Management Services und um geplante Down­times, wie zum Beispiel bei einem Up­grade, zu vermeiden. Das Unternehmen hat zwei primäre Cluster, einen für Filme und einen für Fernsehserien, sowie einen sekundären Cluster, der für Backups genutzt wird.

Dreamworks hat NetApp vor allem deshalb gewählt, weil seine Angebote die Latenz deutlich reduzieren und so die Produktion und die Qualität der Filme verbessern. Detaillierte Szenen und dynamische Action-­Sequenzen erfordern nämlich ein immer höheres Maß an Performance bei gleichbleibender Datenstabilität.

Als anschauliches Beispiel wurde dafür der für den Frühling 2019 geplante Film „Drachenzähmen leicht gemacht 3 – Die geheime Welt“ verwendet. Im ersten Film dieser Trilogie war es beinahe unmöglich, drei oder vier Drachen im selben Frame unterzubringen – bei diesem Film sind es oft mehrere Dutzend.

„Was wir hier sehen, das sind unsere Daten“

sagte Kate Swanborg zu dem Filmtrailer, der während der Keynote am 4. Dezember gezeigt wurde.

„Dreamworks ist zwar für seine Filme bekannt, aber was wir wirklich produzieren, das sind Daten. Umso wichtiger ist es, einen verlässlichen Partner zu haben, der uns bei deren Verwaltung hilft.“

George Kurian

Roadmap

Die NetApp Insight 2018 in Barcelona war sehr stark auf Multicloud ausgelegt, und da sieht NetApp auch weiterhin den Trend: Es wird auch zukünftig ein Anliegen des Unternehmens sein, Kunden dabei zu unterstützen, mit einer „Cloud First“-Strategie ihr eigenes Rechenzentrum zu orchestrieren und gleichzeitig von Multicloud zu profitieren. Peter Wüst sagte dazu:

„Wir haben es uns als Ziel gesetzt, Kunden die Wahlfreiheit zu lassen, welche Cloud sie verwenden möchten, und ihnen dabei zu helfen, das effizienteste und kostengünstigste Angebot für ihre Anforderungen zu finden.“

Außerdem ist NetApp bestrebt, neue Tools, sobald sie Hyperscaler wie Azure oder AWS anbieten, in sein Angebot zu integrieren. Das gilt auch für SAP-Umgebungen.

„Wir werden nach wie vor sicherstellen, sobald wir neue Systeme auf den Markt bringen, dass wir diese auch für das Ökosystem SAP nutzbar machen“

versichert Bernd Herth.

„Aber das ist leider ein langwieriger Prozess, der nicht nur von uns abhängt. Wir versuchen trotzdem immer, gemeinsame Lösungen mit unseren Partnern zu entwickeln. Wir wissen allerdings nicht, was sich bei SAP im Container- und Cloud-Umfeld noch tun wird – ich für meinen Teil bin gespannt.“

NetApp engagiert sich weiterhin im Bereich DevOps. Die alte Welt von Client/Server ist nicht mehr aktuell, und die moderne Welt wird sehr stark von Entwicklern gesteuert – wie man es auch in der Public Cloud beobachten kann.

IT wird immer wichtiger für Unternehmen, denn interne Entwicklerteams spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die Fähigkeit eines Unternehmens geht, neue Einnahmequellen zu erschließen. Mit Datenservices und Dev­Ops-Techniken und -Methoden will Net­App Kunden dabei helfen, agiler zu werden.

„DevOps bringt die alte Welt mit der neuen Welt zusammen“

erklärte Peter Wüst.

„Net­App würde einen fatalen Fehler machen, wenn es keine Antwort hätte auf Dev­Ops, sondern nur diese klassische Welt von Applikationen und Storage bedienen würde.“

Über den Autor

Simone Sailer, e3zine.com

Simone Sailer ist zuständig für das Redaktionsmanagement der englischen Kanäle des E-3 Magazins, im speziellen www.e3zine.com

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