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Wechselwirkungen: Big Picture mit SAP und ECM

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Geschrieben von Bärbel Heuser-Roth, SER

Ein geflügeltes Wort in der IT-Welt lautet „Everything that can become a platform will become a platform“. Hier nur an Business-Plattformen wie Amazon, Airbnb und Co. zu denken, greift zu kurz. Es geht auch um Content, Dokumente und Geschäftsprozesse.

Unternehmen brauchen leistungsfähige Technologieplattformen, um Content und Prozesse unternehmensweit zu steuern. Die sogenannten digitalen Vorreiter nutzen ihre Businessplattformen dazu, die Old Economy mit ihren neuen Geschäftsmodellen in Bedrängnis zu bringen.

Dabei wird leicht übersehen, dass Unternehmen für die digitale Transformation ihrer Organisation und zur Umsetzung der dahinterliegenden Geschäftsprozesse unternehmensweite Technologieplattformen benötigen, die zum Managen von Informationen und Geschäftsprozessen in allen Unternehmensbereichen unerlässlich sind.

Dass dies auch die SAP-Community beschäftigt, zeigte sich z. B. auf der DSAG-Jahrestagung im vergangenen Herbst. Dort wurde u. a. darüber diskutiert, wie existierende ERP-Landschaften entsprechend transformiert werden können, damit sie erweiterbar und auch mit Non-ERP-Prozessen in hybriden unternehmensübergreifenden Szenarien kombinierbar sind. Gute Frage!

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Spätestens hier also stoßen SAP-Systeme an ihre Grenzen. Unternehmen brauchen eine übergreifende Plattform, die neben den klassischen datengetriebenen Prozessen auch den unstrukturierten Content verarbeiten kann, der immerhin fast 80 Prozent in Unternehmen ausmacht.

Hier müssen SAP und Enterprise Content Management (ECM) zusammenkommen, damit sie gemeinsam ihre Wechselwirkung entfalten können.

Im Wechselspiel beider Systeme lassen sich effizient Ressourcen steuern und planen, Informationen im Kontext von Prozessen und Projekten managen und beliebige Netzwerke bis hin zu komplexen Business-Ökosystemen einbeziehen.

Yin & Yang

Vielfalt und Redundanzen in der bestehenden Softwareanwendungslandschaft sind derzeit wohl die größten Herausforderungen, die der Enterprise-IT zu schaffen machen.

Das Fokussieren auf einzelne wenige Softwareplattformen ist der erfolgversprechendste Weg, um den Anschluss an wichtige Innovationsfelder zu halten. SAP ist ein offenes Ökosystem, das Transaktionen von strukturierten Daten schnell und effizient ausführt, steuert und analysiert.

Doch wie Sie selbst wissen, lassen sich nicht alle digitalen Herausforderungen und Anforderungen allein mit SAP lösen. Für das physikalische Speichern, Archivieren und Strukturieren der Dokumente zum Beispiel wird ein von SAP zertifiziertes ECM benötigt. Beide Systeme, SAP und ECM, sind wie Yin & Yang. Das eine braucht das andere.

ECM ist die zentrale Informationsplattform

Das Plattformpotenzial wird immer wichtiger: Informationen müssen gewinnbringend genutzt werden. Je mehr sich Wertschöpfung digitalisiert, desto mehr ökonomische Bedeutung erlangen skalierbare und agile ECM-Plattformen in Unternehmen, über die die Informationen der Wertschöpfung und Geschäftsbeziehungen gemanagt werden.

ECM ist die zentrale Informationsplattform innerhalb der Plattformökonomie. ECM ergänzt die Transaktionsplattform SAP zudem überall und immer dort, wo dokumentenbasierte Prozesse und die Dokumentationen der Geschäftsprozesse erforderlich sind.

Letzteres ist aus Compliance-Gründen von der revisionssicheren Archivierung bis hin zur EU-DSGVO fast immer der Fall. Die Skalen­effekte dieser neuen Plattformökonomie werden dadurch erzielt, dass Services und Lösungen auf einer technologischen Basis quasi vorinstalliert sind und für weitere Unternehmens- und Aufgabenbereiche lediglich erweitert oder angepasst werden müssen.

Deshalb spricht man hier auch von einer Content-Services-Plattform. Die ECM-Plattform ist damit die technologische Basis, die ein Baukasten umgibt.

In Analogie zu SAP bietet eine state-of-the-art-ECM-Lösung wie Doxis4 eine offene, digitale Content-Services-Plattform, die Unternehmen eine außerordentliche Anwendungsvielfalt ermöglicht und eine Brücke zu Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern schlägt. Eine solche flexibel erweiterbare ECM-Technologie reduziert Kosten und IT-Aufwände und sorgt für kurze Einführungszeiten.

Das große Ganze im Blick

Alle Unternehmens- und Aufgabenbereiche von Entwicklung bis Vertrieb, vom Rechnungswesen bis zum Service können von dieser ECM-Plattform profitieren, ohne Teile davon selbst aufbauen zu müssen.

Lediglich das bereichs- und aufgabenspezifische Customizing fällt an, wobei es eine Vielzahl an Templates für spezifische Branchenlösungen und Anwendungsfälle gibt, die diese Aufwände auf ein Minimum reduzieren.

Eine derartige Blaupause braucht allerdings ein Big Picture ihm Rahmen der Digitalisierungsstrategie mit einem ECM. In diesem Zielbild sollte das Nutzenversprechen dem Kunden gegenüber ganz oben stehen.

Hier schließt sich der Kreis: Der Erfolg von Air­bnb, Amazon, Uber & Co. beruht nicht zuletzt auch darauf, dass sie den Kunden und das Nutzenversprechen in den Mittelpunkt ihres Big Picture gestellt haben.

Über den Autor

Bärbel Heuser-Roth, SER

Bärbel Heuser-Roth ist Redakteurin bei SER Solutions Deutschland

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