MAG 1812 Wirtschaft

Cloud und Open Source – IBM übernimmt Red Hat

IBM-Red-Hat
Geschrieben von E-3 Magazin

IBM hat die geplante Übernahme von Red Hat angekündigt. Dadurch versucht das Unternehmen, weltweit führender Hybrid-Cloud- und Open-Source-Anbieter zu werden.

Für 34 Milliarden Dollar will IBM Red Hat erwerben. Damit ist dies der bisher größte Zukauf des Unternehmens. Nach Angaben von Arvind Krishna, Leiter von IBM Research, war die größte Motivation für die Übernahme, den Hy­brid-Cloud-Markt für sich zu gewinnen.

So wollen sie Kunden zukünftig dabei helfen, Hybrid-Cloud-Umgebungen in ihren Unternehmen zu etablieren und gewinnbringend zu nutzen.

„Kunden brauchen die richtige Technologie für Open-­Source Anwendungen, und zusammen können Red Hat und IBM ihnen diese liefern“

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so Krishna.

Berechtigte Zweifel

„Die finanzielle Dimension des Deals ist enorm“

schreibt Stefan Ried, Principal Analyst und IoT Practice Lead bei Crisp Research, in seinem Blogpost „IBM schluckt Red Hat und riskiert seine Zukunft“.

Stefan-Ried

„IBM möchte den größten Marktanteil im Hy­brid- und Public-Cloud-Markt haben. Das benötigt nicht nur in der Infrastruktur Investitionen, sondern auch im Software Stack.

Aber der Deal erinnert eher an die elf Milliarden Dollar, für die Hewlett Packard 2012 die Firma Autonomy gekauft hat. Milliardenschwere Verlust-Abschreibungen in den Folgejahren drückten HP in die Knie und waren der Beginn der Zerschlagung des Traditionsunternehmens.“

Die Sorge, die hier zum Ausdruck kommt, beschäftigt viele IBM-Kunden: Hat IBM sich mit dieser Akquise übernommen? Oder wird das Unternehmen es schaffen, Red Hat ohne schwerwiegende Verluste zu übernehmen?

Die Zukunft ist ungewiss, und die Meinungen gehen auseinander. Mehr dazu unter crisp-research.com/ibm-schluckt-red-hat-und-riskiert-seine-zukunft.

Open Source: Basis digitaler Transformation

Red Hat erwartet sich von der Zusammenarbeit mit IBM mehr Reichweite und mehr Ressourcen. Somit könnte Red Hat seine Produkte der breiten Masse zugänglich machen und Open Source als Basis digitaler Transformation etablieren.

Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen ihren Kunden helfen, ihre Geschäftsanwendungen in die Cloud zu bringen und eine Hybrid- Cloud-Strategie einzuführen.

Außerdem wollen sie cloud-­native Geschäftsanwendungen schneller und leichter übertragbar machen und die Sicherheit von Daten und Anwendungen in der Cloud gewährleisten.

IBM und Red Hat betonten beide, dass diese Übernahme lediglich die nächste Stufe einer bereits lange bestehenden Partnerschaft sei und dass sich Red Hat nicht verändern werde.

Paul Cormier, Executive Vice President von Red Hat, sagte dazu:

„Unsere Unternehmenskultur, in der wir versuchen, offen für Diskussionen und Innovationen von Kundenseite zu sein, wird sich nicht ändern. Auch unsere Partnerschaften mit AWS, Google Cloud und mehr bleiben erhalten. Bezüglich unserer Kunden und Partner werden wir neutral bleiben.“

Red Hat wird sich IBMs Hybrid-­Cloud-Team als separate Einheit anschließen. Dies soll die Unabhängigkeit Red Hats wahren.

Arvind-Krishna

Arvind Krishna erklärt:

„Dass Red Hat eine separate Einheit bleibt, ist uns wichtig. Auf der einen Seite deshalb, weil Red Hats offene Unternehmenskultur einzigartig ist und von Kunden weltweit geschätzt wird. Auf der anderen Seite wiederum deshalb, weil wir Geschäftliches trennen wollen. Red Hat soll seine Kunden komplett unabhängig von IBM unterstützen können.“

Red Hat wird weiterhin von Jim Whitehurst und dem aktuellen Management geführt werden. Außerdem bleibt Red Hats Hauptsitz in den Vereinigten Staaten bestehen, und die Produkte der beiden Unternehmen sollen auch weiterhin weitgehend separat angeboten werden.

Was der Deal für SAP-Bestandskunden bedeutet, die die Datenbank Hana mit Hardware von IBM und Suse Linux verwenden, ist ungewiss. Es wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen, ob Red Hat Linux durch die enge Zusammenarbeit mit IBM nun Suse ablöst.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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