Die Meinung der SAP-Community E-Commerce Kolumne MAG 1812

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht dasselbe

Shopping Cart and Stars
Geschrieben von Michael Kramer, IBM

Wie schön wäre die E-Commerce-Welt, wenn die Mitbewerber noch weit wären und die Kunden keine steigenden Ansprüche hätten. Aber die individuellen Aufwände steigen, um die Kunden zu binden.

Die Dynamik im E-Commerce nimmt zu statt ab. Die Gründe sind klar: Auch wenn der Markt absolut und relativ zum stationären Handel wächst, so ist auch die Konkurrenz stark gestiegen.

Viele neue Anbieter drängen auf den Markt und auch bisher rein stationäre Händler gehen online und nutzen ihre Stärken wie z. B. breite Kundenbasis oder lokalen Service. Der Konkurrenzdruck steigt.

Ein steigender Trend ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Damit meine ich kommunizierende und selbstlernende Systeme. Sie sehen das z. B. an einer Shopping-Plattform, die schnell Ihre Vorlieben zu erkennen sucht und Ihnen passende Produkte vorschlägt oder unauffällig mit einbringt. Oder an zunehmend besseren Bots, bei denen Sie sich nicht mehr sicher sind, ob sie nicht doch menschlich sind.

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Das funktioniert eingeschränkt auch dann, wenn Sie für den Shop noch anonym sind. Anhand Ihres Verhaltens und bestehender Cookies können Informationen gewonnen werden, auch wenn Sie als Person dem Shop nicht bekannt sind.

Daher versuchen Shops, Sie zu einem sogenannten Opt-in zu bewegen, damit Sie mindestens Ihre Mailadresse hinterlegen und die AGB akzeptieren.

Wenn Sie dann noch zustimmen, ab und an Newsletter zu beziehen, kann der Shop Ihnen zielgerichtete und immer passendere Angebote unterbreiten.

Damit kommt der Shop dem Idealbild des Verkäufers näher, der Sie schon seit vielen Jahren mit Ihren Interessen und Vorlieben kennt und Ihnen die richtigen Vorschläge macht.

Ein sehr interessanter Trend – wenn auch noch auf kleiner Basis – sind Offline-Stores der Online-Händler. Damit meine ich nicht die Go-Stores für Lebensmittel ohne Kassen in den USA von Amazon.

Amazon experimentiert mit dem „Amazon 4-Star“ und bildet in lokalen Shops den Aufbau der Online-Shops nach. Die Produkte sind so gruppiert, wie Sie es online kennen, inklusive Empfehlungen wie „wird gerne gekauft mit …“ . Bei Alibaba heißen sie „AI Fashion Store“.

Das „AI“ kommt von Artificial Intelligence und nutzt neben der KI auch Möglichkeiten, die nur im lokalen Store möglich sind. So werden bei der Anprobe über eine eigene „Recommendation Engine“ weitere Produkte vorgeschlagen, dabei auch die Warenlager befreundeter Shops in der Nachbarschaft miteinbezogen und bei Interesse zur Anprobe bereitgestellt.

Ein Sonderfall wird der #HomeOfChristmas-Shop von Amazon sein, der im November für fünf Tage an den Berliner Kurfürstendamm kommt. Clever, wer hier passende Produkte findet, scannt die Etiketten mit der Amazon App ein und lässt sie sich wie gewohnt nach Hause schicken. Der Offline- Store mit Online-Funktionalität…

Über den Autor

Michael Kramer, IBM

Michael Kramer ist Channel Sales Leader DACH bei Cognitive Engagement Solutions - Watson Commerce & Marketing.

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