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Die CeBIT ist schon wieder tot!

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Bereits im Mai 2017 war im E-3 Magazin zu lesen: Die CeBIT ist tot. Das stattgefundene Sommerfest dieses Jahr in Hannover war ein Zombie-Event mit einem SAP´schen Riesenrad.

Im Mai vor eineinhalb Jahren schrieb ich: „Und ein Sommerfest wird das IT-Spektakel nicht retten. Es hätte nicht so weit kommen müssen, aber Hochmut, Ignoranz und Kurzsichtigkeit haben jede positive Entwicklung des Messekonzepts verhindert. […]

Die CeBIT ist tot, weil innovative Ideen fehlen, weil es für diese Veranstaltung kein Kommunikationskonzept gibt – nicht einmal SAP veranstaltet eine CeBIT-Pressekonferenz, die Verantwortlichen begnügen sich mit einem Händedruck der Kanzlerin und ein paar netten Pressefotos.

Wenn man schon auf der „alten“ CeBIT nichts zu sagen hatte, was will man dann im Juni 2018 kommunizieren? Bevor nicht die Sprachlosigkeit der IT-Anbieter wie SAP und deren Partner durchbrochen ist, wird jedes neue Messekonzept – unabhängig vom Termin – scheitern.“

Im 21. Jahrhundert begründet sich jedes erfolgreiche Handeln durch ein konsistentes und nachhaltiges Kommunikationskonzept. Das CeBIT-Sommerfest wurde falsch positioniert und kommuniziert.

„Es ist wahr: Alles ließe sich irgendwie rechtfertigen, aber das Phänomen der Sprache liegt in der Regelmäßigkeit und dem Übereinstimmen im Handeln“, schrieb der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889 bis 1951) vor etwa 100 Jahren.

Die Geldgier der Hannover Messegesellschaft ließ die Verantwortlichen alles Mögliche rechtfertigen – es gab aber niemals eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit.

Wittgenstein hat recht, wenn er von der Regelmäßigkeit spricht, das ist die Nachhaltigkeit, so dass aus einmal gesagtem immer wieder Neues erwächst. Letztendlich war das Todesurteil der CeBIT, aber auch einer europäischen Sapphire die Sprachlosigkeit aller Beteiligten.

„Die wesentlichen Impulse für die internationale SAP-Community gehen noch immer von Europa aus. Wenn man auch weltweit SAP-Entwicklungszentren findet, so ist unbestritten, dass Hana in Potsdam am Hasso-Plattner-Institut erfunden wurde und Ex-SAP-Chef Professor Henning Kagermann in Berlin der „Erfinder“ von Industrie 4.0 ist, und die doppelte Buchhaltung wurde im 15. Jahrhundert in Venedig entwickelt.

Es gibt Themen, Innovationen, Visionen, SAP-Partner und Bestandskunden genug, um eine erfolgreiche Sapphire auch in Europa zu positionieren – nur das richtige Konzept muss man haben! Hier scheiterte SAP vollkommen.

Dem Top-Management und Marketing gelang es nicht, die Zeichen der Zeit zu deuten und neue Konzepte und Veranstaltungsformen zu entwickeln.“

Ähnliches gilt für die Ex-CeBIT-Macher. Wer wie SAP glaubt, dass ein Riesenrad auf der CeBIT ein Kommunikationskonzept ist, muss scheitern. So gesehen braucht Hannover eine neue Messeleitung mit Konzept und SAP braucht eine neue Marketingleitung, die B2B versteht und nicht mit B2C-Gedanken im Kreis fährt.

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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