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Digitale Potenziale heben durch Logistik aus der Cloud

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Gerade die Lagerlogistik als Bindeglied zwischen Industrie, Handel und Endkunde erlebt im Zuge der digitalen Transformation einen tief greifenden Wandel, der durch viele Herausforderungen – wie zum Beispiel zunehmende Transparenz der Logistikkette für den Kunden, verkürzte Produktzyklen, kleine Liefermengen und eine steigende Automatisierung – geprägt ist.

Ehemals getrennt funktionierende Logistikketten müssen sich dynamisch neu miteinander vernetzen.

In diesem Kontext ist ein Schlüsselfaktor für den zukünftigen Unternehmenserfolg die Erreichung einer hohen Änderungsgeschwindigkeit von Prozessen. Der Aufbau hochautomatisierter und komplexer Lager- und Systemstrukturen bringt auf der einen Seite Effizienzvorteile.

Auf der anderen Seite können sich aber auch die zugrunde liegenden Prozesse so schnell verändern, dass die aufgebauten Strukturen schnell überholt sind und mit hohem Aufwand verändert werden müssen.

Voraussetzung hierfür ist ein ERP-System, das die Anforderungen in Bezug auf Schnelligkeit und Flexibilität abbilden kann und eine hohe „Elastizität“ für die sich schnell ändernden Logistikketten sicherstellt.

SAP stellt mit dem EWM auf Basis S/4 eine moderne und leistungsfähige Systemlösung zur Verfügung, die den Kern einer digital ausgerichteten Organisation darstellt.

Durch die anstehende Umstellung zu S/4 Hana – nicht zuletzt durch das angekündigte Wartungsende für SAP ERP Ende 2025 – führen Unternehmen zunehmend Transformationsprojekte im Bereich Warehouse Management durch – in einigen Fällen klar ausgerichtet an den zugrunde liegenden End-to-End-Prozessen.

Damit einher geht in vielen Fällen auch eine Anpassung der SAP-Architekturen: Während stabile Prozesse in S/4 ablaufen, werden kleine und flexible Applikationen – verbunden mit innovativen Technologien, wie Blockchain, Chatbots, IoT – in Cloud-Umgebungen wie die SAP Cloud Platform verlagert.

Die Erfahrung zeigt, dass in der Logistik auch mit einer Kernapplikation für automatisierte beziehungsweise optimierte Prozesse nach wie vor Digitalisierungslücken existieren.

Der klassische Ansatz, das SAP-System durch eingebettete Add-ons und individuelle Programmierung zu erweitern, erfüllt die Anforderungen in einer digitalisierten Welt nur unzureichend.

Ziel muss es sein, die notwendige Änderungsgeschwindigkeit der Prozesse zu erhöhen und diese Lücken zu schließen. Die Integration von Endgeräten, wie Tablets, Smartwatches oder Bluetooth-/Dash-Buttons, in die Prozesse muss einfach und kostengünstig erfolgen.

Die Nutzung von cloudbasierten Plattformen und die Verbindung mit SAP EWM ermöglichen eine serviceorientierte Individualisierung von Prozessen im Lager. Die Herausforderung besteht in der Identifizierung von relevanten Use Cases, die durch die Verwendung dieser Technologien die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und -modelle vorantreiben.

Arvato stellt solche Use Cases und Microservices in einer cloudbasierten Plattform für logistische Funktionen bereit. Diese können existierende Prozesse anreichern und so mit wenig Aufwand Digitalisierungspotenziale ausschöpfen, da ihr digitales Repository einfach mit SAP-basierten Backend-Prozessen kombiniert werden kann. Das unterstützt die prozessuale Verbindung von ehemals getrennt voneinander existierenden Insellösungen.

Konkrete Beispiele

Produktionsversorgung: E-Kanban via Dash-/WLAN-Buttons, um Nachschubprozesse in der Produktion und im SAP EWM auszulösen

Behältermanagement: Bestandstransparenz in Echtzeit und eine eindeutige Absicherung der Eigentumsverhältnisse über Unternehmensgrenzen hinweg – Datenintegrität und Sicherheit durch Verwendung von Blockchain-Technologie

Digitaler Assistent im Lager (Messenger/Chatbot): durch sprach- beziehungsweise textbasierte Dialoge zum Beispiel Lagerbestände abfragen oder Inventurprozesse durchführen

Field Service Management: Tracking und Orchestrierung von Transportfahrzeugen oder Personalplanung auf Basis des vorliegenden Auftragsbestandes sowie Routenoptimierung und Ausnahmenmanagement

Hohe Projektkosten und -laufzeiten widersprechen der angestrebten Prozess-„Elastizität“. Cloudbasierte Services als Ergänzung zu den Backend-Systemen müssen daher schnell und kostengünstig eingeführt und genutzt werden können. Hierbei unterstützen vorherige Usability-­Checks die Integration und den Rollout beim Kunden.

Außerdem ist der Aufbau eines Self-Service-Portals geplant, durch das Apps selbstständig aktiviert und durch Eingabe von Parametern automatisiert an die Backend-Systeme im Lager angebunden werden können.

Diese Kombination aus starkem Back­end-System und flexiblen Cloud-Services sorgt für die Erfüllung der Ansprüche der Zukunft an Transparenz, Flexibilität und Agilität in der Logistik.

https://e-3.de/partners/arvato-systems-gmbh/

Über den Autor

Christoph Tieben, Arvato Systems

Christoph Tieben, Head of SAP Consulting Logistics bei Arvato Systems.

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