Coverstory 1812 MAG 1812

SAP auf der Google Cloud Platform

[shutterstock.com: 1054629320, Monster Ztudio]
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Geschrieben von Bernd Stopper, Google

Google ist als Public-Cloud-Provider für SAP Hana und Hana-basierte Anwendungen mit von der Partie und zeigt welchen Features die Google Cloud Platform (GCP) anbietet und welche Differenzierungspunkte gegenüber anderen Public-Cloud-Serviceprovider man realisiert.

Es mag sich vielleicht skurril anhören, aber Tiefseedatenleitungen müssen auch gegen eventuelle Hai-Verbisse geschützt werden. Gänzlich nachvollziehbar gleich beim ersten Gedankengang hingegen: sich gegen ein mögliches Eindringen in Rechenzentren zu schützen, indem Hacker für einen wie auch immer erfolgreich durchgeführten Systemangriff mit einer gewissen Geldsumme entlohnt werden (Bug-Bounty-Programm).

Beides gehört bei der Google Cloud Platform (GCP) zu den Security-Vorsorgemaßnahmen, neben anderer Sicherheitsfunktionalität, wie etwa Identity Management, Verschlüsselungstechniken oder Abwehrmechanismen.

Hier kommen Verfahren und Methoden aus dem Bereich künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz, oder BIOS- und Microcode- Patching ohne Kunden-Downtimes durch funktionale Proaktivität. Das Ziel dabei: Das Public-­Cloud-Computing so sicher wie nur irgendwie möglich zu machen, sowohl im Consumer- als auch im IT-Mission-Critical-­Umfeld.

Seit dem vergangenen Jahr stellt auch Google SAP Hana oder Hana-basierte SAP- Lösungen über die Google Cloud Platform in Form von Public-Cloud-Services zur Verfügung oder können genutzt oder betrieben werden. Und zwar mit sekundengenauer anstelle minutengenauer Abrechnung von in Anspruch genommenen IaaS- Kapazitäten.

Vereinbart wurde zwischen beiden Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit mehreren Dimensionen. Das formulierte Ziel dabei: einerseits die beste Plattform für SAP-Applikationen zu schaffen, andererseits die leistungsfähigen Big-Data- und Machine-Learning-Fähigkeiten in Richtung „intelligentes Unternehmen“ für Kunden auszuschöpfen.

Damit können SAP-Kunden ihre Cloud- Vorhaben auf der Basis von innovativen und zuverlässigen First-Class-Cloud-Services von Google in die Tat umsetzen. In welcher Cloud-Ausprägung auch immer – sei es in Form von Hybrid Cloud, Private Cloud oder im Rahmen des Multi­cloud-Computings.

Bernd-Stopper

In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass die GCP von SAP zertifiziert wurde sowie Google und der Walldorfer Softwarekonzern gemeinsame GCP-Entwicklungen für den SAP-Hana-Einsatz realisiert haben sowie weiter intensiv am Leistungs- und Innovationsrad drehen.

Dies bezieht sich sowohl auf den IaaS- (Infrastructure as a Service), den PaaS- (Platform as a Service) und den SaaS-Bereich (Software as a Service). Nutzbar sind für Unternehmen mittlerweile auf der GCP neben Hana zahlreiche SAP-Lösungen. Insgesamt sind es derzeit elf.

Von SAP Net­Weaver Application Server (Abap/Java) und SAP ERP/ECC über eben SAP Hana bis hin zu S/4, BW/4, SAP Hybris, SAP Solution Manager oder auch SAP Business One.

Differenzierungsmerkmale

Eine Messlatte beim Public-Cloud-Computing stellen die nutzbaren Compute- oder auch Storage-Ressourcen dar. GCP-zertifiziert sind von SAP derzeit Hana-Instanzengrößen von 208 bis 4096 GB RAM sowohl als OLTP- wie auch als OLAP-Sin­gle-Node; neben der Verfügbarkeit als OLAP-Scale-out (22.938 GB).

Die maximale Single-Node-Größe von 4096 GB liegt auf Höhe mit AWS – wobei die Planungen bei Google dahin gehen, VM-Größen von 18.000 GB zur Verfügung zu stellen. Auch wird Goo­gle eine Pmem-NVM-Integration (Persistant Memory/Non volatile Memory) mit sieben TB in Verbindung mit der Prozessorgeneration Cascade Lake bereitstellen, wobei hierfür eine SAP-Zertifizierung noch aussteht.

In diesem Zusammenhang ist herauszustreichen, dass Google keine Bare-Metal-Server bereitstellt, sondern alle Pu­blic-Cloud-Services-Angebote auf VM-Basis offeriert. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe.

Einerseits sind dezidierte Bare-­Metal-Instanzen nicht problemlos skalierbar. Andererseits setzt Google einen eigenentwickelten Hypervisor ein, bei dem gewisse Mankos herkömmlicher Hypervisoren eliminiert sind sowie sich die Hypervisor-Leistungsfähigkeit höher darstellt.

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Bereitgestellte GCP-VM-Größen von Google und von anderen Public-Cloud-Wegbegleitern sowie ab welchen Größen Bare Metal von AWS, Microsoft und Co. verwendet werden. (Quelle: SAP)

Außerdem verwendet Google eine innovative Real-Time-Agentless-Streaming- Technologie mit der Bezeichnung Velostrata. Damit lassen sich Data-Center-Massenmigrationen intelligent und effektiv durchführen, ebenso AWS-GCP-Migrationen, Storage-Migrationen oder SAP-Migrationen. Zudem beinhaltet Velostrata ausgefeilte Mechanismen für das „Lift and Shift“ von On-premise-Workloads in Richtung Public Cloud.

Ein weiterer wichtiger Differenzierungs­aspekt gegenüber anderen Public-Cloud- Wegbegleitern betrifft die herausragende weltweite eigene GCP-Hochleistungs-Fibre-­Network-Infrastruktur (auch zwischen den Google-Rechenzentren in verschiedenen Regionen, mit RZ-Bandbreiten von satten 1,3 TB/s), von der auch SAP-Kunden profitieren.

KI-Funktionalität nutzbar

So etwa bei der HA- und DR-Nutzung der Google Cloud Platform der Hana-System-Replication in Verbindung mit Suse Linux HAE als HA- und DR-Standby-System oder als Schattendatenbank für SAP-High- Availability-Zwecke (dazu mehr auf Seite 52 dieser Ausgabe).

SLES for SAP Applications oder der Suse-Manager sind ebenfalls auf der GCP verfügbar (siehe Seite 48 dieser Ausgabe). Auch können Unternehmen die GCP-Infrastruktur dazu verwenden, um ein eigenes globales Netzwerk via VPC (Virtual Private Cloud) zu erstellen und zu betreiben.

Ferner ist die Hana-Big-Query-Integration zu erwähnen, mit der SAP-Kunden gewinnbringende Nutzenvorteile erzielen können. Bei Big Query handelt es sich um ein serverloses und hochskalierbares Data Warehouse von Google, das Unternehmen bedarfsgerechte Datenanalysen aus der Public Cloud zu einem sehr attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis ermöglicht, ohne spezielle Datenbankadministrator- Kenntnisse zu benötigen. Mit Big Query können Unternehmen kostenfrei bis zu 1 TB Daten analysieren und 10 GB an Daten speichern.

Oder innovative Machine-Learning- Big- Data-Hana-Uses-Cases als weiteres Beispiel für SAP-Anwenderunternehmen. Hierbei kommen Hana und Google Cloud Machine Learning (inklusive Tensorflow) in Kombination zum Zug.

Google Cloud ML ist ein verwalteter Dienst, der es Entwicklern und Data Scientists ermöglicht, Machine-Learning-Modelle zu erstellen und produktiv einzusetzen. Es stehen auch Trainings- und Vorhersagedienste zur Verfügung, die sich zusammen oder einzeln verwenden lassen.

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Über den Autor

Bernd Stopper, Google

Bernd Stopper ist Head of Partner Business bei Google.

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