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Hybrid Cloud

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Von allem das Beste, so könnte man den neuen Trend „Hybrid Cloud“ auch kennzeichnen. Nach fast unüberschaubaren Cloud-Metamorphosen scheint sich die IT-Szene auf ein On- und Off-premise-Modell geeinigt zu haben. Mit Michael Jores von Suse (l.), Bernd Stopper von Google (Mitte) und Achim Zimmermann von Q-Partners/Devoteam (r.) sprach E-3 Chefredakteur Peter M. Färbinger vor dem SAP-Partner-Port in Walldorf über das Phänomen Hybrid Cloud in der SAP-Community.

Für SAP-Bestandskunden ist das Betriebsmodell „Cloud Computing“ keinesfalls neu. SAP selbst setzt seit einigen Jahren stark auf diesen IT-Trend und hat zahlreiche Unternehmen zugekauft, die ihre Anwendungen ausschließlich in der Wolke anbieten: SuccessFactors, Ariba, Concur, Fieldglass, Callidus und andere mehr.

Gleichzeitig entwickelte man auch auf Basis der eigenen ERP- und Datenbanklösungen entsprechende Cloud-Konzepte: Hana Enterprise Cloud (HEC), Hana Cloud Platform (HCP) und SAP Cloud Platform (SCP). SAP-Chef Bill McDermott wird nicht müde, seine „Cloud first“-, aber auch „Cloud only“-Konzepte zu bewerben.

Für Letzteres – Cloud only – musste er aber vor ein paar Wochen einen Ordnungsruf der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG e. V. hinnehmen: „Cloud only bringt das ERP ins Dilemma“, stand prominent platziert auf dem Cover des DSAG-Mitgliedermagazins.

ERP-Dilemma

Anfang des Jahres versuchte es SAP noch mit der Exitstrategie „Multicloud“, weil viele SAP-Bestandskunden mit der SCP ein „Vendor-Lock-in“ befürchten. Auf den DSAG-Technologietagen Anfang dieses Jahres in Stuttgart präsentierte SAP-EVP Björn Goerke das SAP’sche Multicloud- Konzept basierend auf SCP, AWS, Google-Cloud-Plattform und Microsoft Azure. Der Trend 2018 war aber ein anderer: Open Source und Hybrid Cloud.

„Hinzu kommt ein besonderer Kurs, der das Risiko für Unternehmen beschränkt. Allen Hyperscalern voran, baut Google konsequent auf Open Source und trägt massiv Frameworks wie Kubernetes oder jüngst Istio in den Markt. Auf der Google Compute Platform werden diese dann als Fully-Managed-Service angeboten“

berichten Stefan Ried und Max Hille von Crisp Research in einem Blogeintrag. Beide Analysten waren auf der Konferenz Google Next in London dieses Jahr.

Jens-Gero-Boehm

On- oder off-premise – ganz allgemein geht der IT-Trend in Richtung Cloud Computing, sodass naturgemäß die „Cloud first“-Strategie von SAP-Chef Bill McDermott auch ihre Berechtigung hat.

„Die größten Softwareanbieter der Welt verfolgen wie auch SAP eine Cloud-first-Strategie“

bestätigt Michael Jores, Direktor bei Suse in der Region Zentraleuropa, und im E-3 Gespräch präzisiert er:

„Cloud-Deployments verfügen über hochgradige Standardisierung bei gleichzeitigen Freiheitsgraden etwa in den Kapazitätsanforderungen, was Aufwendungen für den Kunden massiv senkt.

Daher ist eine solche Strategie sinnvoll und die Umsetzung braucht Zeit und Entwicklungsaufwendungen. SAP hat den Weg beschritten und stellt immer mehr cloudbasierte Lösungen erfolgreich zur Verfügung.“

Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom bestätigt den Ansatz von Suse-Manager Jores. Drei von zehn Unternehmen nutzen eine Cloud-Lösung, die in ein zertifiziertes Rechenzentrum ausgelagert ist. Das zeigt der Digital Office Index 2018 – eine repräsentative Befragung von 1106 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern des Digitalverbands Bitkom.

„Der Trend, IT-Infrastruktur wie Cloud-Lösungen in die Hand professioneller Dienstleister zu legen, hält an. Das zeugt vom zunehmenden Vertrauen der Unternehmen in Cloud Provider“

sagt Jürgen Biffar, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs ECM im Bitkom.

„Die Vorteile liegen für die Unternehmen oft auf der Hand: Sie können IT-Kosten senken und zugleich die Sicherheit erhöhen, da die Cloud – öffentlich wie privat – bei professionellen Dienstleistern meist wesentlich besser geschützt ist als bei internen IT-Lösungen.“

On- und off-premise

Aber auf dem Cover des DSAG-Vereinsmagazins war im Oktober zu lesen: Cloud only bringt das ERP ins Dilemma. Eine Lösung des Dilemmas könnte ein hybrider Ansatz sein: Wie definiert Michael Jores Hybrid Cloud?

„In der aktuellen Cloud-Adaption setzen Kunden aktuell auf Hybrid-Cloud- Szenarien, um Teile der Applikationslandschaft im eigenen Rechenzentrum ,on-premise‘ zu betreiben und durch Cloud-Angebote zu ersetzen oder zu erweitern.

SAP verfolgt einen Hybrid-Ansatz, den ,Digital Core‘ S/4 möglichst standardisiert on-premise zu fahren und auf der SAP Cloud Platform, SCP, in der Cloud kundenspezifische Anpassungen zu entwickeln und zu betreiben.

Damit wird die Flexibilität der kundenspezifischen Anpassungen über die SCP bereitgestellt. Aus Sicht der Infrastruktur stellt Suse sowohl die Linux-Plattform für den On-premise-Betrieb als auch die gleiche geschäftskritische Linux-Plattform auf der Cloud zur Verfügung, um im hybriden Modell mit einem Plattform-Standard die Aufwendungen in hybriden Umgebungen so gering wie möglich zu halten.

Ebenso folgen die Entwicklungen von Suse den Anforderungen der SAP-Hybrid-Cloud-Entwicklungen und stellen für alle Deployment-Optionen des SAP-Rechenzentrums die korrespondierenden Suse-Lösungen zur Verfügung.“

Cloud-Fähigkeiten

Bernd Stopper, Leiter des Google-Partnervertriebs, ist gleicher Meinung wie Michael Jores:

„Bill McDermott hatte recht. Die Wahl der richtigen Cloud hat nicht nur mit IaaS zu tun, es geht darum, mit komplementären Diensten der Cloud neue Möglichkeiten für SAP-Kunden zu schaffen.

SAP plus die Google-Cloud-Plattform sind die neuen Fähigkeiten, die weit über eine weitere Hosting-Plattform hinausgehen. GCP-Dienste, wie etwa Machine Learning und Big Query, ermöglichen bereits eine direkte Erweiterung der bestehenden SAP-Funktionen mit zusätzlicher Intelligenz und Effizienz.“

Eine Hybrid Cloud ist eine Form des Cloud-Deployments und Betriebs, bei dem Applikation an der für den Kunden geeigneten Lokation betrieben werden. Google-Manager Stopper erklärt, dass eine Hybrid Cloud aus drei separaten, unterschiedlichen Dingen besteht, die jedoch häufig zusammen genutzt werden:

Erstens, eine hybride Infrastruktur ist eine Erweiterung der Netzwerkperimeter on-premise und co-location in die Cloud sowie Erweiterung der On-premise- und Co-location-Speichersubsysteme in die Cloud.

Zweitens, hybride Applikationen sind Applikationen, die aus unterschiedlichen Komponenten bestehen, laufen in unterschiedlichen Lokationen und typischerweise überspannen sie die On-premise- und Co-location- sowie Cloud-Grenzen.

Drittens, hybrides Management ist das Management der Applikationen und Infrastruktur on-premise sowie in der Cloud in einer einheitlichen Art und Weise, natürlich idealerweise mit denselben Management-Tools.

„Hybrid Cloud Computing ist nun auch bei Google in aller Munde“

schreibt Crisp- Analyst Stefan Ried in seinem Blog und präzisiert:

„Da kommt ein neuer Netzwerk- Nat-Service gerade richtig. Kombiniert mit dem Container-Management Kubernetes und auch mit dem neuen Istio-Toolset lässt sich die Google Cloud als Extension des eigenen Rechenzentrums konfigurieren. Auf Google-Seite ist das alles als Software Defined Network realisiert.

Auf Kundenseite braucht man gegebenenfalls Hardware und Konfigurationsdienste, die beispielsweise Cisco bereits anbietet. Mittelfristig lassen sich mit solchen Topologien moderne Micro-Service-Mash-Architekturen realisieren, die einzelne Dienste on-premise und andere Dienste der gleichen Anwendung beim Hyperscaler laufen lassen.“

Wie passen all diese Optionen zu der Strategie von Google? Die Analysten Stefan Ried und Max Hille von Crisp Research haben in ihrem Blog die Antworten auf der Londoner Veranstaltung Google Next recherchiert und verifiziert:

„Wir von Crisp Research glauben, dass es sehr gut zusammenpasst. Google ist zwar als letzter der drei Hyper- scaler auf den Enterprise-Zug aufgesprungen und hatte lange nicht die passenden Dienste.

Auch heute hat Google noch weniger Vielfalt in seinem Angebot, verglichen mit AWS und Azure. Was Google aber macht, wird mit noch größerer Skalierung und Effizienz probiert.“

Multicloud vs. Hybrid

Für einen SAP-Bestandskunden ist das Thema „on- und off-premise“ enorm wichtig. Eine Grundsatzentscheidung für und wider Cloud-Metamorphosen steht definitiv an, damit einher geht auch eine Positionierung: Was ist der Unterschied zu Multicloud?

Achim Zimmermann, SAP-Direktor bei Q-Partners und erfolgreicher Google-Partner, meint, dass bei einem Hybrid-Cloud-Szenario die Kunden häufig eine Kombination von On-premise-Diensten und mindestens einer Public Cloud nutzen. Zimmermann:

„Hybrid-Cloud-Dienste bieten Vorteile bezüglich einer größeren Kontrolle über private Daten. Eine Organisation kann sensitive Daten in einer privaten Cloud oder einem lokalen Datencenter speichern und gleichzeitig die robusten Rechenkapazitäten einer Public Cloud nutzen.

Eine Hybrid Cloud verwendet eine Managementebene im Gegensatz zu einer Multicloud, welche ein separates Management jeder einzelnen Cloud-Umgebung erfordert.“

Sein Kollege Bernd Stopper, Google-Manager, ergänzt im E-3 Gespräch:

„Bei einem Multicloud-Ansatz werden Dienste von mehreren Public-Cloud-Anbietern gleichzeitig genutzt. Und insbesondere bei diesem Multicloud-Ansatz ist die Herausforderung das nahtlose Management, das Deployment und der simultane Betrieb mehrere Clouds.

Speziell für diese Herausforderung hat Google die Cloud Services Platform, CSP, auf der Konferenz Google Next in San Francisco angekündigt. CSP basiert auf offenen Standards wie Kubernetes und Istio und ermöglicht Deployment und Betrieb von komplexen containerbasierten Applikationen Cloud-Plattform- übergreifend.“

Kubernetes-Services

Ähnliches berichten die Crisp-Analysten Stefan Ried und Max Hille von ihrem Besuch der Veranstaltung Google Next aus London:

„Beispielsweise lernen AWS und besonders Microsoft gerade mühsam und langsam, wie man einen Managed-Kubernetes-Service ins Laufen bringt, während Google allein für eigene Zwecke jede Woche vier Milliarden Container provisioniert und wieder löscht.

Auch wenn der Großteil davon mit dem Kubernetes-Vorgänger Borg gemanagt wird, verschafft die Erfahrung im Container-Management Google einen großen Vorsprung für sein Managed-Kubernetes-Angebot.“

Und noch eine positive Feststellung über Google findet sich im Blogbeitrag von Crisp-Research- Analysten Stefan Ried:

„Letztlich ist Google an seinem zwanzigsten Geburtstag erwachsen geworden und versteht Co-Innovations-Modelle genauso wie das traditionelle Enterprise-Ökosystem um die großen Systemintegratoren.

So waren auf der Google Next in London auch die meisten der großen Systemintegratoren mit einem Stand vertreten. Von Accenture, Deloitte, KPMG über Rackspace bis hin zum Managed-Service-Dinosaurier Atos versuchen diese Managed-Hybrid-Cloud-Service-Provider zunehmend, eigene Applikationen auf den Hyperscaler-Stacks neben der SAP-Migration anzubieten.

Einige bieten bereits interessante Mash-Szenarien zwischen S/4 und Google-AutoML mit ihrem Branchen-Know-how an, da die traditionelle Businesslogik auf SAP immer noch der Unternehmenskern ist, aber das Google Machine Learning Framework deutlich weiter als das SAP-eigene Leonardo Machine Learning ist.“

Das ist das neue Auswahlkriterium für Public-Cloud-Infrastruktur und dank Open Source hoffentlich kein langfristiger Provider-Lock-in. So profitiert mittlerweile auch Google vom Markttrend, dass CIOs beginnen, den SAP-Betrieb in die Public Cloud zu verlagern, wie eine aktuelle Crisp-Studie klar zeigt.

(kostenfreier Download nach Anmeldung (hier) und Management-Summary von Crisp-CEO Carlo Velten (hier) oder im E-3 Magazin Juli/August 2018 auf Seite 21)

Ist Hybrid Cloud ein Szenario, Blaupause für eine zukünftige SAP-Infrastruktur oder gibt es bereits operative Hybrid-Cloud-Szenarien? Jens-Gero Boehm, Direktor bei Suse und für das Partner- und Serviceprovider-Geschäft in Zentraleuropa verantwortlich, erklärt:

„Ein Beispiel für einen funktionierenden Ansatz der Hybrid Cloud ist, den Produktivbetrieb im On-premise-Rechenzentrum und POC-, Schulungs- und Testumgebungen in der Public Cloud zur Verfügung zu stellen. Auch ein Desaster-Recovery-Rechenzentrum kann aus der Public Cloud angebunden werden.“

Das SAP-Cloud-Ecosystem

Achim Zimmermann von Q-Partners weiß aus seiner praktischen Kundenerfahrung, dass die Cloud-Technologie sicherlich das Potenzial hat, zukünftigen auch SAP-Umgebungen auf einem Cloud-Ecosystem bereitzustellen.

„Hybrid Clouds über mehrere Cloud-Anbieter hinweg könnten dies noch auf ein neues Niveau heben, indem es SAP-Bestandskunden ermöglicht, die gewünschten Dienste durch eine Vielfalt verschiedener Cloud-Anbieter zu konsumieren“

erklärt Zimmermann.

„Die derzeitige Herausforderung, diese Möglichkeit zu nutzen, liegt hauptsächlich an der Vernetzung und Sicherheit zwischen den verschiedenen Cloud-Anbietern, um eine gleichbleibend hohe User-Experience zu erhalten.

Um in dieses vielfältige Multicloud-Ecosystem zu gelangen, bietet sich eine schrittweise Roadmap an, welche über eine Hybrid Cloud in eine Multicloud-Welt führt. Hierbei sind insbesondere die hybride Infrastruktur, Netzwerk und Speichersubsysteme, aber auch Security-Challenges zu meistern.

Die Frage wird also nicht mehr länger sein, auf welcher Plattform die SAP-Umgebungen betrieben werden, sondern: Welche Dienste möchte ich ergänzend nutzen, um mehr Intelligenz, Innovation und Kundennutzen zu schaffen?

Bereits genutzte operative Hybrid-Cloud-Szenarien sind etwa SAP-Test und Entwicklungssysteme in der Google-Cloud-Plattform, die flexibel und innerhalb von Minuten provisioniert werden können und über Google-Partner-Lösungen eine hybride Infrastruktur bereitstellen.“

Ein Beispiel aus der SAP-Community, wo der Cloud-Trend angekommen ist: Metro-Nom, der IT-Bereich des Handelsunternehmens Metro, zieht sein zentrales Finanzsystem auf die Google-Cloud-Plattform. Metro ist in 35 Ländern als einer der größten B2B-Großhändler aktiv.

In der Vergangenheit setzte man auf lokale Finanzsysteme, die sich je nach Land in der Anwendung unterschieden. 100 verschiedene Systeme werden von nun an mithilfe der Google-Cloud-Plattform und SAP S/4 „Simple Finance“ zu einem zentralen Finanzsystem in der Cloud konsolidiert. Dadurch erzielt Metro einen erheblichen technologischen Wettbewerbsvorteil.

„Mit dem Schritt, SAP-Services im Finanzwesen auf die Google-Cloud zu heben, beschleunigen wir den Service für unsere Kunden erheblich. Denn die Google-Cloud bietet nicht nur technische Vorteile, sondern auch die Möglichkeit, die Zusammenarbeit innerhalb der einzelnen Teams zu optimieren. Außerdem können wir unser System in Echtzeit auf Kundenwünsche anpassen“

sagt Timo Salzsieder, CIO bei Metro. Axel Koss, Direktor Financial Management und Administration bei Metro-Nom, der die Migration der Finanzsysteme auf die Cloud verantwortet, ergänzt hierzu:

„Durch den Einsatz eines zentralen SAP-Finanzsystems sind aufwändige Systemtests und länderspezifische Aktualisierungen nicht mehr erforderlich. Die umfangreiche Koordinierung internationaler Teams wird so erheblich vereinfacht.“

Cloud-Loesung

Cloud und Open Source

Die Suse-Linux-Plattform eignet sich für den hybriden Einsatz, da sie für den On-premise- und Cloud-Betrieb gemacht ist. Damit kann sie die Standardisierung in eine Hybrid-Cloud-Landschaft gewährleisten.

Suse-Manager Michael Jores erklärt dazu:

„Suse liefert für die Hybrid Cloud, die On-premise- und Cloud-Infrastruktur: SLES for SAP Applications als optimierte Linux- Plattform, Hochverfügbarkeit und Desaster-Recovery für SAP, Life-Patching zur Erhöhung der Verfügbarkeit, Suse-Manager als Automationswerkzeug für die Linux-Infrastruktur.

Auf der On-premise-Seite: eine Kubernetes-Plattform, um beispielsweise SAP Data Hub zu deployen. On-premise und innerhalb der SAP Cloud Platform wird Suse-OpenStack zur Verfügung gestellt und für den PaaS-Layer im Bereich Cloud Foundry besteht ein Co-Development mit SAP.“

Aber welche IT-Kenntnisse braucht der SAP-Bestandskunde auf dem Weg zu Hybrid Cloud, fragten wir Jens-Gero Boehm:

„Suse-Linux-Infrastruktur-Kenntnisse aus dem On-premise-Betrieb können auf die Cloud-Infrastruktur übertragen werden. Wichtig sind auch Suse-High-Availability- plus Desaster-Recovery-Kenntnisse über die Suse-HA-Technik, Pacemaker und Suse-Live-Patching, da diese für Zero- Downtime-Ansätze gebraucht werden.

Der Einsatz der Infrastruktur-Automatisierung birgt erhebliches Optimierungspotenzial mit dem Suse-Manager. Mit den aktuellsten Entwicklungen bei SAP zum Thema Kubernetes stellt Suse die Con­tainer-as-a-Service-Plattform zur Verfügung, um containerbasierte Applikationen mit Kubernetes zu orchestrieren.“

Achim Zimmermann von Q-Partners stimmt seinen Kollegen von Suse im E-3 Gespräch zu und ergänzt:

„Wissen über die Hybrid Cloud erstreckt sich nicht nur über Infrastructure-as-a-Service-Konzepte, es geht vielmehr um das Verständnis der weiteren Möglichkeiten der Cloud-Ecosysteme und die Vertiefung in den Bereichen, die für die eigene Cloud Adoption am relevantesten sind.

Eine möglichst effektive Reise in die Hybrid Cloud erfordert technisch versierte Menschen, die ein größeres Verständnis für die geschäftlichen Abläufe haben. Im Gegenzug müssen die Experten aus dem Business mehr Technikbezug erwerben.“

Google-Manager Bernd Stopper betont hier nochmals die Bedeutung der Open- Source-Komponenten:

„Google bietet eine große Bandbreite an Technologien für hybride Applikationen an. Somit ist eine Reise über die Hybrid-Cloud- zu Multicloud- Umgebungen möglich.

Insbesondere Kubernetes bietet für Hy­brid-Cloud-Umge-bungen viel Flexibilität, um Applikationen innerhalb eines Containers portabel zwischen On-premise und in der Cloud zu betreiben.“

Monetäre Vorteile

Abschließend erklärt Bernd Stopper von Google:

„Eine Hybrid Cloud bietet sehr vielfältige Vorteile, die sich monetär niederschlagen. Zum einen bieten sich neue, viel flexiblere Abrechnungsmodelle der SAP-Workloads in der Cloud.

Beispielsweise können IaaS-Workloads für S/4 auf Google Compute-Engine, VMs, sekundengenau abgerechnet werden. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, einen Ein- oder Drei-Jahres-Commit-Vertrag mit Google abzuschließen. Bei einem Ein-Jahres-Commit können bis zu 37 Prozent der Kosten eingespart werden, bei einem Drei-Jahres-Commit bis zu 71 Prozent.“

Hybrid Cloud scheint in der SAP-Community ein Erfolgsmodell zu werden.

„Mit einem Cloud-Hosting- Dienstleister können Unternehmen ständig anfallende Investitionen in neue Systeme in kompetente Hände geben. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern ist auch sicherer und macht Kapazitäten in der eigenen IT-Abteilung für die Betreuung eigener Anwendungen frei“

so Jürgen Biffar, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs ECM im Bitkom.

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Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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