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S/4-Migration und die Lizenzfrage

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Geschrieben von Vera Vianden, Aspera

Der Umstieg auf S/4 Hana kann für SAP-Kunden, je nach Größe der Landschaft, etwa zwei bis drei Jahre dauern. Neben der technischen Migration wird auch der SAP-Vertrag umgewandelt. Das ist eine große Chance, endlich mit den bestehenden Altlasten aufzuräumen.

SAP empfiehlt ihren Kunden, frühzeitig – bereits vor dem für 2025 angekündigten Wartungsende für die klassische SAP Business Suite – auf die neue S/4-Technologie umzusteigen.

S/4 in Zukunft vermessen

Im Wesentlichen hat sich an der Vermessungsmethode der SAP nichts geändert. Es wird weiterhin userbasierte Lizenzen sowie verbrauchsspezifische Metriken geben.

Die Lizenzen können auf drei Arten abgerechnet werden: Kauf plus Wartung, Miete oder nach Verbrauch. Je nach Art des Erwerbs verändert sich auch die Vermessung.

Dies erfolgt unabhängig davon, wo die SAP-Systeme betrieben werden (On-premise, Private Cloud oder Public Cloud). Allerdings hat jede Lizenz­art ihre eigenen Vermessungstools.

Wenn man sich mit der PKL intensiver beschäftigt, so wird schnell klar, dass SAP den Umstieg dazu nutzt, um viele Details der Lizenzmetriken neu zu definieren. Etwa ist die Lizenzierung der Nutzer auf Basis ihrer Berechtigungen für den Kunden zwingend.

Vera Vianden

Auch wurde die Anzahl der unterschiedlichen Nutzertypen deutlich reduziert, was wiederum die Möglichkeit der Differenzierung verringert. SAP weist in ihrer aktuellen Preis- und Konditionenliste darauf hin, dass die Nutzung von S/4 auf der Basis einer möglichen Nutzung erfolgt.

Was wiederum bedeutet, dass in den S/4-Systemen die dort vergebenen Berechtigungen für den notwendigen Lizenztyp zu berücksichtigen sind und nicht die tatsächliche Nutzung. Ein optimiertes Berechtigungskonzept, welches auch die Lizenzmetrik mit in Betracht zieht, ist die Grundlage für eine optimale S/4-Lizenzmigration.

Alte Lizenzen, neues Modell

SAP bietet mit dem Compatibility pack for S/4 die Möglichkeit, bisher lizenzierte Funktionalitäten auch in der neuen S/4-Welt weiter zu nutzen. Bei einer S/4-Migration müssen zusätzlich zu den Systemvoraussetzungen und der Prüfung der genutzten Komponenten auch die Berechtigungen geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

In S/4 sind einige Transaktionen ersatzlos gestrichen oder durch neue Transaktionen und SAP-Fiori-Apps ersetzt worden. Mit S/4 gibt es drei neue Benutzerlizenzen: Professional Use (3500 Euro), Functional Use (1200 Euro) und Productivity Use (300 Euro).

Um diese in Zukunft richtig zu verwenden, bietet es sich an, bei der oben genannten Überprüfung das Berechtigungskonzept auf die dahinterliegenden Lösungsfunktionen anzupassen.

Das können Kunden tun

Um den Erfolg der Lizenzmigration sicherzustellen, sind im Wesentlichen drei Schritte notwendig.

Erstens: die Optimierung des bestehenden Lizenzbedarfs auf Basis der tatsächlichen Nutzung.

Zweitens: die Einführung eines Berechtigungskonzeptes, welches die Lizenzmetrik berücksichtigt und die Berechtigungen an die Nutzung anpasst.

Und drittens: eine Analyse der Auswirkungen bei einer S/4-Migration. Mit diesen drei Schritten und einem SAM-Tool zur Automatisierung der Schritte schaffen SAP-Kunden eine kontinuierliche Transparenz über den eigenen Lizenzbedarf, auch in der neuen hybriden Systemlandschaft.

https://e-3.de/partners/aspera-gmbh/

Über den Autor

Vera Vianden, Aspera

Vera Vianden ist Account und Project Delivery Manager bei Aspera.

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