Die Meinung der SAP-Community MAG 1809 Satire: Das Letzte

Mehrfacheinnahmen

Das-Letzte-Satire

Das Prinzip der Nachverrechnung wurde durch SAP während der Herrschaft von McDermott-Vorgänger Léo Apotheker eingeführt. Der Kurzzeit-CEO war ein genialer Verkäufer und Geldbeschaffer.

Wie sein Vorgänger Léo Apotheker ist auch SAP-Chef Bill McDermott ein genialer Verkäufer. Was zählt, ist Umsatz, und jeder im SAP-Reich hat beizutragen. Vorstandssitzungen sind Planungsgespräche mit dem Ziel, noch mehr Umsatz zu generieren.

Da werden gegen den Willen von SAP-Technikvorstand Bernd Leukert strategische Produktentwicklungen verworfen und gestoppt. Halb fertige Produkte werden in den Markt gepresst. Was zusätzliche Lizenzen und Pflegegebühr verspricht, steht ganz oben auf der Liste.

SAP versucht durch zahlreiche Winkel­züge und Tricks, einfache Leistungen mehrfach zu verrechnen! Bestes Beispiel ist die sogenannte indirekte Nutzung.

Für den Lizenzlaien schnell erklärt: Ab dem Moment, wo ein bezahltes und installiertes IT-System nicht genau in dem Umfang und zu dem Zweck verwendet wird, wie es sich der Hersteller wünscht, verlangt dieser als „Strafgebühr“ nachträglich Lizenzzahlungen. Das SAP-System wird über eine „verbotene“ Grenze hinaus verwendet, was direkte Lizenzzahlungen für diese „indirekte“ Nutzung bewirkt.

Platzgummer Apr09 Dltz

Erstmals wurde die Karikatur von Robert Platzgummer (1975 bis 2016) in der E-3 Ausgabe April 2009 veröffentlicht. Sie zeigt den damaligen SAP-Chef Léo Apotheker beim doppelten Lizenzieren einfacher SW-Produkte (indirekte Nutzung). Bill McDermott hat diese Charaktereigenschaft gerne übernommen.

In vertraulichen Gesprächen wird zugestanden, dass es sich um willkürliche Nutzungsdefinitionen handelt, die lediglich das Ziel der Umsatzsteigerung, also Mehrfacheinnahmen, haben.

Letztendlich soll der SAP-Bestandskunde für bereits erworbene Software nochmals zahlen, nur weil er diese nach SAP-Ansicht nicht regelkonform verwendet. Die dazugehörigen Regeln modifiziert SAP nahezu jedes Quartal.

SAP’sche Mehrfacheinnahmen sind aber nicht auf „indirekte“ Nutzung beschränkt. Ein anderer Lizenz-Workflow bedeutet für den Bestandskunden einen zunehmend eingeschränkten Funktionsumfang mit jedem weiteren Versionswechsel, sodass am Ende das Produkt kaum noch das leistet, wozu es einst customized wurde.

Mit dem Ergebnis, dass teure Add-ons bei SAP nachlizenziert werden müssen. Oder SAP streicht ersatzlos eine Produkt­linie aus der Preisliste. Der Bestandskunde muss ein ähnliches Produkt erneut lizenzieren: Für den Endanwender bleibt der Funktionsumfang nahezu identisch, aber SAP hat zweimal Lizenzen verrechnet.

Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen lässt sich leicht an den Bilanzsummen und dem Aktienkurs verifizieren. SAP wächst und der Aktienkurs steigt, obwohl sich SAP in einem weitgehend gesättigten Markt bewegt. Woher kommen die Mehrfacheinnahmen, wenn nicht von den SAP’schen Lizenztricks?

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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