Coverstory 1810 MAG 1810

Wann kommt S/4 Hana Utilities?

[shutterstock.com: 425165977, berkut]
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Geschrieben von Michael Seifert, Gisa

SAP-Software, gerade auch die Utilities-Abrechnungslösung IS-U, ist Grundlage für den Großteil der deutschen Strom- und Gasabrechnungen. Mit der Transformation des bisherigen ERP zu S/4 Hana und dem Wartungsende 2025 blickt die Branche derzeit mit vielen Fragezeichen in die Zukunft.

Egal ob Konzern oder Stadtwerk, die Lösungen aus Walldorf sind bei den meisten gesetzt. Gegenwärtig nutzen viele SAP ERP und dazu, aber als getrennte Instanz, ein SAP IS-U.

Die meisten bei Versorgern genutzten SAP-IS-U-Instanzen sind heute aber schon mehr als zehn Jahre alt. Ein Ende der Entwicklung ist erreicht. Zudem sind die Systeme über die Jahre sehr individuell für die Bedürfnisse des jeweiligen Nutzers ausgeprägt worden.

S/4: Große Unsicherheit

Wenn es um die Vorzüge von S/4 Hana für die Versorgungsbranche geht, ist die Unsicherheit auf Kundenseite groß. Mit dem Release 1809 sollen erste Utilities-Funktionalitäten ausgeliefert werden.

Sollten sich EVU (Energieversorgungsunternehmen) jetzt mit dem Thema beschäftigen? Wie kann der Umstieg vollzogen werden? Was bringt mir der Umstieg? Das sind Fragen, mit denen Berater von Gisa, einem der größten IT-Dienstleister für die Branche in Deutschland, konfrontiert werden.

Immerhin: Es wird gefragt, die Dringlichkeit des Themas ist bekannt. Eines ist klar, die Branchenlösung SAP IS-U wird es in der heute bekannten Form nicht mehr geben. Vielmehr werden Funktionalitäten für die Branche direkt mit S/4 ausgeprägt werden.

Auch die Experten von Gisa sind hier gespannt, ein Demonstrations- und Beratungssystem für die neuen Funktionalitäten steht bereit – für das eigene Testen und ab diesem Herbst auch für eine qualifizierte Beratung von Bestandskunden und von interessierten Unternehmen der Branche.

„Wir setzen derzeit in der Gisa auf ein Erfahrungs- und Beratungssystem. Das Beratungssystem S/4 Utilities wird kontinuierlich mit allen verfügbaren Funktionen und Inhalten auf dem jeweils aktuellsten Stand zur Verfügung stehen“

sagte Jörn Haußen, Leiter Beratung Utilities bei Gisa.

„Wir kümmern uns derzeit intensiv um unsere Bestandskunden, um neue Strategien zu entwickeln, um sie fit zu machen für das, was derzeit noch keiner kennt: S/4 Utilities.

Im System stellen wir mehrere Überlegungen zu den Themen Architektur, Schnittstellen und Integration sowie natürlich zu kommenden Cloud-Anwendungen an. Ziel ist es, immer vorn zu sein in der praxisnahen Beratung: bei On-premise und Cloud“

betont Haußen.

Seifert-Michael

Strategische Argumente für S/4

Die Entwicklung der SAP Business Suite hin zu einem S/4 Hana Enterprise Management und das Ende der Wartung für die SAP Business Suite 2025 stecken einen Zeitrahmen ab. Gisa verfolgt dabei die Strategie einer nutzenorientierten langfristigen Kommunikation zum Kunden.

Nur auf strategische Art – und vor allen Dingen langfristig – wirken die Vorteile der nächsten Generation der SAP Business Suite. Mit In-memory-Technologie und der Möglichkeit von komplexen Abfragen in Echtzeit sowie dem integrierten Einsatz von Embedded Analytics werden schon jetzt bessere Entscheidungen im Unternehmen möglich.

Dazu kommt das Leistungsargument. Denn die Verarbeitung großer Datenmengen bei maximalem Durchsatz sowie Anwendungen, die speziell für Hana programmiert werden, dienen eindeutig der Prozessoptimierung. Hinzu kommt das Argument einer höheren Produktivität.

Das Fiori-UI Design, welches intuitiv, nutzerfreundlich und responsiv für alle Endgeräte konzipiert ist, wird zukünftig als ein wichtiges proaktives Argument für S/4 Hana wirken.

Hana-Roadmap – Schritt für Schritt

Auch wenn es derzeit gerade mit Blick auf die IS-U-Komponenten und das neue S/4 Hana Utilities noch eine Reihe von Unklarheiten gibt, sollten Versorger zügig mit ihrer Roadmap starten.

Energiedienstleister, wie auch der Gisa-Kunde und Regionalversorger enviaM, sind bereits seit Jahren mit Hana-Systemen erfolgreich produktiv und haben eine Hana-Strategie. Der mit SAP Hana verbundene Änderungsprozess ist dabei nicht zu unterschätzen.

Einige Unternehmen nehmen dies zum Anlass, ihre Sourcing-Strategie auf den Prüfstand zu stellen, andere müssen sich grundlegende Know-how- und Infrastrukturfragen stellen. Daher spricht vieles dafür, mit einer Hana-Roadmap zu starten.

Aktuelle Hana-Entscheidungen sind häufig gestützt durch positive Effekte in der Ablösung der Wartung von Nicht-SAP-Datenbanken. Auch die IS-U umgebenden SAP-Systeme unterliegen einem Modernisierungsbedürfnis. Viele Unternehmen nehmen den Planungsdruck zum Anlass, ihre gesamte SAP-Landschaft zu analysieren.

Darüber hinaus ist für viele Energieversorger das SAP CRM in seiner finalen Ausgestaltung bis 2025 ein Diskussionspunkt. SAP hat diesbezüglich ebenfalls Neuigkeiten für das kommende S/4 Utilities Release angekündigt.

„Wichtig ist, jetzt strategisch zu starten“

betont Jörn Haußen aus Beratungs- und Kundensicht noch einmal.

„Unternehmen können jetzt schon mit der Transformation ihres ERP in die neue S/4-Business-Suite starten“

so Haußen.

Möglich sei als Zwischenschritt auch ein Umzug der Systeme auf die Hana-Datenbank.

„Egal wie Versorger ihre Roadmap anlegen wollen: Jede Transformation braucht eine Vorbereitungsphase. Diesen Schritt sollte man in jedem Fall tun“

betont Jörn Haußen abschließend.

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Über den Autor

Michael Seifert, Gisa

Michael Seifert ist Leiter Architecture Management & Business Transformation bei Gisa.

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