MAG 1807 Szene

KI – sehr praktisch und individuell

[shutterstock.com: 1076040071, Dplus visuals]
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Geschrieben von E-3 Magazin

Nachbericht zur 1. Handelsblatt-Konferenz „Künstliche Intelligenz“.
Künstliche Intelligenz ist angesagt und kaum eine Woche vergeht ohne Konferenz zu diesem Thema. Der Höhepunkt an Information und Bildungsarbeit wurde bereits im März dieses Jahres mit der 1. Handelsblatt-Konferenz „Künstliche Intelligenz“, veranstaltet vom Euroforum in München, erreicht.

KI ist ein Megatrend und fast jeder IT-Anbieter stattet aktuell seine Produkte mit etwas KI-Ähnlichem aus. Der Handelsblatt/Euroforum-Veranstaltung gelang es hier vorbildlich, die „Spreu vom Weizen“ zu trennen.

Drei mittelfristige Erkenntnisse kristallisierten sich auf der zweitägigen Tagung heraus: KI ist schon wesentlich weiter, als in der öffentlichen Wahrnehmung geglaubt wird; KI ist ein Massenmarkt bezüglich Frameworks und Cloud Computing; produktive und verifizierbare Lösungen entstehen aufgrund individueller Bedürfnisse und Kompetenz.

KI als Produkt ist anders als existierende IT-Produkte, damit war es auch nicht überraschend, dass SAP mit Abwesenheit glänzte, Siemens sehr präsent war und die vielleicht beste und nachhaltigste Präsentation vom SAP-Bestandskunden Trumpf kam.

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Trumpf zeigte eine Remote/Predictive- Maintenance-Lösung auf Basis von Microsoft Azure: Im Sinn von vorausschauender Wartung und Fehlerbehebung werden die Geräusche einer CNC-Maschine mittels Smartphone aufgenommen und an einen Machine-Learning-Algorithmus in der Azure-Cloud gesandt.

Das neuronale Netzwerk liefert eine Analyse des Maschinenzustands. Neben der innovativen Nutzung des KI-Frameworks in der Microsoft-Wolke zeigt dieses Projekt von Trumpf sehr deutlich, was unter digitaler Transformation auf Basis aktueller Technologien gemeint sein kann: die Optimierung und Adaptierung von Prozessen.

Traditionell hätte man sich vielleicht per Datenleitung mit der CNC- Maschine verbunden, um den Status abzufragen. Dieser Weg birgt aber die Gefahr von „Datenmissbrauch“ in sich. Eine direkte, physische Verbindung zwischen den Maschinen und der Serviceorganisation liegt weder im Interesse des Anwenders noch in dem von Trumpf. Die Schnittstelle „Akustik“ entschärft das Problem eines möglichen Missbrauchs von CNC-Daten.

Die KI-Tagung in München zeigte nicht nur, dass Anwender teilweise die innovativeren Lösungen als die Anbieter wie SAP mit dem Framework Leonardo haben, sondern auch, dass die innovativen Anbieter selbst nicht mehr KI-Frameworks anwenden, um Lösungen zu etablieren: Sie verwenden KI, um KI-Lösungen erstellen zu lassen.

Die ersten neuronalen Netzwerke für Machine/Deep Learning wurden noch von Menschen konstruiert: Deep Feed Forward, Recurrent Neural Network, Long/Short Term Memory, Deep Convolutional Network und Restricted Boltzmann Machine.

Mittlerweile produzieren neuronale Netzwerke Tausende Modifikationen ihrer selbst und sortieren die unzureichenden automatisch aus. Auch das lernten die Besucher der Handelsblatt/Euroforum-Tagung.

KI ist über Cloud Computing und Open- Source-Frameworks heute jedem zu relativ günstigen Preisen zugänglich. Kleinere KI-Konzepte können bei AWS, Google und Microsoft nahezu kostenfrei evaluiert werden.

Wie das Beispiel des SAP-Bestandskunden Trumpf zeigt, braucht es das proprietäre Framework SAP Leonardo nicht. Damit wurde offensichtlich, dass die KI-Kompetenz bei den Anwendern liegt, die aber oft und nachhaltig auf die Unterstützung von Anbietern wie Siemens oder Bosch zurückgreifen – als Unterstützung in den eigenen Projekten. Es werden aber nur ganz selten fertige KI-Lösungen gekauft.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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