DevOps Kolumne Die Meinung der SAP-Community MAG 1807

Silos sprengen: Mit DevOps einfach effizienter zusammenarbeiten

DevOps
Geschrieben von Norman Merten, QSC

DevOps ist in aller Munde. Aber viele Unternehmen tun sich schwer mit agiler Entwicklung. Gerade auch dann, wenn es um die eigenen SAP-Systeme geht. Woran das liegt. Und wie es sich ändern lässt.

DevOps bringt Unternehmen mit agilen Methoden und automatischen Abläufen schneller ans Ziel. Methoden, die Silos sprengen und Teams zusammenbringen. Werkzeuge, die helfen, die Qualität von Produkten und Services zu steigern, Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Zeit bis zur Marktreife eines Produkts zu beschleunigen.

Warum das wichtig ist? Weil die Anforderungen der Kunden an Geschwindigkeit gestiegen sind, die Märkte dynamischer und der globale Wettbewerb härter werden.

Ich bin überzeugt davon: Wer auf DevOps setzt, gewinnt Tempo und erhöht seine Wettbewerbsfähigkeit. Denn damit werden Unternehmen in nahezu allen Bereichen der Digitalisierung agiler. Voraussetzung: Sie müssen umdenken, dazulernen – und bereit sein, Kompromisse einzugehen.

Kurz:

Der Einsatz von DevOps verlangt nicht weniger als nach einem Kulturwandel. Es gilt, kompakte DevOps-Teams zu bilden und diese nicht nach Fachabteilungen zu gliedern, sondern entlang der Unternehmensprozesse aufzustellen. Diese Kompetenzteams brauchen dann zudem Freiräume, um eigenständig entscheiden zu können.

So sind Entwickler, UX-Consultants und Produktmanager doch selbst die besten Experten für alle fachlichen und operativen Fragen. Auch dann, wenn es um Budget und Ressourcen geht: Hat das Kompetenzteam hier Freiheit, macht auch das die Arbeit agiler.

Damit das in einem Unternehmen gelingt, bedarf es Mut und Vision. Mut, um neue Wege zu gehen. Und Vision, um zu erkennen, wie sich daraus Kapital schlagen lässt.

Ein Beispiel:

Ich betreue Handelsunternehmen und erlebe hier ein aufgeschlossenes Klima für DevOps. Warum? Die Unternehmen arbeiten mit xs. Wer seine Waren im großen Stil über einen Online-Shop absetzt, weiß, welch große Wirkungen kleine Änderungen haben können:

So setzen die Anbieter beispielsweise auf A/B-Tests, um im laufenden Geschäftsbetrieb herauszufinden, welche Variante eines Startseitenlayouts mehr verkauft. Eine Mentalität, die ihnen bei DevOps hilft: „Always Beta“ meint nicht ein Leben auf der Softwarebaustelle. Sondern Entwicklungsarbeit selbst als Prozess zu verstehen, der im laufenden Betrieb Raum für Verbesserung bietet.

Geht es um betriebswirtschaftliche Echtzeit-Abläufe, kommt SAP ins Spiel. S/4 Hana macht den Faktor Zeit ein für alle Mal zu einer neuen Währung. Wie sich hier mit DevOps Fahrt aufnehmen lässt: zum Beispiel bei den SAP-Microservices, UI5-Applikationen und Cloud Foundry Deployments.

Statt eine Anwendung nach bewährter Wasserfallmethode zu gebären, bringen kleine DevOps-Teams mit kurzen Entwicklungszyklen und automatisierten Testverfahren benötigte Anwendungen viel rascher zur Welt. Über Tools lassen sich Apps per Mausklick zusammenbauen. Auch Nutzerinteraktionen sind so rasch simuliert und Probleme identifiziert.

Wenn es um Kernprozesse geht, stößt DevOps an Grenzen: Im Zentrum jedes ERP-Systems ist Stabilität gefragt. Manifestiert im jahrelang individualisierten monolithischen Kern. Wer Belege und Transaktionen leichtfertig ändert, weil sie der einen Abteilung nützen, kann Seiteneffekte auslösen, die für andere hinderlich sind.

Das Problem: Die SAP-Systeme sind zu groß, der Voraufwand unwirtschaftlich. Wer auf DevOps setzt, muss auf Systeme und Testszenarien vertrauen und Zielergebnisse definieren. Das lässt sich bei Front-End-Applikationen leichter realisieren – nicht aber bei einer gewachsenen SAP-Landschaft.

Aber:

SAP schwört die Unternehmer bei S/4 Hana auf den Greenfield-Ansatz ein. Wer hier aufräumt, sich am Standard orientiert, schafft auch neue Chancen: um in Echtzeit zu entscheiden. Und das neue SAP-System fokussiert auf Unternehmensprozesse, nicht auf Abteilungen, agil mit ­DevOps so zu entwickeln. Dann schließen sich SAP und DevOps – auch im Kern – nicht aus.

Über den Autor

Norman Merten, QSC

Norman Merten ist Retail Consultant & Innovation Architect bei QSC.

2 Kommentare

  • Sehr geehrter Herr Di Croce,

    vielen Dank für Ihren Kommentar und die Verlinkung zu dem Angebot der Realtech AG. Aus meiner Sicht ist der Einsatz von Tools und Erweiterungen / Entwicklungen sehr wichtig, jedoch fehlt oftmals das Mindset DevOps einsetzen zu wollen. Ihr Einsatz in dem Bereich hilft hoffentlich Kunden und Organisationen von diesem Ansatz zu überzeugen.

    Viele Grüße

    Norman Merten

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