Die Meinung der SAP-Community Lünendonk - Kolumne MAG 1807

Keine erfolgreiche digitale Transformation ohne Mitarbeiter

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Wenn es um die digitale Transformation geht, wird vorwiegend über den Einsatz von Technologien diskutiert. Neben den Möglichkeiten von Cloud Computing, KI, IoT, Big Data, traditionelle Geschäftsmodelle zu verändern, sind aber vor allem die Mitarbeiter ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Für eine nachhaltige digitale Transformation benötigen Führungskräfte und Mitarbeiter in einer immer digitaler werdenden Welt zunächst Orientierung darüber, welche Chancen ihnen die Digitalisierung bietet – bezogen auf den Faktor Personal wird in der öffentlichen Diskussion leider viel zu häufig über Arbeitsplatzabbau gesprochen.

Weiterhin ist Weiterbildung in neue digitale Themen ein sehr wichtiger Faktor, ebenso wie Incentivierungssysteme, wenn Digitalisierungsprojekte erfolgreich umgesetzt werden. Und „agil“ darf nicht fehlen.

Nahezu alle Unternehmen, die IT-Projekte umsetzen, arbeiten mehr oder weniger mit agilen Methoden – oder was sie dafür halten. Hier mangelt es in der Praxis an Methodenwissen sowie an einem klaren Verständnis, was agile Entwicklung eigentlich bedeutet und benötigt – vor allem ­klare Strukturen und Ziele.

Während in der Vergangenheit vor allem die Einführung immer neuerer Technologien im Fokus stand, erkennen nun immer mehr Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter eine zen­trale Rolle bei der Digitalisierung spielen und ohne ihr Commitment neue digitale Technologien keinen Wert haben. Dies zeigen die Ergebnisse der Lünendonk-Studie „Busi­ness Innovation & Transformation – Wo stehen Unternehmen heute?“.

Veränderungsbereitschaft als Erfolgsfaktor

Laut 62 Prozent der befragten Führungskräfte ist es demnach „sehr wichtig“, dass ihre Mitarbeiter Veränderungsbereitschaft zeigen. Weiteren 34 Prozent ist dieser Aspekt „wichtig“.

Dahinter verbirgt sich die Ansicht, dass ein Unternehmen noch so viele gute Ideen, Strategien und ausgereifte Technologien besitzen kann, wenn die Mitarbeiter nicht bereit sind, den Wandel mitzugestalten, scheitert häufig die Umsetzung.

Nicht selten blockieren Mitarbeiter den digitalen Wandel aufgrund der Sorge, die eigene Arbeit zu verlieren. Hier ist es an den Unternehmen gelegen, diesen Befürchtungen entgegenzuwirken.

Eine positive Einstellung der Belegschaft und die Motivation, den digitalen Wandel im Unternehmen voranzutreiben, sind somit essenziell für eine erfolgreiche Transformation.

Digital Education

Zudem müssen die Mitarbeiter zu digitalen Themen geschult werden (Digital Education). Für 58 Prozent der befragten Unternehmen gehören Weiterbildungsmaßnahmen zu den Top-Faktoren und weiteren 35 Prozent sind diese wichtig.

Technische Weiterentwicklungen finden in immer kürzeren Zyklen statt. Dies hat zur Folge, dass die Mitarbeiter auch ständig neues Wissen erlernen müssen. Der Wissensvorsprung von Mitarbeitern führt zudem zu einem Wettbewerbsvorteil am Markt.

Somit stehen Unternehmen in der Verantwortung, ihren Mitarbeitern Schulungen und Trainings kontinuierlich zu ermöglichen. Aber auch die Mitarbeiter selbst sind gefordert.

Sie sollten sich selbst durch die aktive Suche nach Weiterbildungsmaßnahmen bemühen. Diese werden im Internet auch häufig kostenfrei angeboten, wie beispielsweise YouTube-Tutorials.

Herausforderung: Aufbau von Fachkräften

Ebenfalls von großer Bedeutung (86 Prozent) ist es für die Unternehmen, digitale Talente aufzubauen. Vor allem vor dem Hintergrund eines für bestimmte Skills leer gefegten Fachkräftemarktes in Bereichen wie Big Data (Data Science), agile Softwareentwicklung oder Cloud müssen sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber präsentieren.

Neben einer aus­geprägten Technologiekompetenz be­nötigen Mitarbeiter auch analytische Fähigkeiten, um Erkenntnisse aus Kunden- und Marktdaten für neue Geschäftsmodelle zu ziehen. Der Kampf um die ­geeigneten Fachkräfte kann für den entscheidenden Wettbewerbsvorsprung sorgen.

Neue Konzepte sind hier gefragt, wie zum Beispiel strategische Initiativen, mehr Frauen für IT-Jobs zu begeistern. Aber auch Partnerschaften und Kooperationen werden aktuell sehr häufig genutzt, um fehlende Kompetenzen auszugleichen.

Über den Autor

Mario Zillmann, Lünendonk

Angestellt als Senior Consultant bei der Lünendonk GmbH

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