Die Meinung der SAP-Community MAG 1807 Satire: Das Letzte

„C/4HANA“ ohne Kopf

Das-Letzte-Satire

Wieder einmal nimmt SAP Anlauf, um das weltbeste CRM-System zu bauen. Die Versuche lassen sich kaum noch zählen. Diesmal soll es ein Best-of-Breed-Ansatz werden.

SAP hat mit Hana eine gute Datenbankplattform und hat mit viel Geld in der Vergangenheit mehrere Softwareunternehmen zugekauft. Nun scheint die Zeit der Konsolidierung anzustehen: Das neue CRM soll eine Struktur, eine Strategie und einen Kopf bekommen!

Die weltbesten ERP-Programmierer arbeiten für SAP. Aus technischer Sicht ist SAP über jeden Zweifel erhaben. Aber ein neues CRM-Programm aus zahlreichen Altlasten und ebenso vielen Zukäufen zu konstruieren ist eine andere Dimension.

Zuerst müssen die SAP-Techniker die Altlasten analysieren und die zugekauften Algorithmen verstehen. Es ist eine bekannte Sisyphusaufgabe, fremde Algorithmen zu begreifen.

Viele Wiederbelebungsversuche von Alt-Software sind schon gescheitert – am Ende entschied man sich dann nur allzu oft fürs Neuprogrammieren! SAP-Chef Bill McDermott und CFO Luka Mucic betonten die hervorragende Prozesskompatibilität aller zugekauften Software-Komponenten.

Und wirklich: Über Schnittstellen auf Basis von NetWeaver PI (Process Integration) und der Hana Cloud Platform (HCP) war schon vieles möglich – aber das neue SAP’sche CRM „C/4 Hana“ soll ein konsistenter End-to-End-Prozess ohne Medienbruch werden.

Platzgummer 1808

dDer Aufwand für SAP wird gewaltig sein und die Gefahr ist groß, dass am Ende ein CRM-Konstrukt ohne klare Linien und ohne Kopf dasteht.

Brauchen die SAP-Bestandskunden ein derartiges eierlegendes Wollmilch-CRM? E2E, am Anfang C/4, am Ende S/4, mag faszinieren. Der technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Aufwand könnte unüberschaubar werden.

Vielleicht wollen nicht alle Mitarbeiter in diesem E2E-Prozess mit SAP-Software arbeiten? Eine konsolidierte Datenbasis mit dem SAP Data Hub ist sicher sehr sinnvoll, aber warum nicht am Anfang einen Online-Shop von Adobe/Magento, dann ein CRM von Salesforce, etwas Predictive Analytics aus Hana PAL, und Configure-Price-Quote-Software von einem SAP-Partner wie Schaarschmidt etc.

Bestandskunden wollen entweder Best-of-Breed mit dem SAP Data Hub oder ein CRM mit Hand, Fuß und Kopf. Die technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Konsolidierung von Hybris über Gigya bis Callidus – die SAP-Zukäufe der vergangenen Jahre – erscheint als Mammutaufgabe:

Man vergleiche die Bemühungen von SAP, die zugekaufte Software Hybris mit ERP/ECC 6.0 zu synchronisieren – ein Vorhaben, das heute noch viele SAP-Bestandskunden beschäftigt. (pmf)

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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