Infrastruktur MAG 1806

SAP in der Oracle-Cloud

Santiparp Wattanaporn / Shutterstock.com
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Geschrieben von Thomas Schüle, oracle

SAP-Kunden sind jetzt in der Lage, weitreichende Best-Class-Cloud-Services von Oracle flexibel, sicher, hochperformant und kosteneffektiv im Mission-Critical-Umfeld zu nutzen. In einem Vergleich von Accenture und weiterer Analysten erzielte die Oracle Cloud Infrastructure die besten Ergebnisse.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres erfolgte die Zertifizierung beziehungsweise die Freigabe der zentralen SAP-NetWeaver-Komponente SAP Application Server Abap/Java für Oracle Cloud Infrastructure durch den langjährigen Oracle-Partner SAP.

Jetzt im April erfolgte zusätzlich die Freigabe für Exadata-as-a-Service. Das heißt, Exadata Database Machines in der Cloud. Damit können in der Konsequenz SAP-Kunden ihre Business-Suite-Applikationen mit ERP oder auch NetWeaver-basierte BI-, CRM- oder SCM-Anwendungen in der Oracle Cloud Infrastructure betreiben.

Sie kombiniert die Elastizität beziehungsweise die Nutzungsmöglichkeiten einer effizienzsteigernden Public Cloud mit denen einer On-pre­mise-Infrastruktur, die auf High Performance, High Availability und kosteneffiziente In­frastrukturservices ausgerichtet ist. So, wie man es von Oracle gewohnt ist.

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Oracle Cloud Infrastructure stellt ein Element aus dem breiten Oracle-Cloud-Lösungsangebot dar, das bekanntlich auch PaaS (Platform as a Services) oder SaaS (Software as a Service) beinhaltet.

Im Zusammenhang mit Oracle Cloud Infrastructure werden vielfältige Kerninfrastrukturressourcen gemäß Infrastructure-as-a-Service-Prinzipien auf Subskriptionsbasis bereitgestellt.

So etwa flexibel verwendbar Compute- sowie Storageleistungen, damit Unternehmen ganz unterschiedliche Workloads in Form von Cloud-Services vorteilhaft und sicher nutzen können. Aber auch Database Services mit der marktführenden Database von Oracle können angebunden werden.

Nach wie vor setzt das Gros aller SAP- Kunden weltweit aus ganz unterschiedlichen Branchen – sei es aus dem Midsize-Umfeld, sei es bei großen oder den größten Unternehmen – die Database von Oracle for SAP, Exadata Database Machine for SAP oder zahlreiche weitere Oracle-Innovationen oder -Produkte sowie Lösungen ein, um ihr Business zu forcieren beziehungsweise ihre IT zu optimieren.

Auch in Zeiten einer verstärkten Digitalisierung und trotz SAP Hana oder S/4. Nach wie vor gilt das Commitment, dass Oracle mit seinen Lösungen for SAP so lange Business-Suite-Kunden unterstützt, solange SAP die Business Suite unterstützt. Und jetzt eben neu: die Nutzung von SAP in der Oracle Cloud Infrastucture zusammen mit der bewährten Oracle Database for SAP.

Accenture hat Leistungen und Preise verschiedener Cloud-Anbieter verglichen. Dabei schnitt Oracle Cloud Infrastructure besser als die Konkurrenz ab. Sowohl was die erreichten Transaktionen und die Latenzzeiten anbelangt als auch was die Kosten anbetrifft. (Quelle: Accenture)

Accenture hat Leistungen und Preise verschiedener Cloud-Anbieter verglichen. Dabei schnitt Oracle Cloud Infrastructure besser als die Konkurrenz ab. Sowohl was die erreichten Transaktionen und die Latenzzeiten anbelangt als auch was die Kosten anbetrifft. (Quelle: Accenture)

Use Cases, Enterprise-Nutzung

Ausgelegt sind die Cloud-Infrastructure-Angebote von Oracle für SAP-Kunden mit NetWeaver-basierten Applikationen für unterschiedliche Use Cases: für die schnelle und kostensparende Bereitstellung von Test- und DEV-Systemen ebenso wie für die Nutzung von QA- und PROD-Systemen ohne separate Hardwareinvestitionen oder das aufwändige Managen verschiedener Infrastrukturkomponenten.

Oder auch: für den Aufbau und Betrieb einer Disaster-Recovery-Lösung auf Basis von Oracle Database for SAP, Test- und Einsatz der Oracle 12c In Memory Option, der Oracle Multitenant Option und vieles andere mehr.

Pluspunkte dabei: Alle Oracle-based- SAP-Applikationen lassen sich mit allen Customizing-Einstellungen in der Oracle Cloud Infrastructure betreiben, was sicherstellt, dass getätigte Investitionen geschützt bleiben.

Gleichzeitig eröffnen sich Freiräume, um Innovationen – etwa im Rahmen von Digitalisierungsvorhaben – voranzutreiben. Zum Beispiel auch in der Art, dass sich im Rahmen von Cloud-Initiativen weitere Oracle-Offerten aus dem breiten Cloud-Services-Angebot verwenden lassen, zum Beispiel Mobile Integration Services, Blockchain Services oder KI-Services.

Im Fokus von Oracle als Best-Class-Cloud-Anbieter stehen im Zusammenhang mit dem Enterprise-Applications-Einsatz, dass beim Cloud Computing faktisch das Gleiche gilt wie bei der On-premise-Nutzung:

eine hohe Performance, gewohnte Operations-/Governance- und Security-Ansprüche, eine qualitativ hochwertige Infrastrukturunterstützung samt Datenbankoptimierungen, eine ausreichend hohe Kostentransparenz oder auch der Rückgriff auf entsprechende Management-/Support-Services.

Vor diesem Hintergrund kommen bei OCI derzeit ausschließlich Bare Metal Instances („Ein Server ist ein Server“, ohne Virtualisierung) zum Zug oder es werden optimierte und leistungssteigernde IOPS-Methoden mit zum Teil einzigartigen Technologien eingesetzt.

Außerdem kann auf weitreichende Oracle-ACS-Dienstleistungsservices zurückgegriffen werden, die beispielsweise eine Migration in die Cloud begleiten, falls gewünscht.

Selbstverständlich wird von Oracle das Konzept einer Cloud-Nutzung nach Sektionen/Regionen unterstützt. Ein Oracle-Cloud-Rechenzentrum befindet sich etwa in Frankfurt.

Schuele Thomas

Unkomplizierte Migration in die Oracle Cloud Infrastructure

Wie im SAP-Umfeld üblich umfasst eine Zertifizierung einen definierten Rahmen beziehungsweise wurden gewisse verwendbare Regelkomponenten festgelegt. Im Rahmen der eingangs genannten SAP-Oracle-Zertifizierung sind dies im Wesentlichen jetzt:

SAP NetWeaver 7.X mit Unicode only, SAP-seitig; Oracle-bezogen die Oracle Database 11.2.0.4., 12.1.0.2 und 12.2.0.1 mit allen Features/Options, die für On-Premise gelten (zurzeit exklusive RAC und ASM sowie ohne Virtualisierung), sowie Oracle Linux 6 oder 7 als Betriebssystem. (Weiterführende oder detaillierte Informationen liefern die SAP Notes 2474949 oder 2520061.)

Des Weiteren werden über die Bare Metal Shapes hinaus auch ExaCS Shapes angeboten: derzeit als Qurater-Rack mit verschiedenen Ausbaustufen, von 22 bis 84 Prozess-Kernen; basierend auf Oracle Linux 6 und der Oracle-Datenbank 12.1.02 oder 12.2.0.1. Weitere Angebote für Half- und Full-Rack sind in der Planung. (Details hierzu finden sich in der SAP Note 2614028.)

SAP-Kunden können im Rahmen der Oracle Cloud Infrastructure momentan unter vier verschiedenen Cloud-Standard-Instances-Größen mit unterschiedlichen Memory Sizes (256,512 und 768 GB) und mehreren nutzbaren Database-­Storage-Volumen (Block Storage, 512 TB raw/12,8 TB NVMe beziehungsweise 51,2 TB NVMe) auswählen, die eine Leistung von über 72.230 SAPSen bereitstellen. Wobei das BYOL-Prinzip (ASFU und Oracle Database Full Licenses) Gültigkeit hat.

Ein Kernpunkt stellt im Zusammenhang mit der OCI-Nutzung die Datenbankmigration dar. Sie erfolgt in aller Regel nach abgeschlossenen Planungen, Vorarbeiten und Festlegungen wie etwa Einrichtung eines Oracle Infrastructure Accounts, Bestimmung eines entsprechenden Workload Sizing und Bare-Metal-Verwendung oder dem zu verwendenden Storage.

SAP-Oracle-Kunden können für die Datenbankmigration oder für das sogenannte „Lift and Shift into the Cloud“ in Verbindung mit OCI bei Nutzung oder dem Betrieb von Quell- und Zielplattform mit Linux (Linux x86_64) ebenfalls mehrere Optionen, Verfahren oder Methoden verwenden.

Für SAP-Kunden mit einer anderen Any-DB, welche Oracle Cloud Infrastructure nutzen möchten, empfiehlt sich zuvor eine Datenbankmigration, bei der Oracle (ACS Migration Services) oder gemeinsame Oracle-SAP-Partner Unterstützung bieten.

Die Tools oder Methoden für eine unkomplizierte Datenbankmigration in die Oracle Cloud Infrastructure dürften allen Oracle-SAP-Kunden bestens bekannt sein: R3load (SAP), Brspace (SAP), Oracle RMAN, O2O, Triple O und Oracle Dataguard physical standby. In Sachen Cloud-Migration können Oracle-SAP-Kunden übrigens ebenfalls auf die Advanced Customer Services (ACS) von Oracle zurückgreifen.

Der Konkurrenz voraus

Dass die angebotenen Oracle Cloud Services im Allgemeinen und die Oracle Cloud Infrastructure Services im Speziellen die Enterprise-Anwendernotwendigkeiten im Cloud-Zeitalter uneingeschränkt treffen, drückt sich zum einen in den steigenden Cloud-Umsätzen in jedem Quartal aus, die Oracle verbuchen kann.

Zum anderen gibt es von unabhängiger Seite Expertisen, die zeigen, dass Oracle der Cloud-Konkurrenz vorauseilt. Und das insbesondere in zweierlei Hinsicht: sowohl leistungsmäßig als auch was die zu entrichtenden Subskriptionskosten betrifft.

So stellt Accenture (Technology) in dem White Paper „Enterprise Worksloads Meet the Cloud“ fest, dass „bei Oracle Cloud In­frastructure bei der Nutzung mehrerer Zonen oder unterschiedlicher Data Center innerhalb einer Region etwa fünf Mal geringere Latenzzeiten auftreten als bei anderen Cloud-Anbietern“.

Zurückgeführt wird dies auf die von Oracle verwendeten Technologien. In anderen Studien etwa von Travedis oder Storage Report kann Oracle ebenfalls punkten.

Und in puncto Performance, speziell bei der Datenbank-Performance beim Enterprise-Großeinsatz mit „high-powered“ Workloads, kommen die Accenture-Spezialisten zu dem Schluss, dass „mit Oracle Cloud Infrastructure bis zu 7,8-mal schneller OLTP-Transaktionen durchgeführt werden können, verglichen mit anderen Cloud-Providern“.

Auch wurden von Accenture die Cloud-Subskriptionskosten unter die Lupe genommen. In einem dargelegten vergleichbaren Testfall lagen sie bei Oracle bei rund 200 US-Dollar, bei anderen Cloud-Größen bei rund 300 respektive mehr als 320 Dollar.

Fazit

Mit der Oracle Cloud Infrastructure bietet Oracle ein leistungsfähiges und sicheres Cloud-Angebot für anspruchsvolle SAP- Kunden. Interessierte Kunden können ein „Try it“-Programm nutzen, bei dem verschiedene Angebote selbst ausprobiert werden können.

Zudem gibt es für interessierte Kunden mit konkreten Plänen verschiedene Pre-Sales-Dienstleistungen, wie Workshops, Sizings, Referenz-Architekturen oder POCs. Abrufbar über zuständige Account Manager.

https://e-3.de/partners/oracle

Über den Autor

Thomas Schüle, oracle

Thomas Schüle, Business Development SAP Alliances bei Oracle.

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