MAG 1804 Management

Blühende IT-Landschaften

[shutterstock.com: 381869881, Gita Kulinitch Studio]
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Geschrieben von E-3 Magazin

Beim Gartenkeramikhersteller Scheurich war das SAP-System in die Jahre gekommen. Man entschloss sich für den Umstieg auf S/4 Hana. Doch zunächst musste das Familienunternehmen auf die neue Hana-Datenbank migrieren.

Mit 400 Mitarbeitern produziert Scheurich an zwei Standorten täglich bis zu 100.000 Artikel – von der Pflanzschale für den Kaktus über die Plantbag für die Küchenkräuter bis hin zum XXL-Pflanzgefäß für die Fächerpalme – auf hochautomatisierten Fertigungsstraßen mit Robotern, modernsten Brenn­aggregaten und Beschichtungsanlagen.

Eine Logistik mit vollintegriertem SAP-System ermöglicht die Belieferung der Kunden „just in time“.

„Hohe Flexibilität und kurze Lieferwege sind im Gartengeschäft ganz entscheidend“

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erklärt Geschäftsführer Reinhard Birven. Doch das SAP-System bei Scheurich war in die Jahre gekommen.

„Viele Prozesse entsprachen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik“

erinnert sich IT-Leiter Jörg Chemii.

Scheurich entschloss sich deshalb, mit S/4 Hana Finance ein neues Finanzsystem einzuführen, das auf den Strukturen des neuen Hauptbuches basierte. In einem zweiten Schritt sollte dann auch die Warenwirtschaft auf S/4 Hana Enterprise Management migriert werden.

Migrationsanalyse schafft Klarheit

Weil S/4 Hana die Verwendung der Datenbank Hana erforderte, ging dem Projekt zunächst ein Wechsel auf Hana und das Enhancement Package 7 voraus. Damit hatte Scheurich vor der Migration auf S/4 Hana bereits die SAP Business Suite on Hana im Einsatz.

Auf den Datenbankwechsel folgte der Abgleich mit den neuen Funktionalitäten in S/4 Hana.

„Im Zuge dieser Migrationsanalyse werden sowohl die technischen Rahmenbedingungen der IT-Systeme angepasst als auch die bestehenden Prozesse mit den neuen Funktionen von S/4 Hana abgeglichen“

erläutert Michael Riedel, CTO bei Innovabee.

Das Ergebnis: Es gab keine Änderungen in S/4 Hana, die mit den Prozessen bei Scheurich nicht vereinbar gewesen wären.

Systemlandschaft Scheurich E3 Magazin

Das Projekt war zunächst als Migration in zwei Schritten geplant: erst die Migration auf S/4 Hana Finance, dann auf S/4 Hana Enterprise Management. Mit dem Release 1610 änderte Scheurich die Planung und führte S/4 Hana Enterprise Management in nur einem Schritt ein. ©Innovabee GmbH

Individualentwicklungen in S/4 übernehmen

Auch seine Eigenentwicklungen konnte das Unternehmen weiter nutzen.

„Generell ist es natürlich sinnvoll, mit der Einführung von S/4 Hana auch die eigenen Prozesse zu überprüfen“

so der Projekt­leiter Frank Weinfurth.

„Aber aus technischer Sicht spricht nichts dagegen, Individualentwicklungen eins zu eins in das neue System zu übernehmen. Solange sie sauber am Standard programmiert sind, können Eigenentwicklungen auch nach der Migration ohne Probleme genutzt werden.“

Vor der eigentlichen Migration fand aber noch eine zweite Migrationsanalyse statt. Zwischenzeitlich war nämlich S/4 Hana 1610 verfügbar.

„Sämtliche S/4-Hana-­Finance-Funktionen waren damit im Kern von S/4 Hana Enterprise Management enthalten. Für uns war das der Anlass, unseren ursprünglichen Fahrplan zu ändern und S/4 Hana Enterprise Management in nur einem Schritt einzuführen“

so IT-Leiter Jörg Chemii.

 Wolfgang Schiek

Go-live nach neun Monaten

Auf die zweite Migrationsanalyse folgte dann die eigentliche Migration. Dafür wurde eine Systemkopie des alten SAP-Systems aufgesetzt, die notwendigen Transporte eingespielt, das Customizing umgesetzt, die Entwicklung vorangetrieben und der Custom Code angepasst. Abschließend folgte die finale Umstellung im Echtsystem.

„Im Zuge des Projektes haben wir drei Testmigrationen mit den entsprechenden Durchläufen und anschließenden Tests durch die Berater und Key User durchgeführt“

erklärt Frank Weinfurth.

„Damit konnten wir fast alle Probleme im Vorfeld analysieren und beheben.“

Seit dem Echtstart vor wenigen Wochen laufen die Prozesse bei Scheurich planmäßig und rund.

„Der reibungslose Go-live ist dem Einsatz des gesamten Projektteams zu verdanken“

erklärt Reinhard Birven.

„Aus Erfahrung wissen wir, dass es eine immense, intensive und kräfteraubende Arbeit ist, ein solches Projekt in so kurzer Zeit umzusetzen.

Umso mehr freuen wir uns, dass wir nun die Basis geschaffen haben, um zukünftig – mit der sukzessiven Einführung der Fiori-Technologie – beginnen zu können und hierdurch den Performancegewinn und die geplanten Funktionserweiterungen von S/4 Hana live nutzen zu können.“

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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