Die Meinung der SAP-Community Hausmitteilung MAG 1804

Fake News oder Haftungsausschluss?

Hausmitteilung
[shutterstock:426481501, BrAt82]

Fake News oder Haftungsausschluss? Es scheint sehr leicht zu sein, Fake News zu verbreiten, wenn jede Verantwortung abgestreift und ignoriert wird. Vielleicht ist der Mangel an Verantwortungsbewusstsein ein Grund für den Tsunami an Falsch­meldungen: Was kümmert mich das Geschwätz von gestern?

Es scheint, dass es zwei Aspekte gibt, die uns vor Fake News bewahren können: Verantwortungsbewusstsein auf der Seite der Informationsquelle und Medienvielfalt auf der Seite des Empfängers.

In den allermeisten Fällen sind die Informationsquellen Journalisten, Nachrichtenagenturen, Blogger, Analysten, aber auch Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben.

Individuen wie Politiker, Blogger, Kommentatoren und Influencer geben meistens eine sehr individuelle und persönliche Sichtweise wieder, was der Empfänger auch erwartet.

Nachrichtenagenturen, Analysten und Journalisten haben eine andere Aufgabe und eine andere Verantwortung. Somit wird traditionelle Pressearbeit auch oft als vierte Gewalt im Staat definiert: investigativer Journalismus!

Von Journalisten und Analysten muss man erwarten, dass sie gewissenhaft und umfassend recherchieren, dass sie transparent und ausgewogen berichten und dass sie auch Verantwortung dafür übernehmen, was unter ihrem Namen publiziert wird.

Ich halte diese Grundsätze für sehr wichtig, nicht nur wenn es um „Leben und Tod“ geht, sondern auch wenn es um weitreichende und nachhaltige Entscheidungen in wirtschaftlichen und technischen Bereichen geht.

Das E-3 Magazin ist sich seiner Verantwortung gegenüber der SAP-Community vollkommen bewusst. Ich weiß, dass unsere Berichterstattung auch Entscheidungen beeinflussen kann, die viele Menschen als SAP-Anwender betrifft und Millionen an Euro sparen oder kosten kann.

Unsere Berichterstattung zu SAP-Produkten und Lizenzen ist relevant für SAP-Bestandskunden und spürbar für SAP selbst, wenn sich eine Lizenznachforderung über Millionen Euro nicht durchsetzen lässt. Hier sind und wären Fake News unverzeihlich.

Fake News und Haftungsausschluss:

Falschnachrichten sind in sensiblen Bereichen unter allen Umständen zu vermeiden und umgehend zu korrigieren. Eine Haftung wird und kann der Journalist aber aus rein praktischen Gründen dennoch nicht übernehmen – allein schon weil dazu die operativen Mittel fehlen.

Ein Hana-System auszurollen und erst dann die Befugnis zu erhalten, darüber auch zu berichten, widerspricht dem journalistischen Selbstverständnis und Bildungsauftrag.

Wie aber ist diese Situation bei Experten, Beratern und Analysten zu klassifizieren, die für die Evaluierung von Hardware, Software und Lizenzen bezahlt werden?

Kann es auch hier einen Haftungsausschluss geben, wenn der Analyst zuvor für sehr viel Geld das ERP-System evaluiert hat? Darf der Installateur, nachdem er die Heizung montiert hat, jegliche Verantwortung abstreifen?

Der IT-Analyst darf offensichtlich „Fake News“ verbreiten und jeden Haftungsausschluss in Anspruch nehmen, wie die Fußnote einer Aussendung der Analysten von Gartner zeigt:

„Gartner unterstützt keine der in seinen Forschungspublikationen positionierten Anbieter, Produkte oder Dienstleistungen und empfiehlt IT-Anwendern auch nicht, nur Anbieter auszuwählen, die am höchsten eingestuft oder anderweitig ausgezeichnet wurden.

Gartner-Publikationen geben die Einschätzung des Marktforschungsbereichs von Gartner wieder, ihre Inhalte sollten nicht als Tatsachen interpretiert werden.“

Wie würde der Fachjournalismus im E-3 Magazin aussehen, wenn ich Hard- und Software erforsche und bewerte und danach dem Leser sage, er möge meine Erkenntnisse und Interviews bitte nicht als Tatsache werten?

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

Hinterlassen Sie einen Kommentar

AdvertDie Meinung 2