B2B2C-Kolumne Die Meinung der SAP-Community MAG 1804

Der Spagat zwischen S/4 Hana und Ariba

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Der Support für SAP SRM läuft 2025 aus. Die Konsequenz: Unternehmen müssen ihre zum Teil über Jahre aufgebauten komplexen Einkaufsprozesse neu abbilden. Die Lösung: S/4 Hana und SAP Ariba – und zwar in Kombination.

Einige Prozesse werden in Digital Core von SAP (S/4 Hana) nicht oder nur in begrenztem Umfang angeboten. Das führt dazu, dass IT-Verantwortliche ihre Prozesse zukünftig mit hybriden Ansätzen (on-premise und Cloud) realisieren müssen.

Ähnlich wie bei einem hybriden Automobil greifen hier zwei unterschiedliche Technologien ineinander, um in Kombination das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

In der Praxis bedeutet dies für die meisten Geschäftsvorfälle, dass Teilprozesse entweder in S/4 Digital Core, in der Ariba Cloud oder im Ariba Network abgebildet werden müssen.

Im „Guided Buying“ beispielsweise startet der Nutzer mit „Ariba Buying“ und steigt dort über den Ariba-Katalog in den Prozess ein. Die Bestellanforderung sowie die Bestellung erfolgen in S/4.

Ariba bildet anschließend die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten ab, während Waren- und Rechnungseingang in S/4 stattfinden. So profitieren Unternehmen von den Stärken beider Lösungen: S/4 bietet mit Real Time und dynamischer Planung sowie Analyse sofortige Einblicke.

Ariba punktet mit einer umfassenden Lösung für Katalog-, Angebots-, Verkaufs- und Rechnungsverwaltung inklusive Compliance und Ausschreibungsabwicklung sowie dem weltweit größten B2B-Marktplatz.

In der Kombination entsteht ein hybrides Modell, das Einkaufsprozesse optimal und mit SAP-Standardfunktionalitäten abbildet. So bleibt dieses komplexere Konstrukt dauerhaft wartbar und Unternehmen profitieren von jederzeit aktuellsten Releases.

Weitere Vorteile sind Echtzeitüberwachung sowie Exception Management für Qualitätsabweichungen, eine durchgängige Nachvollziehbarkeit und geringere Prüfkosten, wie im Sampling.

Die zwei Seiten der Cloud

Viele Unternehmen wollen S/4 Hana on-premise nutzen. Die Applikation steht dem Kunden exklusiv zur Verfügung, so wie er es von R/3 gewohnt ist. Neben der vollen Transparenz über Daten und Prozesse bietet der Eigenbetrieb Spielraum für individuelle Entwicklungen.

Ariba hingegen gibt es ausschließlich aus der Public Cloud. Diese verspricht Flexibilität und Konnektivität sowie die Sicherheit, dass Patches und Releases stets automatisch eingespielt werden. Für die Pflege der Infrastruktur fällt also kein zusätzlicher Aufwand an.

Doch die Wolke ist neben ihren Vorteilen nach wie vor eine Herausforderung für einige IT-Verantwortliche: Sie haben laut den Experten von Crisp Research Bedenken beim Datenschutz und Unsicherheiten zu den technologischen Bedingungen.

Zudem sehen sie große Herausforderungen darin, bestehende Anwendungen in der Cloud abzubilden. Insbesondere im SAP-Umfeld gibt es zahlreiche Eigen­entwicklungen, die passgenau für die kundenspezifischen Bedürfnisse und mit oft erheblichen Investitionen umgesetzt wurden.

Die IT-Verantwortlichen sind zudem bestrebt, zurück zum SAP-Standard zu gehen und so dauerhaft Prozesse und Systeme effizienter zu gestalten, Ressourcen zu schonen sowie Kräfte für Innovationsprojekte freizusetzen.

Damit einher gehen reduzierte Wartungskosten und die Möglichkeit, proaktiv auf Marktanforderungen zu reagieren. Die Ariba Cloud bietet dazu vorbereitete Integrationsszenarien, die Unternehmen schnell und einfach verwenden können.

Darüber hinaus verfügt die Lösung über zahlreiche Schnittstellen, sodass sie auch mit anderen Systemen kombiniert werden kann. Wie in jedem Transformationsprozess gilt es auch bei der Umstellung von SAP SRM auf S/4 und Ariba, die Nutzer während des Change-Prozesses mitzunehmen.

Eine He­rausforderung im hybriden Beschaffungsmodell liegt darin, dass die User auf zwei unterschiedlichen Oberflächen arbeiten. Welche Prozesse in der jeweiligen aktuellen (und zukünftigen) Business-Situation unter S/4 oder Ariba abgebildet werden sollen, ist darüber hinaus auch eine Frage der Kosten.

Das ist eine komplexe Aufgabe für IT-Abteilungen, die in vielen Unternehmen aus eigener Kraft kaum zu stemmen ist. Es gilt, zahlreiche Komponenten zu berücksichtigen.

Um den Weg in die hybride Zukunft erfolgreich zu beschreiten, greifen viele Betriebe daher auf erfahrene Experten zurück, die sie auf dieser Reise begleiten.

 

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Über den Autor

Elena María Ordóñez del Campo, T-Systems

Elena María Ordóñez del Campo, Senior Vice President SAP Solutions bei T-Systems.

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