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Variantenkonfiguration inklusive Preisfindung plus SAP

[shutterstock.com: 741320374, MicroOne]
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Geschrieben von Susanne Henkel, SAE

Die Innovationsgeschwindigkeit bei Configure-Price-Quote-Software ist seit jeher hoch. Sowohl der breite Mittelstand als auch Großunternehmen profitieren von den stetigen Neuerungen und Weiterentwicklungen.

Es war an und für sich ein simpler Use Case im Rahmen einer Messe vor vielen Jahren – bei der anwesenden Fach-Community erzeugte er jedoch sichtliches Erstaunen:

Ziel war die schnelle und einfache Erstellung respektive der Aufbau einer Variantenkonfiguration mit dem direkten Übergang in den Angebots- und Auftragsprozess.

So wurde im SAE-Konfigurator live eine Leiter konfiguriert (mit Echtzeit-CAD-Darstellung) mit automatischer SAP-konformer Preisfindung. Die Erstellung eines Fertigungsauftrags samt Materialbedarfsplanung, Stücklistenerstellung und -auflösung, Plausibilitäts- und Verfügbarkeitsprüfungen wurde automatisch vom System angestoßen.

Die anschließende automatische Übertragung des Auftrags an das SAP ERP erfolgte auf Knopfdruck und führte direkt zur Maschinenansteuerung. Die Produktion der Leiter im Verhältnis 1:20 wurde automatisch angestoßen und die kleine Produktionsstraße lief los.

Ein kompletter Prozess von der Erstellung der Modelle über die Konfiguration bis hin zur Auftragsübergabe und der automatisierten Maschinenansteuerung in Symbiose mit dem SAP ERP – und das alles am Beispiel eines schlichten Produkts, dessen Merkmalsausprägungen sich dennoch vielfältig darstellen können hinsichtlich Länge, verwendetes Material, Sprossenbreite, Sprossenabstand oder dem Beginn der ersten Sprosse. Industrie 4.0 im Jahre 2003.

Umgesetzt wurde dieser handfeste und anschauliche Use Case am SAE-Messestand mit den SAE-Applikationen SAE Developer, der CPQ-Applikation SAE Sales inkl. CAD und diversen SAE-eigenen Abap-Lösungen.

Dass sich durch diese Präsentation viele konkrete Aufträge/Kundenbeziehungen mit teils namhaften Weltfirmen ergaben, war nicht geplant, aber ein umso erfreulicheres Ergebnis.

Heute setzen Unternehmen unterschiedlicher Firmengröße in über 50 Ländern weltweit SAE Applikationen ein, darunter auch global agierende Keyplayer mit Milliarden-Umsätzen.

Einst als Unternehmensberatung für logistische Prozesse mit Spezialisierung auf das Thema Variantenkonfiguration und die effiziente Abbildung sämtlicher unternehmensinterner Prozesse innerhalb des SAP-Standards gegründet, agiert die SAE GmbH als inhabergeführtes Unternehmen mit SAP-Zertifizierungen.

Dabei verfügt das SAE-Team über eine breit gefächerte SAP-Modulkompetenz, CAD-Know-how über verschiedene Anbieter hinweg und ausgezeichnete Softwareentwicklungserfahrungen auch in den neuesten Technologien.

Seit mehr als 15 Jahren entwickelt SAE eigene Softwareapplikationen wie zum Beispiel die genannten Developer und Sales.

S/4-Schnittstellen

Das eigenständige Vertriebsmanagement-System aus dem CPQ-Umfeld weist durchgängige Schnittstellen zu ERP/ECC 6.0 und S/4 auf. Die langjährige Erfahrung mit SAP und die Web-Fähigkeit der Softwarelösungen ermöglichen es SAE, ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Kunden erfolgreich zu bedienen.

Neutrale Datenbasis

Ein Blick auf den SAE Developer: Er ermöglicht ein herausragendes Vertriebsdatenmanagement auf Basis der SAP-ERP- beziehungsweise SD-Daten, inklusive der kompletten SAP-LO-VC-Objekte mit Beziehungswissen.

Die SAE-Lösung generiert aus den vorhandenen ERP-Daten native Daten, das heißt: eine völlig neutrale Datenbasis. Sämtliche Datenobjekte, die für eine Angebots- oder Auftragserstellung notwendig sind, werden über den Developer erzeugt, aufbereitet oder transportiert.

Komplexe Preisdaten, perfekt formatierte Texte und anspruchsvollstes Belegcustomizing erlauben eine individuelle Druckerstellung. So können beispielsweise SAP-Konfigurationsdaten auf eine umfassende Art angereichert, überarbeitet, verifiziert und für die vertriebliche Weiterverarbeitung aufbereitet werden.

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Auch können alle gewünschten Vertriebsdaten autark im SAE Developer aufgebaut oder modelliert werden. Mit der Lösung werden zudem die wesentlichen Kern-Wertschöpfungsprozesse eines effizienten Variantenmanagements bedarfsgerecht und optimal unterstützt:

Von der Nutzung einer ausgeprägten Strukturierungsplattform für Varianten, der Visualisierung und Simulation von Beziehungswissen und Konfigurationen mit länder- und vertriebswegspezifischen Versionen, der Anreicherung technischer Konfiguratoren zu vertriebsoptimierten Konfiguratoren, der Verwendung eines Innendienst-Workflow für Angebots- und Auftragsbearbeitung, der Nutzung einer zentralen Datenbasis und Kommunikationsplattform für Tochter- und Vertriebsgesellschaften bis hin zu der Verwendung einer zentralen Steuerungsplattform für die relevanten CAD-Modelle.

Highlights unter anderem: die Querinstanziierung zwischen untergeordneten Objekten, Stücklistenbearbeitung über mehrere Stufen, das Editieren und Prüfen von Beziehungswissen mit automatischen Codevorschlägen. Der SAE Developer wird von großen und mittelständischen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus eingesetzt.

Aufgrund des modularen Aufbaus und der individualisierbaren (Customizing-)Funktionen werden die unternehmensindividuellen Anforderungen und Ziele bedarfsgerecht und hocheffizient realisiert. Mit dem SAE Developer stehen somit Funktionen und Applikationen zur Verfügung, die weit über den Standard einer ERP-Lösung hinausgehen.

Bei Kunden wird die SAE-Lösung im Sinne einer funktional erweiterten „Middleware“ zur Aufbereitung der SAP-Konfiguration, der Vertriebsoptionen und der Verkaufspreise (Masterlistenpreise und Verkaufspreise der Tochtergesellschaften) für den CPQ-Prozess genutzt – auch als Web-Lösung.

Hier zum Beispiel für die Datenübernahme aus SAP und der PDB, den Aufbau von Länderpreislisten, der Länderproduktausprägungen und der marketingorientierten Ergänzung der Vertriebskonfigurationen.

Die Übernahme relevanter CAD-Daten für die Vertriebskonfigurationen oder andere Applikationen wird über den SAE MX Developer realisiert.

Angebots- und Vertriebsprozesse im Griff

Im Fokus die SAE-Sales-Lösung, die eine Offline- sowie Web-Vertriebsapplikation darstellt und Vertriebsteams mit vertriebs- und praxisgerecht gestalteten Oberflächen und Funktionen in allen Phasen des Angebots- und Vertriebsprozesses wirkungsvoll unterstützt.

Die flexibel umsetzbare Angebotskonfiguration, die Angebotspreisfindung samt Hinterlegung von Angebotsdokumenten, eine verkaufsorientierte CRM-Projektmappenverwaltung, das umfangreiche Text- und Dokumentenmanagement, die Outlook-Integration, die 3D-Modellerstellung bis hin zu einer automatisierten Datenübernahme/-übergabe an SAP-Systeme stellen nur einen kleinen Teil der Funktionen dar. Wobei SAE Sales sowohl als Online- wie auch als Offline-System eingesetzt werden kann.

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass technisch anspruchsvolle Produkte und deren Ausprägungsvielfalt mit SAE Sales übersichtlich und kundengerecht dargestellt werden.

Wie erwähnt, verfügt die SAE-Lösung über ein eigenes CRM-Modul mit einem angebotsspezifischen Workflow. Er unterstützt den vertrieblichen Prozess und damit den Außendienst in idealer Art und Weise.

Die Outlook-Integration sowie die Up- und Download-Funktionen per Knopfdruck zu einem SAP- System sind SAE-Standardfunktionalität. Auch die Anbindung bereits bestehender CRM-Systeme ist möglich (wie etwa Salesforce oder C4C).

Weiterhin gewinnbringend: SAE Sales ermöglicht einen hocheffizienten und fehlerfreien Workflow im Angebots- und Vertriebsprozess. Durchlaufzeiten werden verringert, die Bearbeitung wird für alle am Workflow beteiligten Personen massiv erleichtert und gleichzeitig werden die Vertriebskosten gesenkt.

Offline oder im Web erstellte Angebote aus der SAE-Sales-Applikation werden innerhalb des Workflow-Prozesses über die SAE-SAP-Schnittstelle eins zu eins an SAP übergeben.

Interactive Motion Engine

Mit der Interactive Motion Engine sieht sich SAE als Vorreiter im Bereich globale Angebots- und Konfigurationssoftware und setzt neue Maßstäbe. Schließlich ermöglicht es die SAE Interactive Motion Engine, Variantenprodukte bis hin zu komplexen Anlagensystemen individuell auf Basis von Virtual-Reality-Technologien in 3D darzustellen und volldynamisch auszuprägen und interaktiv (durch die Erzeugung einer computergenerierten Wirklichkeit) zu „bewegen“.

Das Ergebnis kann ein hochwertiges Angebot mit individuellen Bildern und kundenspezifischen Preisen innerhalb von SAE Sales darstellen. Auch lässt es sich in anderen nativen Applikationen nutzen.

Wesentlicher Bestandteil einer zukunftsfähigen Lösung der Visualisierung von Konfiguration auf verschiedenen Plattformen ist die einheitliche Datenbasis in Form eines Digital Core. Mit der SAE Interactive Mo­tion ­Engine wird diese Datenbasis und ein solches Datenformat erzeugt.

Der Clou dabei: Die Konfigurationen aus dem führenden ERP-System (SAP ERP oder SAP S/4 Hana) werden mit den vorhandenen CAD-Daten (die auf Knopfdruck gewandelt werden) mehrwertbildend zusammengeführt.

Über den Autor

Susanne Henkel, SAE

Susanne Henkel ist Geschäftsführerin von SAE Schaarschmidt Analytic Engineering.

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