Cloud Computing Kolumne Die Meinung der SAP-Community MAG 1803

Aufgaben und Herausforderungen für Beratungsunternehmen

Cloud Computing Kolumne O
Geschrieben von Jan Leufgens, Allgeier

Mobile Anwendungen und In-memory-Computing sind mittlerweile in vielfältiger Form eingesetzt. Angesichts dieser fortschreitenden Entwicklungen stehen Beratungshäuser stetig vor neuen Aufgaben und Herausforderungen.

Um so innovativ wie Apple oder Google zu sein, führt allein SAP Innovationen inzwischen im Sechs-Monats-Zyklus ein. Um Störungen zu vermeiden, bleibt der Kern, also Finanzbuchhaltung, Personalwesen, Auftragsmanagement oder Fabrikplanung, bestehen. Unternehmen sowie Berater müssen hier genau filtern, welche technischen Neuerungen wann für wen Sinn ergeben.

Eines dieser neuen Produkte ist beispielsweise Leonardo: Damit stellt SAP Applikationen und Microservices für das IoT, das maschinelle Lernen, Blockchain – eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen – sowie für Big-Data-Analysen bereit.

Dazu passend gibt es Accelerator-Pakete. Die Accelerators helfen Unternehmen dabei, die geschäftlichen Ziele mithilfe von SAP Leonardo umzusetzen. Der Preis für die verschiedenen Accelerator-Pakete variiert je nach Geschäftsbereich und Funktionsumfang.

Zum Leistungsumfang gehören zudem Design-Thinking-Workshops wie auch die nötigen Cloud-Lizenzen sowie die Entwicklung von Prototypen bis hin zur finalen Lösung.

Weitere Neuerungen sind sogenannte API-Programmierschnittstellen, zusätzliche Funktionen in bestehenden Lösungen sowie bessere Beratungsdienste durch die Teams von SAP Digital Interconnect, vormals SAP Mobile Services.

Auf dem Online-Marktplatz, dem SAP App Center, können Partner eigene Produkte anbieten und auf Lösungen, Microservices und Plug-ins zugreifen. Beratungshäuser beschäftigen sich aktuell auch mit der Hana Enterprise Cloud (HEC).

Dabei handelt es sich um einen Managed Service, mit dem SAP die Infrastruktur liefert und gleichzeitig erforderliche Applikationen bereitstellt und steuert. Mit der Managed Private Cloud stellen Kunden und Beratungshäuser unter anderem Hana-Anwendungen, SAP ERP, CRM und BW zur Verfügung.

Mit HEC kann der Kunde seinen Kapitaleinsatz und seine Abschreibung minimieren und hat damit Ressourcen, um auf Beratungsleistungen zurückzugreifen. Erste Schritte in die Cloud setzten Unternehmen im Bereich Recruiting etwa mit SuccessFactors um.

Das betrifft vor allem HR-Kernprozesse, das Talentmanagement, HR-Analysen bis hin zur Kollaboration. SAP SuccessFactors bietet eine HCM-Suite, mit der Unternehmen Mitarbeiter, Prozesse und physische Objekte vernetzen.

Übrigens führen Firmen die Cloud auffallend oft im HR-Bereich ein, da sie sich hier weniger voneinander unterscheiden und der Markt mit „einer“ Lösung gesättigt werden kann. Grundsätzlich steht der gesamte SAP-Bereich vor der Herausforderung, geeignete Experten zu finden, Mitarbeiter gezielt zu fördern und die Vernetzung untereinander anzukurbeln. Unterstützung kommt vom Learning Management, der Lernplattform in der Cloud.

Doch nicht nur die Anforderungen an das Staffing steigen. Die Cloud-Bewegung hat für Beratungsunternehmen zur Folge, dass auch das Aufgabenspek­trum der Fachabteilungen zunimmt. Zukünftig müssen sie immer mehr Verantwortung übernehmen, da bei gemanagten Cloud-Ansätzen die Prozesse mehr im Mittelpunkt stehen als bei vergleichbaren On-­premise-Lösungen.

Die Haupttätigkeit der Beratungshäuser liegt vorrangig in der Definition von Abläufen und deren Umsetzung. Darüber hinaus müssen insbesondere der Vorstand und das Management von der HR-Cloud-Strategie überzeugt werden. Erfahrungs­gemäß zeigen einzelne Verantwortliche wenig Interesse, an ihren Anwendungen etwas zu verändern.

Das Governance-Modell kann eine Lösung für dieses Problem sein: Es schafft die nötige Verbindlichkeit für ein einheitliches Vorgehen. Rollen, Ziele und Verantwortlichkeiten sind klar definiert, sodass alle Entscheider auf das neue Modell eingeschworen werden.

Auch die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung ist eine Herausforderung. Sie regelt, wie die persönlichen Daten aller EU-Bürger vor unbefugter oder unrechtmäßiger Verarbeitung zu schützen sind.

Mit der Verordnung ändert sich der Umgang mit Daten innerhalb der Europäischen Union und des europäischen Wirtschaftsraumes maßgeblich. Compliance-Vorgaben definieren die Haftung für Verantwortliche und Datenverwerter, etwa für den DaaS-Dienst Digital Consumer Insight, der Einblick in das Verbraucher­verhalten an physischen Vertriebsstellen gewährt.

https://e-3.de/partners/allgeier-enterprise-services-ag/

Über den Autor

Jan Leufgens, Allgeier

Jan Leufgens ist Senior Consultant bei Allgeier CS

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