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Erfolgsfaktor für die digitale Transformation mit Blockchain

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Geschrieben von Andreas Göbel, Camelot

Um Unternehmen bei Herausforderungen wie Datenschutz, Datenhoheit oder komplexen, intransparenten Prozessen entlang der Wertschöpfungskette zu unterstützen, hat der Digitali­sierungsspezialist Camelot Innovative Technologies Lab (ITLab) die Hypertrust Platform entwickelt.

Die Camelot Hypertrust Platform enthält konfigurierbare IT-Lösungsbausteine, mit denen sich gezielt Blockchain-Anwendungen entwickeln und evaluieren lassen, zum Beispiel für die Optimierung von Logistikprozessen.

Unsere Erfahrung reicht dabei schon einige Jahre zurück. Lange bevor SAP im Mai 2017 eine cloudbasierte Blockchain-Plattform im Rahmen ihres SAP-Leonardo-Portfolios ankündigte, hatten Camelot-Teams bereits begonnen, umfangreiche Erfahrungen mit dem Einsatz der Technologie zu sammeln, die sie dann mit neu geschaffenen Tools in einem Framework zusammenführten.

Hiervon profitieren Kunden in besonderem Maße. Mit der Camelot Hypertrust Platform ist eine Prototypen-Erstellung binnen nur weniger Wochen möglich.

Die Plattform ist ein zentraler Bestandteil von Digital Experience², dem Produkt- und Serviceportfolio von Camelot für eine beschleunigte digitale Transformation von Unternehmen. Die Hypertrust Platform ermöglicht es Unternehmen auch ganz individuelle Anwendungsfälle zu realisieren.

Technologische Basis

Camelots erste Entwicklungsprojekte mit der Blockchain-Technologie Ethereum verfolgten das Ziel, die Blockchain-Netzwerkverwaltung und die Entwicklung von verteilten Anwendungen zu optimieren.

Features wie Rapid Network Bootstrapping, Smart Contract Deployment, Service Provisioning und Integration, Applikationsentwicklung oder DALM (Distributed Application Lifecycle Management) standen von Beginn an auf der Roadmap.

Heute besteht das Framework der Camelot Hypertrust Platform aus einer intuitiven Benutzeroberfläche auf Basis von SAPUI5 sowie einer Node.js-Middleware als Bindeglied zwischen Blockchain, Smart Contracts, Benutzeroberflächen und externen Services – etwa denjenigen der SAP-Leonardo-­IoT-Platform.

Die Middleware fungiert gleichzeitig als Server für den Betrieb verteilter Applikationen. Im Core unterstützt Camelot heute nicht nur Ethereum, sondern auch weitere Blockchain-Technologien wie Hyperledger Fabric und Multichain.

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SAP Leonardo: Blockchain as a Service

Ebenso bindet Camelot auch Webservices der SAP-Baas-Plattform (Blockchain as a Service) Leonardo ein, die selbst wiederum verschiedene Blockchain-Lösungen unterstützt.

Es mag sich die Frage stellen, welchen Mehrwert die Hypertrust Platform hat, wenn SAP mit ihrem BaaS-Portfolio über ein ähnliches Angebot verfügt. Die Camelot-Lösung zielt auf einen klar umrissenen und von SAP bewusst nicht abgedeckten Bereich ab:

SAP betont stark den verteilten Betrieb von Blockchain-Netzwerken und somit auch den Anschluss von On-premise-Knoten an SAP-BaaS-Instanzen. Allerdings ohne dabei die in Leonardo enthaltene Plattform sowie deren Vorteile on-premise anzubieten.

Hier kommt Came­lot ins Spiel: Die Hypertrust Platform verfügt über ähnliche Features für den reibungslosen Blockchain-Knotenbetrieb sowie zugehörige Entwicklungstools und ist somit eine perfekte Ergänzung zum SAP-BaaS-Angebot – unabhängig davon, ob der Betrieb on-premise oder in einer Managed Cloud wie der SAP Cloud Platform, SAP Cloud Foundry oder AWS erfolgt.

Intelligente Verzahnung

Kaum ein Anwendungsfall landet unserer Erfahrung nach ausschließlich im Blockchain-Bereich. Bei Digitalisierungsthemen gibt es keine Insellösungen. Blockchain, IoT, AI, Cloud, Mobility – all diese Themen sind eng miteinander verwoben.

Dies war ein weiterer Grund für die Entwicklung der Came­lot Hypertrust Platform. Sie ermöglicht dank aktuellster Konzepte die nötige Integration aller aktuellen Megatrends. Davon profitieren die Kunden schon heute.

Camelot realisiert Prototypen im Rahmen seines Service- und Produktportfolios Camelot Digital Experience² bereits ausnahmslos über dieses omnipotente Werkzeug. Die Hypertrust Platform ermöglicht es zudem, über den Tellerrand aktueller Entwicklungstrends hinauszublicken.

In rascher Taktung lassen sich neue Blockchain-Technologien oder damit verwandte Technologien im Rahmen von Proof-of-­Concept-Realisierungen analysieren und bewerten. Dabei lässt sich oft feststellen: Die Blockchain allein ist nicht das Allheilmittel. Viele Anwendungsfälle erfordern zum einen die Integration anderer innovativer Technologien.

Zum anderen muss eine Blockchain häufig durch zusätzliche Komponenten ergänzt werden, beispielsweise verteilte Dateisysteme oder Datenbanken zur performanten Ablage von Massendaten sowie „Trusted Computing“ zur vertrauenswürdigen Verarbeitung vollständig privater Daten.

Camelot entwickelt die Hypertrust Platform daher auch in diesen Bereichen kontinuierlich weiter.

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Der verteilte Stack: Blockchain ist nur ein Teil einer dezentralen Systemlandschaft zur Realisierung vollständiger Geschäftsprozesse.

https://e-3.de/partners/camelot-itlab-gmbh/

Anwendungsfall: Management von Patientendaten

Im analogen Gesundheitssystem sind Patienten meist nicht im Besitz ihrer Daten. Stattdessen liegen diese verteilt bei verschiedenen Ärzten oder anderen Gesundheitseinrichtungen, ohne dass ein Patient Zugriff darauf hat oder eigenständig darüber verfügen kann.

Mittels Blockchain-Technologie kann sich dies nun ändern. Jeder Nutzer könnte über eine eigene, von ihm kontrollierte Patientenakte verfügen (analog zum Bitcoin-Konto), die alle persönlichen Gesundheitsdaten enthält.

Nur durch eindeutige Erlaubnis des Patienten über den Smart Contract kann auf diese Daten zugegriffen werden. Die elektronische Patientenakte in der Blockchain erlaubt den völligen Verzicht auf Papier in Gesundheitsprozessen.

Die Blockchain ermöglicht ein riesiges Gesundheitsnetzwerk, in dem Patienten freiwillig Gesundheitsdaten der Forschung bereitstellen – das ist mit herkömmlichen Mitteln kaum zu realisieren.

 

Anwendungsfall: Uber-like Transportmanagement

Bei dem Anwendungsfall handelt es sich um die Übertragung des Uber-
Konzepts auf die Logistik – speziell im Transportmanagement. Ein Kollaborations-Marktplatz auf Blockchain-Basis ermöglicht flexible und sichere Ad-hoc-Geschäftsbeziehungen zwischen bisher unbekannten Geschäftspartnern.

Alle Teilnehmer lassen sich durch ihr Blockchain-Konto, das zur Teilnahme am Marktplatz erforderlich ist, eindeutig verifizieren und identifizieren. Aufträge werden mittels Smart Contracts innerhalb des Marktplatzes angenommen. Daraus entstehende Verträge zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sind unveränderlich und sicher in der Blockchain dokumentiert.

Das Konzept bietet großen Unternehmen die flexible Nutzung von Transportdienstleistern, ohne einen langwierigen vorherigen Ausschreibungsprozess zu durchlaufen. Zudem öffnet sich der Markt für kleinere Unternehmen oder Einzeldienstleister, die zuvor aufgrund fehlender Reputation keinen Marktzugang erhalten haben.

Über den Autor

Andreas Göbel, Camelot

Andreas Göbel ist Head of Center of Digital Innovation bei Camelot ITLab.

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