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Warum Fiori UX für die SAP-Landschaft wichtig ist

[shutterstock.com:525693265, TeddyGraphics]
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Geschrieben von Christoph Garms, Neptune

Fiori ist eine etablierte Technologie innerhalb eines Baukastens für SAP-Projekte. Auch wenn die Fiori-Adaption langsamer vorangeht als erwartet, ist das Designkonzept doch in der Praxis angekommen.

Ursprünglich gingen die Erwartungen in die Richtung, dass Unternehmen mit vorgefertigten Standard-Fiori-Apps arbeiten werden. Heute zeigt sich, dass die Eigenentwicklung von Fiori-Apps ein wesentlich höheres Potenzial bietet.

Schaut man sich die S/4-Oberflächen oder den aktuellen SAP Solution Manager an, lassen sich die Vorteile des Fiori-Ansatzes sofort erkennen. In Kombination mit einem ausgereiften User Expe­rience Design entstehen Applikationen, die sehr leicht zu bedienen sind.

Dadurch entsteht für Anwender eine ganz neue Benutzererfahrung: Fiori-Apps machen tatsächlich Spaß bei der Nutzung. In der SAP-Welt ist die schlanke Oberfläche ein drastischer Paradigmenwechsel, der nicht bei allen Anwendern auf offene Ohren stößt.

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Oft sind es die erfahrenen Key-User, die schon sehr lange mit ihrer klassischen Bestandsanwendung arbeiten, denen die neuen Fiori-Apps von der Oberfläche her zu einfach aufgebaut sind.

Schlanke Oberflächen erleichtern den Einstieg

Fiori-Apps sind nicht unbedingt für den Einsatz im Kreis der Power-User konzipiert. Dennoch bieten sie Vorteile, die ebendiesen erfahrenen Anwendern auf den ersten Blick häufig nicht klar werden.

Es geht primär um die Öffnung von Prozessen hin zur neuen Welt der mobilen Endgeräte und zur Einbindung neuer Nutzergruppen entlang der SAP-gestützten Unternehmensprozesse. Mitarbeiter werden durch Fiori-Applikationen zum einen freier in der Wahl ihrer Arbeitsstätte.

Zum anderen ergeben sich neue Möglichkeiten des mobilen Arbeitens. So lassen sich Transferzeiten in Bus und Bahn nutzen, um kleinere Aufgaben zu bearbeiten, oder es werden Arbeiten auch direkt an einer Maschine oder beim Kunden vor Ort erledigt.

Besonders die Abbildung interner Prozesse, wie die Zeiterfassung, Urlaubsanträge oder Reisekostenerfassung, sind beliebte und sinnvolle Einstiegsszenarien für alle Mitarbeiter.

Enge SAP-Integration erleichtert die Nutzung

Entscheidend für eine mittelfristig erfolgreiche Fiori-Strategie ist neben der Auswahl geeigneter Anwendungsszenarien und Nutzergruppen die passende Landschaft zur Umsetzung und Implementierung dieser Applikationen.

Während die Frage der Datenbank bei der Eigenentwicklung von Fiori eine eher untergeordnete Rolle spielt, sollten IT-Leiter und Architekten eventuell den Einsatz eines SAP-Gateway-Servers einplanen.

Wenn auch nicht zwangsläufig notwendig, ist eine solche Hub-Infrastruktur besonders bei großen SAP-Installationen eine inzwischen gängige Infrastruktur­entscheidung. Entwicklungstechnisch hat sich neben der cloudbasierten SAP Web IDE die Abap-zentrische Entwicklungsplattform Neptune UXP am Markt etabliert.

Garms Christoph

Während die auf Web-Entwickler zugeschnittene Web IDE die Entwicklung von Fiori-Apps in der SAP Cloud Platform vorsieht, setzt Neptune als zertifizierter SAP-Partner aus technischer Sicht auf eine hohe Integration in die Abap-Workbench und die Nutzung der klassischen SAP-Transportmechanismen.

Aus diesem Grund hat SAP kürzlich eine offizielle Vereinbarung mit Neptune Software über die Zusammenarbeit zur Förderung der Fiori-Strategie geschlossen. Ein hoher Grad an Individualisierung auf Entwicklerebene durch MVC-basierte Javascript-Entwicklung steht hier dem Konzept der Standardisierung von Fiori-Entwicklung für etablierte SAP-Teams gegenüber.

Für die Verantwortlichen stellt sich somit die Frage, welche Ressourcen genutzt werden können und inwiefern sich die beiden Ansätze bei der mittelfristigen Entwicklung von mehreren Dutzend Fiori-Apps im Unternehmen skalieren lassen.

Je nach strategischer Ausrichtung umfasst die Skalierbarkeit dabei nicht nur die initiale Entwicklung der Apps, sondern auch die Wartung und Erweiterung der Applikationen über den gesamten Applikationslebenszyklus.
Fazit

Sind diese Entscheidungen im Sinne der IT-Strategie gefallen, erweist sich das Fiori-Konzept immer häufiger als wichtiger Baustein für Unternehmen hin zur digitalen Transformation des gesamten Prozessspektrums.

Digitalisierung der wertschöpfenden, aber auch der internen administrativen Prozesse ist Kernziel aller SAP-Kunden und Fiori ermöglicht die Optimierung und Mobilisierung der Schnittstelle zwischen Mitarbeitern und digitalem Kern des Unternehmens.

Über den Autor

Christoph Garms, Neptune

Christoph Garms ist Pre-Sales-Manager bei Neptune Software.

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