MAG 1712 Wirtschaft

Werttreiber Big Data

[shutterstock.com:334006277, theromb]
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Geschrieben von E-3 Magazin

2015 gründeten vier Absolventen des Hasso-Plattner-Instituts Valsight. Ihre Vision: Durch den Einsatz modernster Technologien das Controlling großer Unternehmen zu verbessern. E-3 sprach mit dem Managing Director Khai Tran über „Performance Management“ in einer digitalisierten Welt.

Agiles Performance Management – was muss man sich darunter vorstellen und welche Herausforderungen musste Ihr Unternehmen bis zur Marktreife bewältigen?

Khai Tran: In Zeiten fortschreitender Digitalisierung sind Unternehmen dem wachsenden Druck ausgesetzt, ihr Geschäftsmodell kontinuierlich zu hinterfragen und anzupassen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Unternehmenssteuerung (Performance Management):

Planung und Forecast müssen effizienter und agiler werden, um das Management bei geänderten Rahmenbedingungen in der Entscheidungsfindung zu unterstützen. Valsight ermöglicht es den Unternehmen und Konzernen, Steuerungsprozesse wie Planung und Forecast mit einer Kombination aus neuen Technologien und fachlichen Best Practices zu verbessern.

In der Folge werden Detailgrad und Aufwand der Finanzplanung deutlich reduziert und die Qualität der Planung erhöht. Der Weg zu den ersten Unternehmenskunden war sicherlich herausfordernd. Es gibt für Start-ups einfachere Anwendungsfälle als die Unternehmenssteuerung.

So befanden wir uns in den ersten ein bis zwei Jahren häufig im Spannungsfeld zwischen dem von Interessenten geforderten Reifegrad unserer Software und dem Wunsch nach neuen, innovativen Lösungen für die Verbesserung betriebswirtschaftlicher Prozesse.

Mittlerweile haben wir die viele Hürden genommen und schätzen uns sehr glücklich, eine Vielzahl von spannenden und innovativen Konzernen zu unseren Kunden zählen zu dürfen.

Welche Unterstützung haben Sie dabei von SAP erhalten?

Tran: Valsight ist eine Ausgründung aus dem Hasso-Plattner-Institut und ein Investment von Hasso Plattner Ventures. Dadurch blickte das Gründerteam bereits auf eine langjährige und gute Zusammenarbeit mit SAP zurück.

Bereits wenige ­Wochen nach Unternehmensgründung wurden wir ins SAP Startup Focus Programm aufgenommen – ein wichtiger Meilenstein, da die damit verbundene technische Validierung durch das Startup-­Focus-Team eine besondere Bestätigung für unsere Produktvision bedeutet hat.

Seitdem haben wir mit dem Startup Focus Programm immer wieder im Bereich Marketing und Vertrieb zusammengearbeitet – beispielsweise hat uns das Team die Teilnahme an einer Vielzahl von SAP-Kunden­events in Europa und den USA ermöglicht.

Auch das Knüpfen von internen Kontakten zum SAP-Vertrieb war sehr hilfreich, um mit einem starken Partner gemeinsam bei Unternehmenskunden vorstellig zu werden.

Khai Tran Wirt 1712, Big Data, StartUp

Sie setzten mit Ihrem Angebot auf die In-memory-Technologie von SAP Hana, warum?

Tran: Hana erlaubt es, nahezu beliebige Datenmengen flexibel zu filtern und zu aggregieren. Die Lösung bildet damit eine optimale Möglichkeit, als flexible Datenquelle für unsere Software verwendet zu werden und rechenintensive Schritte in der Datenvorbereitung zu übernehmen.

Als cloudbasierter Lösungsanbieter ist zudem insbesondere die Hana Cloud Platform strategisch relevant. Doch auch hier ist für uns noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht – unsere Vision umfasst neben der Simulation auch stochastische Ansätze und Predictive Analytics, weshalb wir vermehrt auch auf die Entwicklungen rund um die Hana PAL schauen.

Wo sehen Sie das größte Alleinstellungsmerkmal Ihres Angebots?

Tran: Das Besondere an unserer Software ist die Verbindung moderner Technolo­gien wie Simulationen und In-memory mit aktuellen fachlichen Best Practices im Performance Management.

Wir fokussieren uns fachlich – anders als andere Anbieter – auf den strategischen Planungsprozess bis hin zum Target Setting für die operative Planung. Um hier noch konkreter zu werden:

In der Unternehmensplanung setzen Konzerne auf Werttreibermodelle und Szenarien, um Aufwand und Detailgrad in der Planung zu reduzieren und die Qualität und Transparenz zu erhöhen. Zudem wird ein starker Fokus auf strategische Maßnahmen gesetzt, um die strategische besser mit der operativen Planung zu verknüpfen.

Unsere Lösung unterstützt diese Ansätze konsequent, indem sie der Fachabteilung eine einfach zu verwendende Oberfläche an die Hand gibt, mit der sich Auswirkungen geänderter Werttreiber und strategischer Maßnahmen auf wichtige KPIs einfach und schnell simulieren lassen.

Woher kommen die Daten, die von Ihnen aufbereitet werden?

Tran: Bei der simulationsbasierten Planung (strategische/Mittelfristplanung, Target Setting) werden Planszenarien ausgehend von bestehenden Basisdaten simuliert. Hierzu verwenden unsere Kunden meist aktuelle Ist- oder Forecast-Daten.

Im Sinne einer „Single Version of Truth“ sind diese meist in einem zentralen DWH (z. B. SAP BW) abgelegt und werden über die in Valsight verfügbaren Schnittstellen übernommen. Hier setzen wir auf JDBC und OData. Daten, die nicht zentral vorliegen, lassen sich einfach als .csv-Datei laden.

Welche Voraussetzungen müssen Valsight-Kunden bezüglich der Stammdaten und IT-Infrastruktur mitbringen?

Tran: Fast alle unsere größeren Kunden verwenden SAP-Lösungen wie BW oder insbesondere Hana, welche mit einer „sauberen“ Datenbasis eine sehr gute Vo­raussetzung für sinnvolle Simulationen in Valsight bilden. Dank flexibler Schnittstellen sind jedoch auch andere Systeme als Datenquelle verwendbar.

Da Valsight primär als Cloud-Lösung eingesetzt wird (On-premise ist möglich) und die Nutzung über den Web-Browser erfolgt, bestehen keine besonderen Anforderungen an die System-Infrastruktur.

Mit welchen Implementierungszeiten müssen potenzielle Kunden rechnen und welche Unterstützung bieten Sie in der Vorprojektphase an?

Tran: Unsere Cloud-Lösung ist sofort im Controlling einsetzbar – ein technischer Rollout-Prozess fällt somit weg. Da wir von Anfang an stark auf Benutzerfreundlichkeit gesetzt haben, lassen sich unternehmensspezifische Kennzahlenmodelle von der GuV bis zu komplexeren Value-Added-­Treiberbäumen durch die Fachabteilung in kürzester Zeit erstellen.

Dies ist natürlich abhängig vom jeweiligen Unternehmen und dem Anwendungsfall – im Mittel sprechen wir hier jedoch von maximal wenigen Wochen, keinesfalls von monatelangen Projekten. Auf Wunsch begleiten wir die Kunden bei diesem Prozess und bieten individuelle Beratungs- und Schulungsleistungen sowie Support an.

Was sind die nächsten Schritte und wie unterstützt Sie SAP Startup Focus dabei?

Tran: In den ersten Jahren haben wir uns primär auf unser Produkt fokussiert, um eine Software zu entwickeln, die echte Prozessverbesserungen in der Unternehmensplanung bewirkt.

Nachdem einige namhafte Konzerne Valsight eingeführt haben, wollen wir nun unsere Kundenbasis sub­stanziell vergrößern. Wir werden nun stärker in Marketing & Vertrieb investieren – indem wir sowohl unsere Präsenz auf Branchen- und Fach-Events vergrößern als auch unser Vertriebsteam ausbauen werden.

Hier sehen wir einen echten Mehrwert des Startup Focus Programm. Wir freuen uns darauf, unsere Partnerschaft gemeinsam auf die nächste Stufe zu bringen.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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