Cloud Computing Kolumne Die Meinung der SAP-Community MAG 1712

Die Cloud allein wird es nicht richten!

Cloud Computing Kolumne O
Geschrieben von Thorsten Dier, Allgeier

Viele Unternehmen sehen in Cloud Computing immer noch keinen Nutzen und fragen sich, wie in einer Welt von Dynaxity, in der Veränderungsgeschwindigkeiten in großen Sprüngen wachsen, die Cloud alleine die Lösung dafür bringen soll.

Getrieben wird das Cloud-Wachstum auch durch die Digitalisierung, die die Veränderungsgeschwindigkeit und die Komplexität sprunghaft anwachsen lässt. Unternehmen müssen nicht länger teure, eigene IT-Systeme und Softwaresysteme unterhalten, die immer schneller veralten.

Ereignisse und Veränderungen, die ein Unternehmen im Blick haben muss, steigen stetig an. Parallel zu dieser steigenden Veränderungsrate nimmt die Zeit zu handeln immer weiter ab. Da ist die Flexibilität der Cloud von Vorteil.

Dabei stehen zwei Fragestellungen im Mittelpunkt. Erstens: Wie können wir Standardabläufe in unserem Business so miteinander integrieren, um die richtige Kombination von Kontrolle und Flexibilität herzustellen?

Zweitens: Welche Ansätze zur Erhöhung der Agilität im Business und damit auch in der dazu nötigen Software stehen heute zur Verfügung?

Die Subjektorientierung ist ein Ansatz, der sich in einer Umgebung mit steigender Veränderungsgeschwindigkeit und wachsender Komplexität bewährt hat. Subjektorientiertes Business Process Management (S-BPM) basiert darauf, unterschiedliche Handlungsweisen in Geschäftsprozessen (Subjekte = Handelnde) in der Modellierung/Programmierung voneinander zu trennen.

Diese werden einfacher verständlich, überschaubar sowie schneller beschreibbar und änderbar. Die Koordinierung der einzelnen Handlungsweisen erfolgt dann über eine strukturierte Kommunikation.

Das Ergebnis ist eine prozessorientierte, agile, von Veränderung lebende Kollaboration der Beteiligten. S-BPM berücksichtigt erstmals, dass die Prozessbeteiligten untereinander kommunizieren, um Prozessergebnisse zu strukturieren.

So wird ein sehr wichtiger Aspekt der organisatorischen Kultur, die Prozesse eines Unternehmens, adressiert. Der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit und Agilität ist Geschwindigkeit.

Hier liefert S-BPM die besten Voraussetzungen. Denn mit nur 5 Symbolen kann jeder Businessanwender schnell, effizient, kosteneffektiv und compliancekonform Prozesse bzw. Applikationen erstellen, ausführen und „On-the-Fly“ ändern.

Im Zentrum steht dabei die strukturierte Kommunikation aller Beteiligten. Ein einziger zentraler Kontrollfluss ist nicht mehr erforderlich. Dies führt zur ersten der oben genannten Fragen: Wie kann Standardisierung und Integration auf der einen und Individualisierung und Agilität auf der anderen Seite zugleich erfolgreich gemeistert werden?

Einerseits macht die Verwendung von Standardabläufen Sinn, aber andererseits wird so den Fachabteilungen eine individuelle Unterstützung für ihr agiles Business verweigert.

Die Lösung ist die Verbindung der Integration von Cloud-ERP-Lösungen (Nutzung von Standard) mit dem subjektorientierten Business Process Management (höchste Agilität).

Die Vorteile einer solchen Kombination liegen auf der Hand: Cloud-Systeme müssen nicht individuelle Anforderungen abbilden. Diese können kostengünstig mit S-BPM realisiert werden. Cloud-Systeme bleiben so weit wie möglich in der Standardkonfiguration und Updates und Releasewechsel gestalten sich viel leichter und billiger.

Cloud-Systeme können über den internen Nachrichtenbus mit S-BPM-Prozessen eingebunden werden. Dadurch entstehen kontrollierbare Gateways bei Zugriffen auf das Cloud-System.

S-BPM ist so einfach zu handhaben, dass Applikationen fast gänzlich vom Business erstellt und gewartet werden können. So können höchst individuelle Anforderungen schnell und effizient umgesetzt werden.

S-BPM-Applikationen sind so wartungsfreundlich, agil und flexibel, dass sie ein Try-and-Error-Vorgehen erlauben. Anforderungen in noch unklaren Domänen (Innovation) können schrittweise erschlossen werden.

Auf der S-BPM-Methode aufgebaute Applikationen, besonders für Front-End-Prozesse, lassen sich mit einem Bruchteil der Zeit und Kosten erstellen und warten.

Die Lösung für eine zukunftsfähige Cloud-Landschaft: Die Cloud stellt Standards im Back-End zur Verfügung und wird mit einer agilen BPM-Methode im Front-End-Bereich integriert.

Das kombinierte Vorgehen bringt dabei die Vorteile zweier Gegensätze zusammen und deckt die Anforderungen der jeweiligen Bereiche vollständig ab.

Über den Autor

Thorsten Dier, Allgeier

Thorsten Dier ist Senior Consultant im Bereich Development Services bei Allgeier ES.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

AdvertDie Meinung 2