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Weiße Eier und bunte Bälle

SAP bietet mit dem BW on Hana eine leistungsfähige Basis zur Verarbeitung von Unternehmensdaten und mit Business Objects ein breites Produktportfolio für diverse Anwendungszwecke. Diese Tools beanspruchen „eierlegende Wollmilchsäue“ zu sein. Doch was passiert, wenn Anwender weder „weiße Eier“ noch „Wolle“ brauchen, sondern nur bunte Bälle? Die Antwort: SAP BW Webservices.

Die Datenhaltungsbasis von SAP ist mit der Hana-Technologie noch leistungsfähiger als je zuvor. Doch auch mit performanten Systemen wie S/4 Hana, die eigene Reporting-Fähigkeiten bieten, bleibt SAP BW die Plattform, um unternehmensweit Daten aus verschiedenen Systemen zusammenzuführen und Analyse-Prozesse zu unterstützen.

Durch das weiter anwachsende Datenvolumen in Unternehmen und das dadurch noch steigende Bedürfnis zur Strukturierung und effektiven Analyse wird ein konsolidiertes Datawarehouse sogar noch wichtiger als zuvor – das ist allgemeiner Konsens.

Welchen Ausweg bieten SAP-Webservices?

Mit SAP-Webservices kann man eine Schnittstelle zwischen Webseiten und dem BW nutzen. Im Frontend gibt es eine HTML-Seite, in die man verbreitete JavaScript-Bibliotheken wie jQuery integrieren kann.

Dort implementiert man ein Ajax-Framework für das Verarbeiten der Webservices. Hierzu muss man die Parameter in Form eines HTTL eingeben. Das BW stellt als Backend den Webserver dar.

Jeder Webservice startet einen Funktionsbaustein, der frei konfigurierbare Eingabe- und Ausgabe-Parameter – auch tabellarische – benutzen kann. Dadurch steht im Backend die volle Bandbreite der BW-Datenverarbeitung zur Verfügung.

Sap BW & Hana

Die Ausgabe-Parameter der Funktionsbausteine werden durch das SAP- Framework in eine XML-Struktur konvertiert, welche mit JavaScript beliebig weiterverarbeitet werden kann. Auf diese Weise steht hier auch eine breite Anzahl von frei verfügbaren Bibliotheken zur Verfügung, um die Daten darzustellen.

Individualsoftware

So findet man leicht brauchbare JavaScript-Bibliotheken für die Darstellung von Pivot-Tabellen, Editor-Elemente zur Text-Formatierung oder zur Unterstützung für die Exportierung in Excel.

Deren Umfang erfüllt zwar oft nicht die umfassende Feature-Liste von vergleichbaren Standard-Objekten in SAP-Frontend-Tools, dafür lassen sie sich wesentlich einfacher an spezielle Anforderungen anpassen, da der Quellcode offenliegt.

Christian Goetz

Das bedeutet, dass die Anforderungen genauer erfasst werden müssen, weil eben viele als selbstverständlich erscheinende „Standard-Features“ der SAP-Produktpalette hierbei nicht zur Verfügung stehen.

Es gelten die allgemeinen Vor- und Nachteile von Individualsoftware gegenüber Standardsoftware: Viele einzelne Funktionalitäten müssen implementiert werden, beispielsweise die Unterstützung von Merkmalshierarchien.

Das bedeutet, je komplexer die geforderten Funktionalitäten sind, desto aufwändiger wird eine „Eigenbau-Umsetzung“ mithilfe von BW Webservices. Dafür wird zum Beispiel das Einbinden von Video-Playern oder eine aggregierte Darstellung von Kommentaren, die per Self-Service auf beliebigen Ebenen erfasst werden, einfacher.

Self-Service-Analyse mit Kommentierung

Eine Self-Service-Analyse-Anwendung ermöglicht den Benutzern eine selbstständige Exploration der Daten basierend auf der freien Auswahl und Einschränkungen von mannigfaltigen Charakteristiken (Datenfeldern), vergleichbar mit der Pivot-Funktionalität in Microsoft Excel.

Der Unterschied zum einfacheren Dashboard sind die Darstellung sowie die größere Menge der veränderbaren Parameter. Es ist deshalb nicht möglich, eine Erfassung von Meta-Informationen, wie Kommentaren, sinnvoll an die Navigationszustände zu koppeln. Denn im Gegensatz zur Dashboard-Anwendung kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese vom Empfänger der Informationen auch wieder gefunden werden.

Wenn der Benutzer nach der Selektion der Daten (drill-down) Kommentare erfasst, sollten diese auch in übergeordnete Navigationszustände propagiert werden können (bottom-up). Im anderen Anwendungsfall soll eine Kommentierung von aggregierten Daten auch in spezielleren Selektionen noch sichtbar sein (top-down).

Weitere Anwendungsszenarien

Die Webservices erlauben die Erstellung von attraktiven und hochgradig interaktiven, aber funktional einfachen Anwendungen auf Basis der konsolidierten Daten im SAP BW Data Warehouse.

Der Vorteil liegt vor allem darin, dass die Verarbeitungslogik nicht in das starre Gewand der üblichen BW-Datenstrukturen und Reporting- bzw. Planungstechniken passen muss.

sap bw, Hana

Sowohl auf Frontend- als auch auf Backend-Seite können alle Register der JavaScript- bzw. Abap-Programmierung gezogen werden. Das ermöglicht neben einer attraktiven optischen Darstellung auch die unkonventionelle Erfassung, Ablage und Verarbeitung von Daten, wie Eingabemasken mit integrierten Workflows. Diese sind vergleichbar mit Floorplan-Manager-Lösungen, aber mit modernerer und flexiblerer Präsentation.

Von bunten Bällen

Tatsächlich ist für viele Anwender die Optik oft der Hauptgrund, abseits von SAP-Standard-Tools nach alternativen Lösungen zu suchen. Das hier dargestellte Beispiel zeigt, dass mit SAP BW Webservices auch funktional sinnvolle Anwendungsfälle abseits der Standard-Möglichkeiten abgebildet werden können.

Wer also statt weißer Eier lieber bunte Bälle haben will, muss nicht auf die Datenhaltung in BW on Hana verzichten.

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