Infrastruktur MAG 1711

Jenseits grüner Felder und brauner Brachen

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Mit einer zentralen Plattform für Datenmigration, -historisierung und -auswertung lassen sich Altsysteme abschalten und Betriebskosten senken. Erst dann lohnt sich der Umstieg auf die neue Generation von SAP-Software.

Der Umstieg auf S/4 Hana gewinnt an Fahrt. Trotz aller Startschwierigkeiten bei der Markteinführung und anhaltender Kritik zeigt eine im Frühsommer dieses Jahres von der DSAG durchgeführte Online-Befragung von 500 Entscheidern:

Mittlerweile investieren knapp 64 Prozent der befragten Unternehmen in S/4 Hana in den Varianten Cloud und On-Premise. Bis 2020 wird ein Drittel der SAP-Bestandskunden auf die neue Softwaregeneration aus Walldorf umsteigen und schon heute planen weitere 20 Prozent die Migration für die Zeit nach 2020.

Die falsche Frage: Grün oder Braun?

Bei S/4 geht es nicht mehr um das Ob, sondern das Wie. In diesem Zusammenhang werden immer wieder die beiden grundsätzlichen Migrationswege sowie ihre Vor- und Nachteile diskutiert: Greenfield und Brownfield.

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Während der Ansatz auf der grünen Wiese eine Neuimplementierung erfordert, verspricht die Sanierung der – laut Wörterbuch – braunen „Altlasten“ Investitionsschutz für die in der Regel umfangreichen und aufwändigen Anpassungen der SAP-Systeme durch die Bestandskunden.

Allerdings wird bei beiden Varianten nicht sauber gerechnet. Denn in jedem Fall müssen die Unternehmen zusätzlich in S/4 investieren, schließlich müssen sie neue Lizenzen erwerben und teure Hardware einkaufen oder Abonnements abschließen.

Zwar reduziert sich das Datenvolumen aus den Altsystemen beim Hana-Umstieg, doch sind die Anforderungen an die Arbeitsspeicher ungleich größer, wird die Kombination aus klassischer Infrastruktur und Archivierungslösungen obsolet.

Gerade die von der Mehrzahl der SAP-Bestandskunden bevorzugte Migration im eigenen Rechenzentrum – ob schrittweise oder einmalig – erweist sich als massiver Kostentreiber.

Umfragen zeigen es immer wieder: Rund 80 Prozent des gesamten IT-Budgets verbraucht der reine IT-Betrieb, während nur 20 Prozent für Investitionen in Innovationen zur Verfügung stehen.

Thomas Failer

Allein 70 Prozent entfallen oftmals auf den Aufwand für Altsysteme. Ideal wäre hingegen eine Aufteilung von 60 Prozent für den IT-Betrieb und 40 Prozent für Innovationen, und zwar dauerhaft.

Zwar sind laut DSAG-Umfrage die IT-Budgets 2017 durchschnittlich um fast fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Doch selbst eine so deutliche Steigerung wird nicht ausreichen, um den IT-Abteilungen die finanziellen Mittel bereitzustellen, die sie für die Digitalisierung ihrer Unternehmen und deren Geschäftsmodelle benötigen werden.

SAP-Bestandskunden: Alle farbenblind?

Angesichts dieser Zahlen ist die Lösung klar: Der Kostenblock für den Betrieb der Altsysteme muss dauerhaft gesenkt werden. Das Mittel der Wahl heißt Konsolidierung und Stilllegung. Die Anwender wissen das seit Jahren.

So hat bereits 2011 der erste Application Landscape Report von Capgemini zutage gefördert, dass die Hälfte der großen Unternehmen davon ausgeht, jedes zweite Altsystem abschalten zu können. Und im Bericht von 2014 gaben die Befragten an, darin nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine Notwendigkeit zu sehen. Warum handeln sie also nicht danach?

Die Antwort ist eindeutig. 60 Prozent der von Capgemini Befragten scheuen wegen der dafür anfallenden Kosten davor zurück. SAP-Bestandskunden sind also nicht farbenblind, wenn sie zögern, den grünen oder braunen Weg zu S/4 Hana einzuschlagen.

Auch Gartner hat sich des Themas angenommen und beobachtet Anbieter, mit deren Lösungen Unternehmen Altsysteme stilllegen können, in seinem „Magic Quadrant for Structured Data Archiving and Application Retirement“, zuletzt aktualisiert im Juni 2016.

Entscheidend ist dabei der Punkt, dass Gartner die entsprechenden Lösungen nicht nur als Kosten verstanden wissen will. Vielmehr kommt die Analystenfirma zu dem Schluss: „Strukturierte Datenarchivierung und Anwendungsablösung kann in einen signifikanten ROI münden.“

Gehe über Rot

Voraussetzung dafür, dass eine solche Lösung die hierfür nötigen Investitionen in kurzer Zeit amortisiert und in der Folge für dauerhaft niedrigere Betriebskosten sorgt, sind Standardisierung und Automatisierung.

Genau diese Eigenschaften weist die Lösung JiVS der Schweizer Data Migration Services AG auf. Diese Eigenschaften sind das Resultat einer Vielzahl von Projekten zur Datenmigration und Stilllegung von Altsystemen.

In der Praxis hat JiVS erwiesenermaßen nach der Stilllegung der Altsysteme die Betriebskosten um 80 bis 90 Prozent gesenkt. Mit den restlichen 10 bis 20 Prozent lassen sich die aus Com­pliance-Gründen aufzubewahrenden Altdaten inklusive SAP-Geschäftslogik weiterhin nutzen.

Archivierung und weitere Nutzung sind auf Knopfdruck möglich: Data Migration Services nennt das Daten-Historisierung oder Application Retirement. JiVS ist eine auf Java basierende Plattform und stellt eine Kombination aus Standard-Technologie, -Anwendungen und -Methode dar.

Das Herzstück der JiVS-Plattform bildet die Fähigkeit, Daten und Geschäftslogik von den Quell- und Zielsystemen loszulösen. JiVS wurde für die Umstellung von IT-Systemen und die Konsolidierung von Einzelsystemen entwickelt.

Gerade die Bereinigung der Daten ist für den erfolgreichen S/4-Umstieg entscheidend. Denn die SAP-Bestandskunden machen sich in Zeiten steigender Compliance-Auflagen auf den Migrationspfad.

An erster Stelle ist hier die europäische Datenschutz-Grundverordnung zu nennen (EU-DSGVO), deren Nichtbeachtung ab Mai 2018 zu empfindlichen Strafen führt. Die Unternehmen müssen dafür unter anderem genau wissen, welche persönlichen Daten von EU-Bürgern sie haben, wo sie diese aufbewahren, zu welchen – legitimen – Zwecken sie sie verarbeiten, ob diese Daten korrekt sind und ob sie wirklich nur diejenigen Daten speichern, die sie für diese Zwecke benötigen.

Außerdem sind sie Bürgern und Behörden gegenüber auskunftspflichtig. Unternehmen, die ihre Datenbestände nicht bereinigen, dürften große Schwierigkeiten haben, diese Auflagen zu erfüllen. Die JiVS-Plattform hilft den Unternehmen dabei, diese Schwierigkeiten zu meistern.

Grafik Infrastruktur 1711

Signalfarbe Rot – der kosteneffiziente Weg zu S/4 Hana führt über JiVS.

Rosa: Erfolgreiche Migration auf S/4 Hana

Ein aktuelles Beispiel für eine Greenfield-Migration mithilfe von JiVS ist das S/4-Hana-Projekt der Versandapotheke und Ärztegrossistin „Zur Rose“ mit Sitz in der Schweiz, zu der so bekannte Marken wie DocMorris gehören.

Mit der Migration auf die neue SAP-Generation wollte das Unternehmen seine heterogene IT-Landschaft vereinheitlichen sowie die Altdaten von den aktuellen trennen. Ferner sollten die Betriebskosten dauerhaft gesenkt werden.

Unterstützt wird „Zur Rose“ bei dem Projekt von T-Systems Data Migration Consulting, dem größten JiVS-Partner von Data Migration Services. Mithilfe der JiVS-Datenplattform konnte das Datenvolumen um rund 30 Prozent gesenkt werden.

Die aktuellen Daten wurden auf S/4 Hana migriert, alle Daten werden in JiVS History archiviert. Auf die historisierten Daten kann „Zur Rose“ jederzeit weiterhin zugreifen und diese auch in Zukunft für Managemententscheidungen oder für Compliance-Zwecke auswerten.

Der Kundennutzen dabei:

„Wir lösen zwei große Aufgabenstellungen auf einmal“

sagt Ricardo Nebot, CIO, Zur Rose Group.

„Für uns war der ausschlaggebende Punkt, die bereinigte Übergabe der Daten aus den Altsystemen in das neue SAP und zugleich die gesetzeskonforme Archivierung zu erreichen.“

Fazit

Die SAP-Bestandskunden stecken in einem Dilemma: Sie wollen mehrheitlich S/4 Hana einführen, wissen jedoch nicht, wie sie das bezahlen sollen. Weder der Greenfield- noch der Brownfield-Ansatz führen aus dieser Sackgasse.

Wer seine Altsysteme hingegen mit JiVS abschaltet oder die Datenmenge der bestehenden operativen SAP-Systeme mit JiVS drastisch reduziert, schafft die nötigen Freiräume für die neue Generation der SAP-Software.

Über den Autor

Thomas Failer, Data Migration Services

Thomas Failer ist Gründer der Data Migration Services.

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