Die Meinung der SAP-Community MAG 1711 SolMan Kolumne

Upgrade auf den Solution Manager 7.2 – Ruhe bewahren du musst!

SolMan - Solution Manager

„Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen!“, Yoda im Star-Wars-Film „Das Imperium schlägt zurück“. Beim Upgrade auf den SolMan 7.2 haben Sie bei der Inhaltsaktivierung auch genau einen Versuch.

Zum sicheren und erfolgreichen Upgrade auf den 7.2er bedarf es einer konkreten Upgrade-­Strategie. Eine solche ist auf Basis einer soliden Upgrade-Entscheidungsmatrix zu etablieren, anhand derer ein individueller Lösungsansatz zum richtigen und sicheren Umstieg auf den 7.2er abgeleitet werden kann. Fünf zentrale Parameter einer solchen Upgrade-Entscheidungsmatrix sind:

  1. Die Priorisierung der zu migrierenden 7.1er-Applikationen: Welche Applikation muss zu welchem Stichtag wieder voll funktionsfähig im 7.2er vorliegen?Denn: Ein Service Desk, ein Change Request Management (ChaRM) sowie ein Monitoring auf Basis der Monitoring und Alerting Infrastructure (MAI) sind in kürzester Zeit migriert, inklusive (automatisierter/manueller) Nacharbeiten u. a. in Form von Anpassung der Z-Vorgangsarten, PFCG-Berechtigungsrollen, Benutzerrollen sowie Konfiguration der Embedded Search (ausgenommen hiervon ist die Anpassung kundenindividueller Enhancements bzw. Modifikationen).Dahingegen zieht ein Upgrade der Test Suite zeitintensive manuelle Ab- (im 7.1er), Neuaufbau- und Nacharbeiten (im 7.2er) nach sich. Hier ist jedoch die Lösungs-/Prozessdokumentation weniger ein Aufwandstreiber, sondern der komplette Neuaufbau von Testplänen und -paketen.

    Denn es werden nur die in der Prozessdokumentation inkludierten Testfälle, einschließlich der mit diesen assoziierten Incidents migriert. Deshalb sind Kunden mit einer ausschließlich intensiven Nutzung der Test Suite gut beraten, das Upgrade- dem Neuinstallationsszenario sorgfältig gegenüberzustellen.

    Was sich jedoch bei einem Upgrade vom 7.1er auf den 7.2er in den wenigsten Fällen ändert, ist eine grundsätzliche Veränderung der Prozessdokumentation. Richtig, es sollte vor einem Upgrade aufgeräumt werden!

    Dies geschieht jedoch meist auf der Ebene von 7.1er-Projekten im Rahmen der Upgrade-Vorbereitungsaktivitäten. Die meisten Kunden benötigen hierfür nicht mehr als einen Tag.

  2. Die konkrete Zeitplanung der zu migrierenden Applikationen: Vermeiden Sie – wann immer mög-lich –, die Migration der Test Suite in die Phase kurz vor oder während eines anstehenden Integrationstests zu legen.Applikationen, wie der Service Desk, ChaRM sowie das Monitoring auf Basis der MAI, müssen mit dem 7.2er-Go-Live zeitnah zur Verfügung stehen. Für die Test Suite sollte dies nicht der Fall sein. Denn diese benötigt zeitintensive manuelle Vor-, Neuaufbau- und Nacharbeiten.
  3. Entkopplung der Fragestellung „Upgrade vs. Neuinstallation“ von der Intensität der Nutzung ausgewählter Applikationen, insbesondere der Prozessdokumentation im 7.1er: Das heißt, egal wie intensiv Sie im 7.1er Projekte sowie deren Inhalte (Prozesse, technische Objekte etc.) nutzen: Für einen Wechsel nach 7.2 heißt dies niemals automatisch „Upgrade-­Szenario einer Neuinstallation vorziehen“.Es kann gute Gründe geben, aus der alten (7.1er) in eine tau­frische 7.2er-Neuinstallation zu wechseln, da Projekte aus 7.1 über die von der SAP bereitgestellten Pfade zur Inhaltsaktivierung auch aus 7.1 exportiert und in eine 7.2er-Neuinstallation importiert bzw. dort (nach)aktiviert werden können.
  4. Die Definition der durch den 7er zu verwaltenden Systemlandschaft bzw. deren konkrete Ausprägung in der 7.2er-Lösungsverwaltung: Hierzu gehört zwingend eine saubere Anbindung/Konfiguration der (noch mit 7.2) zu verwaltenden Systeme.Und prüfen Sie diesbezüglich bitte stets sämtliche (noch) benötigten RfC-Verbindungen, inklusive Verbindungs- und Berechtigungstests. Sonst läuft in puncto Aufbau der 7.2er-Lösungsverwaltung recht wenig.
  5. Die Kreativphase zur Ausarbeitung neuer 7.2er-Support-Szenarien für Projekt und Betrieb: Ich denke hier insbesondere an das IT-Portfolio und Projektmanagement sowie dessen Einsatzpotenziale für die strukturierte Organisation anstehender Projektvorhaben etc., einschließlich Vollintegration in das Anforderungs- und Änderungsmanagement.

Fazit:

Gehen Sie ein Upgrade auf den 7.2er in Ihrem Tempo an. Setzen Sie basis- und applikationsseitige Schwerpunkte und schalten Sie die neue Welt mit Plan und Augenmaß für Ihre SAP-Lösungslandschaft auf.

https://e-3.de/partners/cpro-industry-projects-solutions-gmbh/

Über den Autor

Daniel Müller, Cpro Industry

Daniel Müller ist Senior Consultant und Teamleiter SAP Solution Management zu Cpro Industry

Hinterlassen Sie einen Kommentar

AdvertDie Meinung 2