Hausmitteilung

[shutterstock:426481501, BrAt82]

Ja, ich sagte Cebit

„Ja, ich sagte, Cebit, was geht ab? Die Zeit ist reif für neue Styles“, findet Jan Delay. Finden die Cebit-Verantwortlichen übrigens auch.

Deshalb wird der Beginner-Frontmann die Besucher der Cebit mit „derben Texten“, Hip-Hop-Beats und Soul-Funk zum Grooven bringen. In einem Newsletter versprechen mir damit die Messeverantwortlichen aus Hannover „derbe Texte“ mitten im heißen Juni 2018.

Wer aus der SAP-Community unbedingt „derbe Texte“ hören will, sollte Anfang Juni nach Orlando, USA, fahren (5. bis 7. Juni 2018). Dort spricht SAP-Chef Bill McDermott und bezüglich „indirekter Nutzung“ und des neuen SAP’schen Lizenzmodells hatte er schon dieses Jahr sehr derbe Sprüche auf Lager.

Kommendes Jahr wird es nicht besser werden: SAP und DSAG haben sich noch immer nicht auf ein vertikales Lizenzmodell geeinigt. Somit hängen IoT, Industrie 4.0, Machine Learning und Blockchain in der Luft – SAP Leonardo erweist sich als Totgeburt.

Das SAP’sche Framework Leonardo ist nicht schlecht, aber andere können es besser. Hier sollten die SAP-Verantwortlichen auf den Rat von DSAG-Chef Marco Lenck hören: Die Kernkompetenz der SAP wörtlich genommen, sollte der ERP-Weltmarktführer zuerst einmal seinen eigenen ERP-Kern transparent, agil, mobil und planbar gestalten.

Immer nur auf S/4 und Cloud Computing zu verweisen und nicht zu liefern und nicht die Bestandskunden mit ihrer Business Suite 7 und AnyDB zu bedienen ist fahrlässig.

Zurück zur Cebit:

Alles, was ich erfahren will, ist das Gegenteil von derben Texten! In der IT-Szene gibt es genug Baustellen und Versprechen. Der DSAG-Jahreskongress vor einigen Wochen hat es wieder gezeigt: Die IT-Anbieter müssen beginnen zu liefern. Das Reden – auch mit derben Texten – bringt keine Lösungen.

Offensichtlich will die neue Cebit jedoch keine Kompetenzveranstaltung werden, sondern ein Debattierklub: Ranga Yogeshwar will auf der neuen Cebit über künstliche Intelligenz sprechen: „Menschen und Maschinen – wer programmiert wen?“

Die Cebit-Verantwortlichen meinen, dass das eine berechtigte Frage wäre. Mittlerweile weiß es aber schon die ganze IT-Szene: Computer „programmieren“ sich mittels Machine/Deep Learning selber.

Zahlreiche „Notausschaltungen“ von Computersystemen haben es in den vergangenen Monaten gezeigt: Ein Deep-Learning-System kann so schnell „lernen“, dass nur noch das Ziehen des Netzsteckers hilft, um des Systems wieder Herr zu werden.

Strom weg, Speicher leer – das Gelernte ist vergessen! Aber auf der neuen Cebit wird unter Anleitung von Ranga Yogeshwar erst einmal diskutiert, wer denn hier wen beherrscht oder programmiert.

Schon jetzt ist offensichtlich, dass die neue Cebit im Juni 2018 ein derber Debattierklub ohne Mehrwert und Bezug zur IT-Realität wird. Letztendlich wird versucht werden, unter einem neuen Deckmantel weiterhin Quadratmeter zu vermieten.

Die Chance auf eine offene und transparente Themenfindung an der IT-Basis wurde nicht genutzt. Die wahren Themen findet man nicht am Golfplatz, in den Vorstandsetagen sowie den einschlägigen DSAG- und Sapphire-Keynotes, sondern im Vertrieb, beim Helpdesk, im Support, bei den Datenbank- und Netzwerk-Admins, bei den SolMans – eben an der SAP-Basis, aus der sich auch das E-3 Magazin speist: authentisch, agil und transparent.

 

Das könnte Sie auch interessieren

0 Kommentare

Dein Kommentar

Möchten Sie uns Ihre Meinung zum Thema sagen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.