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Künstliche Intelligenz nimmt SAP-Experten die Aufgaben weg – gut so

Autonom fahrende Autos, digitale Assistenten oder Chatbots: KI verändert derzeit viele Branchen und Fachbereiche. Am häufigsten eingesetzt wird KI bisher in der IT-Abteilung – mit weitreichenden Folgen für SAP-Experten.

Rund 84 Prozent der Unternehmen weltweit beurteilen künstliche Intelligenz (KI) als essenziell für ihre Wettbewerbsfähigkeit, jedes zweite misst der Technologie erhebliche Transformationskraft bei.

Das ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage von Tata Consultancy Services. Laut den befragten Führungskräften wirkt sich KI auf nahezu alle Unternehmensbereiche aus.

Wenig überraschend nutzen heute hauptsächlich IT-Abteilungen künstliche Intelligenz: Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Unternehmen spüren so Sicherheitslücken auf, lösen Anwenderprobleme oder automatisieren Routineabläufe.

Inzwischen kann KI auch in SAP-Lösungen häufig vorkommende Fehler in Geschäftsprozessen lösen, Compliance-Verletzungen vorbeugen und die Komplexität reduzieren.

Dazu bildet die KI-Lösung funktionale und technische Beziehungen zwischen Elementen wie SAP-Modulen, Anwendungsfunktionen, Infrastrukturkomponenten, Geschäftsprozessen und der Unternehmensstruktur in einem sogenannten Blueprint ab.

Diese Wissensbasis wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert. So werden Muster erkannt, beispielsweise wie bestimmte Funktionalitäten genutzt werden oder in welchen Bereichen Fehler auftreten.

Auf Grundlage dieser Informationen ist die Anwendung in der Lage, potenzielle Probleme einschließlich einer Einschätzung des möglichen Einflusses auf kritische Geschäftsprozesse zu erkennen und bestehende Fehler automatisch zu lösen.

Doch kognitive Lösungen bearbeiten nicht nur Routineabläufe oder beheben Systemrisiken im Bereich IT-Operations, auch Geschäftsrisiken wie Compliance-Verletzungen oder Kreditrisiken können so erkannt werden.

Pilotprojekte zeigen: Die durchschnittlich benötigte Zeit für die Problembehebung wird von ein bis 20 Stunden auf weniger als fünf Minuten reduziert.

Die Berater von McKinsey prognostizieren: In Geschäftsbereichen wie der IT kann die künstliche Intelligenz 30 Prozent der Tätigkeiten übernehmen. Somit sehen wir durch die Verfügbarkeit großer Datenmengen und entsprechender Hardware, die diese Daten effektiv verarbeiten kann, in der IT-Abteilung eine Entwicklung, die vor Jahrzehnten in Werkhallen anfing:

Auch hier haben sich durch den Einsatz und die Weiterentwicklung von Robotik bestimmte Tätigkeitsfelder stark verändert oder sind traditionelle Berufsbilder fast ausgestorben. Wie die Robotik hat künstliche Intelligenz das Potenzial, Produktivitätssteigerungen zu ermöglichen, und wird auch Veränderungen in Prozessabläufen bedingen.

Ich habe aber noch nicht erlebt, dass aufgrund von Automatisierung in der IT-Abteilung Arbeitsplätze von Spezialisten wegfallen. Die Automatisierung macht Mitarbeiter aber produktiver, indem zum Beispiel regelbasierte und sich stetig wiederholende Tätigkeiten von der KI-Lösung übernommen werden.

Und selbst wenn Arbeitsplätze wegfallen, lassen Arbeitgeber die Mitarbeiter nicht ziehen, sondern investieren in die Weiterbildung. Grund ist das Fachwissen der Mitarbeiter über Unternehmen und Branche sowie der Fachkräftemangel:

Vor allem SAP-Experten sind gesuchte Spezialisten. Derzeit gibt es laut Branchenverband Bitkom in Deutschland insgesamt 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, das entspricht einem Anstieg um fast 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

Da ist es sinnvoll, die weniger fordernden Aufgaben zu automatisieren. Und ich kenne keinen SAP-Experten, der gerne umfangreiche Jobketten oder die Server in der Systemlandschaft überwacht oder Help-Desk-Tickets klassifiziert und den richtigen Experten zuordnet.

Und es gibt noch andere Bereiche, in denen KI-Lösungen die IT-Spezialisten unterstützen können, wie beispielsweise beim Einspielen von Patches und Updates, bei der Anwenderadministration und Berechtigungsverwaltung oder bei der Datenmigration – und diese Liste ließe sich noch fortsetzen. So bleibt mehr Zeit für höher qualifizierte Tätigkeiten – ohne den Ballast der genannten Routineaufgaben.

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