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Optimierte Bierfahrten mit SAP

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Geschrieben von E-3 Magazin

Mithilfe eines Hofleitsystems kann die Holsten Brauerei die Fahrzeugbewegungen an mehreren Standorten über das SAP-System überwachen und steuern.

Bei der hohen Anzahl an täglichen Lkw-Ein- und Ausfahrten an den verschiedenen Werken der Holsten Brauerei galt es den Überblick über den Status und Standort der Fahrzeuge zu wahren und dabei gleichzeitig die Fahrzeugbewegungen gezielt zu steuern und zu überwachen.

Die Brauerei ist seit 2004 ein Tochterunternehmen der internationalen Carlsberg-Gruppe, der viertgrößten Brauerei-Gruppe der Welt. Der Koordinationsaufwand für die Prozesse in der Logistik war enorm und erklärte auch die hohen administrativen Kosten.

Hinzu kamen lange Auftragsdurchlaufzeiten und die damit verbundenen erhöhten Lieferzeiten aus Sicht der Kunden. Ziel der Holsten war eine nachhaltige Senkung der logistischen Kosten sowie die Optimierung der Logistikprozesse, insbesondere der Steuerung und der Überwachung der Fahrzeugbewegungen an den verschiedenen Standorten.

Eine SAP-Hofleitsystem-Lösung von Serkem verschafft dem Getränkehersteller einen Überblick über Fahrzeugbewegungen an mehreren Standorten.

Das Staplerleitsystem registriert alle Lkw bei der Ein- und Ausfahrt auf das jeweilige Brauereigelände und zeigt im SAP alle Transportmittel an, die sich auf dem Hof befinden.

Dabei ist eine Anzeige aller Transporte zum gewählten Standort in Abhängigkeit von Status, Datum, Umschlagstelle etc. möglich. Daneben verfügt die Lösung über weitere Funktionen, die der Brauerei dabei helfen, die Durchlaufzeiten zu verkürzen und die Kosten zu senken.

Bierlogistik Holsten

Das Zeitfenster von 15 Minuten für Be- und Entladung des Lkw wird ohne Probleme eingehalten. Über eine Terminreservierung können Touren vorab geplant und für die Steuerung relevante Zeiten berechnet werden.

Ladelisten können bereits im Vorfeld per Mail an den Spediteur geschickt werden. Die Planung der Fahrzeuge wird sowohl aufseiten der Brauerei als auch aufseiten der Spediteure vereinfacht.

Fahren die Fahrzeuge auf dem Gelände ein, werden Ein- und Ausfahrtgewicht je Fahrzeug über eine angebundene elektronische Waage erfasst und im System gespeichert. Eine Ampel­darstellung macht im SAP auf einen Blick ersichtlich, ob z. B. Grenzwerte erreicht oder überschritten werden. Die Prozess­sicherheit wird dadurch deutlich erhöht und Fehlerquellen werden reduziert.

Zusätzlich kann im SAP jedem Fahrzeug eine Verladespur zugewiesen werden, inklusive der Anlage der Transport­aufträge. In Kombination mit dem angebundenen Pieper SAPphone wird dem jeweiligen Fahrer dann die richtige Verladespur auf dem Pieper angezeigt.

Die Zuordnung der Spur im SAP startet die Aktionen: Die Lkw werden über den Pieper benachrichtigt und ein Fahrauftrag im Staplerleitsystem automatisch erzeugt. Dazu wird zu jedem Transportmittel lediglich eine Tour- und Piepernummer im SAP-System eingegeben.

Um die Durchlaufzeiten weiter zu senken, wird ein Cross-Docking-Konzept im Projekt realisiert: Bei der Aufnahme von Gebinden an den Abfüllanlagen wird geprüft, ob der Fahrauftrag zu einer Auslieferung umgeleitet werden kann. Ist dies der Fall, wird das Flurförderfahrzeug automatisch zur entsprechenden Spur geführt.

Der von Serkem entwickelte Staplerleitsystem-Lagerleitstand wurde an die Prozesse der Brauerei angepasst. Mithilfe des Lagerleitstands können Umbuchungen und Umlagerungen schnell und einfach vorgenommen werden. Darüber hi­naus werden kritische Fahraufträge in Bezug auf Zeit und Priorität besonders gekennzeichnet.

Auswertungen und Statistiken ermöglichen Holsten, die Prozesse kontinuierlich zu überwachen und mögliches Optimierungspotenzial zu ermitteln. Dazu werden zum einen die insgesamt zurückgelegten Wege je Flurförderfahrzeug sowie die erbrachte Leistung pro Benutzer und Fahrzeug ermittelt, verschiedene Zeitdifferenzen berechnet und die Möglichkeit geschaffen, den Grund für zu lange Wartezeiten anzugeben.

Holsten profitierte vom eingeführten Hofleitsystem vor allem durch eine nachhaltige Senkung der logistischen Kosten. Die Performance wurde erhöht und die Investition amortisierte sich innerhalb kürzester Zeit.

Gleichzeitig wurden die Auftragsdurchlaufzeiten erheblich verkürzt und Leerfahrten vermieden. Die Flurförderfahrzeuge werden jetzt bei Holsten wegeoptimiert, in Abhängigkeit von Prozess- und Auftragsprioritäten, durch das Werksgelände geführt.

Alle Abläufe werden in Echtzeit im SAP-System abgebildet und die Einrichtung eines Warnsystems bei kritischen Prozessen sorgt für zusätzliche Transparenz und Sicherheit.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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