Die Meinung der SAP-Community IA4SP-Kolumne MAG 1710

SAP-Workflows mobilisieren

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Geschrieben von Thorsten Bingmann, IA4SP

Papier ist out. Arbeits- und Genehmigungsprozesse digital ohne Medienbruch gehören heute zum guten Ton. Seit sich Smartphone und Tablet auch im Unter­­nehmen durchgesetzt haben, sollen elektronische Workflows ebenso mobil werden.

Unter der Federführung eines Kunden wurden vor der Projektarbeit die Themen im IA4SP-Partnerverband eingehend diskutiert und anhand der konkreten Kundensituation konzeptioniert.

Die größten Herausforderungen im Projekt waren die Anpassung an moderne Browser ohne aufwändige Neuprogrammierung der Weboberflächen, die Unterstützung mobiler Geräte sowie die gemeinsame Nutzung von verschiedenen Benutzeroberflächen: SAP GUI, WebDynpro und mobile Devices.

Im Unternehmen wird international für alle Mitarbeiter ein Workflow genutzt, um Investitionen zu beantragen und alle weiteren Kommunikationsprozesse zu steuern: Es können Rückfragen gestellt, Dokumente angefügt und Genehmigungsschritte an andere Mitarbeiter weitergeleitet werden.

Die Businesslogik liegt mit technischen Attributen und Ereignisse im SAP-System. „Der Investitionsworkflow ist ganz zentral in unserem Unternehmen verankert und wird intensiv genutzt. Darum ist es wichtig, dass er stabil funktioniert.

„Wenn wir jetzt noch eine Zugriffsmöglichkeit für Mobilgeräte hätten, wäre das optimal“

erklärt der zuständige Projektleiter.

Spricht man von mobilen Zugriffen, denkt man oft an Apps, die in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden können. Aber nicht jede Anwendung muss als native App realisiert werden.

In vielen Fällen ist eine „responsive“ Webanwendung die richtige Wahl. Hier bieten die neuen html5-Technologien die Möglichkeit, dass die Anwender immer die gleichen Inhalte sehen, unabhängig davon, mit welchem Gerät und welchem Browser sie unterwegs sind.

Doch nicht nur die Technik ist entscheidend für die Benutzerakzeptanz, sondern auch die Inhalte. Die Zugriffe sollen schnell, unkompliziert und effizient erfolgen.

„Die mobile Version wird vorwiegend vom gehobenen Management genutzt“

betonen die Verantwortlichen.

„In diesen Größenordnungen für Investitionen verzichten wir auf einige Detailfunktionen.“

Die Kunst bei einer Workflow-Mobilisierung liegt also auch im Weglassen. Erst durch ein kompaktes Design und sinnvoll beschränkte Aktionen eröffnen sich echte Mehrwerte.

Im Hinblick auf die verfügbaren Lösungen ist SAPUI5 sehr attraktiv. Dieses Framework basiert auf HTML5 und jQuery. Architektonisch konsumiert SAPUI5 Services von dem SAP NetWeaver Gateway und unterstützt damit eine skalierbare serviceorientierte Architektur.

Ein wichtiges Ziel bei der Abbildung des Workflows war, dass alle Workflow-Daten konsistent gespeichert werden – unabhängig von der verwendeten Benutzeroberfläche.

Dabei generieren der GUI, WebDynpro und SAP UI5 Workflow-Ereignisse. Diese gewährleisten also in den verschiedenen User Interfaces die geforderte betriebswirtschaftliche Stabilität.

Die Bereitstellung der Daten erfolgt auf dem SAP NetWeaver Gateway. Hier können vorhandene Funktionsbausteine genutzt und auch eigene Service modelliert werden.

Diese Arbeiten sind für erfahrene Web- und JavaScript-Programmierer ohne große Probleme machbar. Für die UI5-Anwendung wurde Split Screen mit einer Liste der eigenen Aufgaben auf der linken und einer Detailsicht auf der rechten Seite ergänzt.

Aus der Detailsicht sind die weiteren Aktionen möglich: Weiterleitung, Rückfrage, Anhängen von Dokumenten. Das „responsive Design“ erkennt den Gerätetyp und schaltet automatisch zwischen Hoch- und Querformat um. Die einfachen Oberflächen sind nahezu selbsterklärend, sodass sich gerade Top-Manager ganz auf die Arbeit am Workflow konzentrieren können.

Fazit:

Die Erfahrungen mit dem mobilen Workflow sind sehr positiv. Geschäftsführung und Manager loben die aufgewertete und einfache Benutzeroberfläche mit den vertrauten Farbräumen. Die Bedienung ist „flicker“-frei und fühlt sich flüssig und sympathisch an.

Die verschiedenen Technologien stellen möglicherweise eine Herausforderung dar, die nicht mehr nur aus einer Hand geliefert werden kann: Webtechnologien, Abap, Infrastruktur, Security, mobiles Device Management.

Unter der Federführung des Kunden wurden vor der Projektarbeit die Themen im IA4SP-Partnerverband eingehend diskutiert und anhand der konkreten Kundensituation konzeptioniert.

Über den Autor

Thorsten Bingmann, IA4SP

Thorsten Bingmann ist Mitglied des IA4SP-Arbeitskreises Applications sowie Geschäftsführer bei Junato.

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