Die Meinung der SAP-Community Hausmitteilung MAG 1710

KI killt Arbeitsplätze

Hausmitteilung
[shutterstock:426481501, BrAt82]

Seit Ende August bin ich fest davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz, also Maschinen, schon sehr bald Tausende von Arbeitsplätzen – zumindest zu meinem Vorteil – vernichten werden.

Warum? Nicht weil Machine/Deep Learning ein unschlagbares Argument ist, sondern weil der Mensch sich selbst im Weg steht oder zumindest vorgibt, unfähig zu sein.

Wir haben seit 1. September dieses Jahres ein neues Büro: Unseren Standort in München haben wir aufgelassen und sind nach Freilassing an die deutsch-österreichische Grenze übersiedelt – das hat sehr, sehr viele Vorteile und kaum Nachteile. Jedoch war die Übersiedlung nicht trivial und führte eben zur Erkenntnis: KI killt Arbeitsplätze.

Von einem Distributor für Netzwerkartikel erwartete ich eine dringende Lieferung, weil aber das neue Büro noch nicht täglich besetzt ist, vereinbarte ich auf der Website des Logistikunternehmens einen Wunschtag der Anlieferung.

Ich sah, dass das Paket schon den größten Teil seiner Reise quer durch Deutschland zurückgelegt hat und nun in Aschheim bei München zwischengelagert wurde.

In zwei Tagen (mein Wunschtermin) sollte es dann in Freilassing, Entfernung etwa 130 Kilometer, aufschlagen. Ich wartete und es kam nicht. Ein Anruf bei der Logistik-Hotline erbrachte folgendes Resultat:

Vielleicht wird es am nächsten Tag zugestellt – ein Samstag, wenn bestimmt niemand im Büro ist; einen zweiten Wunschtermin kann man im System nicht hinterlegen; und eigentlich weiß niemand, warum das Paket nicht zugestellt wurde, wo es ist und wann es wirklich ankommen wird – demnächst aber sicher!?

Das Telefonat mit der Person aus dem Logistik-Callcenter dauerte etwa fünf Minuten und erbrachte kein Ergebnis. In zwei Minuten hätte ich meine Daten in einem Browser-Fenster selbst eintippen können – und bei einem intelligenten IT-System einen zweiten Wunschtermin hinterlegen können. Der Mensch war in dieser Kette von Logistikausfällen vollkommen unnötig und hinderlich.

Nach der Installation der neuen Telefonanlage konnte man telefonieren, aber nur beschränkt angerufen werden. Von manchen externen Telefonnummern funktionierte es, aus dem Ausland (Österreich) überhaupt nicht.

Ein Anruf beim Support des Telekom-Anbieters erbrachte keine unmittelbare Klärung. Nach zwei Tagen war das Problem immer noch nicht gelöst und niemand wusste Rat.

Nach einer Eskalation bis in die Geschäftsleitung kümmerte sich ein erfahrener Techniker um das Problem: Unsere Telefonnummer (+49 8654/77130-0) hatte davor ein anderes Unternehmen und bei der Übertragung wurde übersehen, die alte Konfiguration zu löschen – was fehlte, war ein simples „Reset“.

Danach funktionierte alles einwandfrei. Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Menschen hier involviert waren. Aber ein einfaches Web-Portal, wo man sich mit seinem Internet/VoIP-Kennwort und Passwort einwählt und dann auf eigene Gefahr ein „Reset“ auslöst, hätte das Problem innerhalb von fünf Minuten gelöst (meine fixe IP-Adresse für unser VPN darf und kann ich ja auch selbstständig über das Portal des Telekom-Providers einrichten).

Sowohl die Logistik- als auch Telekom-Probleme waren „menschlich“ verständlich, aber eine Problemlösung ohne Menschen wäre möglich und schneller gewesen – solange die Mitarbeiter in den Callcentern sich wie „dumme“ Maschinen benehmen, ist ihr Arbeitsplatz gefährdet. Es ist also der Mensch, der durch sein reduziertes und beschränktes Handeln den Platz für die KI-Maschinen freimacht. (pmf)

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, München, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel +49(0)89/210284-21

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