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SAP-Instandhaltung mobil

[shutterstock.com:661115488, Gorodenkoff]
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Geschrieben von Eli Jones, IT-Motive

Mit der Einführung einer mobilen Lösung wird die Digitalisierung in den Bereichen Instandhaltung und Asset Management sinnvoll vorangetrieben. Effizientere Arbeitsorganisation, Kostenersparnis und eine gesteigerte Datenqualität sind wesentliche zu erwartende Vorteile.

Die Verwendung von Smart­­phones und Tablets, welche in direkter Kommunikation mit dem SAP-EAM-Modul stehen, garantiert End-to-end-Prozessabläufe ohne Medienbrüche und Schnittstellenverluste.

Der Zugewinn an Effizienz und Komfort wird bei der Betrachtung eines alltäglichen Anwendungsfalles unter Verwendung einer mobilen Lösung in der Instandhaltung deutlich:

Betrachten wir ein begrenztes Szenario, bei dem ein Produktionsmitarbeiter ein defektes Equipment zur Instandhaltungsmaßnahme meldet.

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Da der Mitarbeiter über ein mobiles Endgerät verfügt, kann er den technischen Platz und das Equipment durch einfaches Einscannen des Barcodes oder über RFID aufnehmen.

Auch Fotos können so übermittelt werden, auf denen die defekte Stelle mit handschriftlichen Markierungen verdeutlicht ist. Es entfallen hier Übertragungsfehler beim Aufschreiben in das Papierformular.

Die Information steht ohne Zeitverlust für den Teamleiter im SAP ERP zur Verfügung. Eine falsche Erfassung ist durch den Scan-Vorgang und die Verwendung von optionalen Schadenscodes oder Textbausteinen so gut wie ausgeschlossen.

Dieser kann den Auftrag mit wenig Aufwand disponieren, da die Daten bereits im SAP sind und er ohne Umstände Einblick in die Verfügbarkeit oder Lieferzeit von möglicherweise notwendigen Ersatzteilen erhält.

Ist der Auftrag platziert, erhält der Instandhalter auch die gesamte spezifisch notwendige technische Dokumentation, Checkli­sten sowie Vorgan­gs­historie zum defekten Equipment. Alles zentral auf seinem mobilen Endgerät.

Eli Jones

Am defekten Gerät scannt der Instandhalter den Barcode ein und meldet hiermit automatisch die Startzeit der Reparaturmaßnahme. Wenn nötig, wird er über die auf das Gerät synchronisierte Dokumentation schrittweise durch die zu erledigenden Tätigkeiten geführt.

Für die Rückmeldung des Befundes und der abgeschlossenen Arbeiten kann der Instandhalter auf vorgefertigte Textbausteine zurückgreifen. Freitexteingabe ist allerdings auch weiterhin verfügbar.

Neben dem reinen Zeitgewinn wird so auch ein standardisiertes Reporting möglich. Da die Ergebnisse aller Checklisten in Tabellen im SAP vorliegen, können Auswertungen und Berichte im System automatisiert erstellt werden.

Die auszufüllenden Checklisten (primär bei W&I-Aufträgen) sind ebenfalls auf dem mobilen Endgerät vorhanden. Hier entfallen die Zettelwirtschaft und das Risiko von Übertragungsfehlern.

Der Instandhalter kann seine abgeschlossene Arbeit per digitaler Unterschrift dokumentieren, und es kann ein digitaler Freigabeprozess implementiert werden.

Vorteile sind u. a. die Reduktion administrativer Tätigkeiten, eine Optimierung der Datenqualität, eine gesteigerte Auswertefähigkeit, mehr Prozesssicherheit und die Zeitersparnis.

Muss: Flexible Lösung

Es ist nicht ausreichend, wenn eine mobile Applikation die Prozessanforderungen zum Zeitpunkt der Erstinbetriebnahme erfüllt, aber aufgrund einer statischen Entwicklungsplattform zukünftige Anpassungen nur unter großen Kosten ermöglicht.

Bevor ein Unternehmen sich für ein Pilotprojekt mit einem Anbieter entscheidet, sollte die Frage nach der flexiblen, kostengünstigen Erweiterbarkeit der Lösung bei Veränderungen in den Anforderungen und Prozessen geklärt sein.

Ist die erste Investition einmal getätigt, wird es schwerer, die Plattform zu wechseln. Es stellt sich aber nicht nur die Frage nach der Flexibilität der angebotenen Entwicklungsplattform, sondern auch, ob diese dem Kunden zur Verfügung gestellt werden kann.

Der Einsatz unterschiedlicher mobiler Geräte im Rahmen einer Anwendung ist zwingend erforderlich, damit dem Anwender entsprechend seinen Tätigkeiten das optimale Gerät zur Verfügung gestellt werden kann.

Offline, aber richtig

Die Erfahrung zeigt, dass es kaum Kunden gibt, denen ein ausschließliches Online-Szenario ausreicht. Der Begriff offline muss ausführlich hinterfragt werden.

Wesentlich ist ein ausgefeiltes Synchronisationskonzept und ob dieses bis ins Dokumenten-Management-System und SAP hineinreicht. Über die Jahre kann sich die Präferenz der Endgeräte-Auswahl und mobiler Betriebssysteme im Unternehmen verschieben.

Es gilt, darauf zu achten, dass der Wechsel des mobilen Endgerätes oder gar mobilen Betriebssystems keine hohen Folgekosten verursacht.

Das Spannungsfeld zwischen fachlichen Anforderungen, SAP-Expertise und Erfahrung in der Entwicklung mobiler Applikationen ist komplex.

Es ist wichtig, einen Anbieter auszuwählen, der sowohl Erfahrung in der Programmierung von mobilen Anwendungen als auch fundiertes Wissen über die operativen Abläufe und Prozesse in der Instandhaltung hat.

Viele Unternehmen haben den Nutzen der Digitalisierung bei der Instandhaltungslösung erkannt. Die Reduktion administrativer Tätigkeiten und Verfügbarkeit aller relevanten Informationen führt zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit im Bereich Instandhaltung. Die gesteigerte Effizienz führt zu Kostenvorteilen und verbesserter Datenqualität in der Instandhaltung.

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Eli Jones, IT-Motive

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