Die Meinung der SAP-Community Hausmitteilung MAG 1709

Vertriebsmitarbeiter

Hausmitteilung
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Vor ein paar Monaten saß ich mit dem CEO eines SAP-Partners in einer Hotelbar in Amsterdam. Ich erzählte von unserer über fünfzehn Jahre langen Bildungsarbeit in der SAP-Community, den Höhen und Tiefen des Produzierens eines Monatsmagazins, von Schreibblockaden sowie von wirklichen und imaginären Medienkrisen.

Und wir sprachen auch über Mitarbeiter – genauer: über den Mitarbeiter- und Nachwuchsmangel in der SAP-Community. Ich erwähnte, dass unsere Geschäfte wirklich gut laufen, es auf Basis von neuen Print-Produkten, Web, Video und Social Media viele Möglichkeiten und Chancen gibt – nur ein schlagkräftiger Vertrieb fehlt uns.

Mein Gegenüber war erstaunt, dass wir als Special-Interest-Magazin überhaupt einen Vertrieb brauchen. Als führendes Magazin in der Community sollten sich doch Geschäftsbeziehungen im gegenseitigen Einvernehmen ohne aufwändige Vertriebsaktivitäten ergeben.

Ich fühlte mich geschmeichelt und verwundert: Ja, vielleicht könnte sich das Produkt „E-3“ wie geschnittenes Brot verkaufen? Und wie ist es mit SAP? Braucht SAP ein Marketing und einen Vertrieb? Offensichtlich, denn der oberste Mitarbeiter, SAP CEO Bill McDermott, versteht sich als Verkäufer.

Mitte August war wieder einmal auf Spiegel Online eine Reportage über Bill McDermott zu lesen: Er betrachtet alles aus Kundensicht. Er fühlt sich zu 100 Prozent seinen Kunden verpflichtet. Er lebt seit seinem Berufsstart bei Xerox für den Verkauf und für die Kunden.

Also brauchen auch so erfolgreiche Produkte wie „SAP“ eine schlagkräftige Verkaufsmannschaft? Der Spiegel-Autor sieht einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem überdurchschnittlichen Wachstum von SAP in den vergangenen Jahren und den Aktivitäten von Bill McDermott.

Offensichtlich macht der „Verkäufer“ McDermott einen besseren Job als seine Vorgänger, die „Techniker“ Hasso Plattner und Henning Kagermann (die kurze Regentschaft von „Verkäufer“ Léo Apotheker soll hier ausgespart bleiben).

Ist der aktuelle Erfolg der SAP wirklich dem ewigen Optimisten und „Verkaufsgenie“ Bill McDermott geschuldet? Oder vielleicht dem Bestandskundenstamm, der in den vergangenen Jahren von Dietmar Hopp, Hasso Plattner und Henning Kagermann aufgebaut wurde?

Die Wirtschaft hat sich seit 2008 erholt, im Markt ist viel Geld, die Unternehmen investieren und wachsen – und kaufen somit auch SAP-Lizenzen und Dienstleistungen, weil sie es brauchen.

R/2, R/3, die Enterprise-Version, ERP/ECC 6.0 und S/7 (SAP Business Suite 7) waren und sind hervorragende Produkte – warum diese nicht kaufen, wenn das eigene Unternehmen von der Software profitieren kann.

Meine Meinung:

SAP kauft man, weil es eine Szene, eine Community, eine Wertegemeinschaft gibt. Tausende SAP-Partner stehen weltweit mit Rat und Tat zur Seite. Jährlich kommen sehr gut ausgebildete Fachleute von den Universitäten und Hochschulen, wo SAP zum Unterrichtsmaterial zählt.

Die SAP-Universitäts-Allianzen machen hier international einen hervorragenden Job. In Summe: SAP mag komplex und teuer sein – aber mit SAP ist man fast immer auf der sicheren Seite. Und diese Community lebt, also der beste Grund, weiter in SAP zu investieren.

Ein erfolgreicher Verkäufer an der Spitze von SAP geht in Ordnung, aber den Umkehrschluss will ich nicht akzeptieren: SAP wächst, weil Bill McDermott an der Spitze steht – SAP wächst, weil sie durch jahrelange harte und erfolgreiche Arbeit eine stabile und verlässliche Bestandskundenschaft sowie ein agiles SAP-Partner-Ecosystem vorweisen kann.

Ein Vertrieb wird immer notwendig sein, weil es eine Schnittstelle zu den Kunden braucht – aber die Qualität und Kompetenz der anderen Mitarbeiter ist ebenso gefragt. Und wir suchen für unser neues Büro in Freilassing (Bayern) noch immer Vertriebsmitarbeiter!

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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