Meik Brand, QSC, Michael Jores, Suse Linux, Michael Schulz, Fujitsu

Meik Brand, QSC, Michael Jores, Suse Linux, und Michael Schulz, Fujitsu (v.l.) erklären Strategie und Customizing von Hana, S/4 inklusive Logistics und IoT auf Basis von Open Source und Multi-Cloud Computing: Nur noch ein ganzheitlicher Ansatz garantiert den Erfolg!

Fundament und Stütze für Hana, S/4 sowie IoT

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Unbestritten, aus Linux – eine weiter Plattform für R/3 – wurde ein Open-Source-Szenario, das den Bestandskunden on-premise aber speziell beim Cloud Computing völlig neue Perspektiven bietet. Anders gesagt: Hana, S/4, Cloud, IoT und Leonardo wären ohne die Partnerschaft von SAP und Suse Linux nicht vorstellbar.

Die Themen der digitalen Transformation wie Hana, S/4 und IoT brauchen einen stabilen und strategischen Rahmen. Das SAP´sche Framework für diese digitale Transformation beruht auf Open Source und dort wo es möglich ist auf Cloud Computing.

Über diese neue Architektur sprachen das E-3 Magazin mit Meik Brand, Business Development Manager S/4 Hana, SAP CP, IoT, Big Data und SAP Alliance Manager bei QSC, Michael Jores, Regional Director Central Europe bei Suse Linux und Michael Schulz, Head of Sales Central Europe Fujitsu.

„Grundlegend ermöglicht Open Source das zur Verfügung stellen offener Standards. Gerade bei der Fragestellung des Managements von Hybrid Cloud und Mulit-Cloud Ansätzen ermöglichen diese offenen Standards erst die Umsetzung eines Cloud Deployment Szenarien“

beschreibt gleich zu Beginn des Gesprächs Michael Jores von Suse Linux die umfassende Bedeutung von Open Source in der SAP-Community – das war nicht immer so.

Und Jores ergänzt folgerichtig:

„Als Technologie stehen hier OpenStack für IaaS und Cloudfoundry als PaaS aus der OpenSource Community zur Verfügung und ermöglichen eben diese Standardisierung, die für Hybrid Cloud Ansätze und damit für die Anwendungsebene S/4 notwendig sind. Damit wird die digitale Transformation und damit die Digitalisierung der Prozesse ideal unterfüttert“.

Core Data Services

Jens-Gero Boehm, Suse Linux Direktor Partner Sales Central Europe sowie Kollege von Michael Jores, ergänzt und definiert den operativen Ansatz:

„Durch die Transformation von ERP/ECC 6.0 nach S/4 verändern sich die Anteile der Logik in der Applikation und Datenbank, Stichwort: Core Data Services. Zudem werden die Geschäftsprozesse neu modelliert und digitalisiert.

Daraus ergeben sich neue Gewichtungen der Core-Prozesse, Individual- und Standardteile der Anwendung. Hieraus folgt für die Anwendungsentwicklung ein neues Devops-Modell, welches auch in ein neues Rechenzentrums-Deployment-Modell mündet.

Mehr Agilität und die gleichzeitige Vereinfachung des Managements des Rechenzentrums scheinen erstmal ein Widerspruch, können aber mit OpenSource gut aufgelöst werden.“

Jens Boehm

Jens-Gero Boehm ist Suse Linux Director Partner Sales Central Europe.

Linux stellt für die SAP-Bestandskunden zunächst eine Standardisierung der Betriebssystemplattform dar.

„Mit OpenStack wird die Automatisierung dieser Infrastruktur gewährleistet und mit Cloudfoundry können mit Microservices beispielsweise IoT-Applikationen entwickelt werden“

beschreibt Michael Jores die aktuelle Strategie.

„Für die Entwicklung und Betrieb der SAP-Core-Prozesse macht es absolut Sinn eigenes Know-how und on-premise Rechenzentren aufzubauen, den Rest der SAP-Landschaft kann durch SAP-Partner und externe Rechenzentren abdeckt werden.“
Der Wechsel als Chance

„Wir als Fujitsu haben die Erfahrung gemacht, dass ein Wechsel eine einmalige Chance ist für alle unsere Kunden und alle, die es noch werden wollen. Gleichzeitig ist der Wechsel eine einmalige Gelegenheit, die eigenen Prozesse zu hinterfragen.

Und in der Migration nur die dynamischen Prozesse mitzunehmen, die in der zukünftigen Umgebung auch tatsächlich benötige – immer mit dem Hinblick, was sich bei S/4 auch tatsächlich umsetzen lässt“

lobt Michael Schulz, Head of Sales Central Europe Fujitsu, die neuen Optionen und Möglichkeiten für die SAP-Bestandskunden.

Und auch bei Fujitsu gibt es wie bei SAP eine Linux-Historie und ein breites Bekenntnis zu Open Source:

„Wir haben schon seit 2003 auf Open Source und auf Standards gesetzt speziell im SAP-Umfeld“

weiß Michael Schulz.

„Wir haben damals mit Suse und NetApp einen Vorläufer des Computing Adaptive Controllers entwickelt, der heute die Basis bildet für unsere Betriebsumgebung im SAP-Umfeld – nämlich Flexframe. Sie steht für Flexibilität und Agilität in diesem Umfeld.

Die Standards sind für uns maßgeblich für die Entwicklung von diesen Systemen. Denn eine proprietäre Umgebung hat lange nicht die Dynamik in der Weiterentwicklung wie wir das in den Open-Source-Modellen sehen.“

Open Source und Suse Linux sind mittlerweile ein fixer Bestandteil der SAP-Community.

„Als Open-Source-Pioniere eines Enterprise Linux für den SAP-Markt, ist für uns eine technologische, enge Zusammenarbeit mit SAP wichtig und der Support eben dieser Technologieplattformen in der Weise sicherzustellen, dass die Betriebsstabilität des SAP Rechenzentrums jederzeit gewährleistet ist“

betont Jens-Gero Boehm. Und Michael Jores weiß, dass die Erfolgsgeschichte Open Source weitergeht:

„Die Themen Linux, OpenStack und Cloudfoundry sind gesetzt. Im Bereich Software Defined Storage ergeben sich im Moment mit CePH interessante technologische Entwicklungen, um mit einem Software Defined Storage Ansatz Kosteneinsparungen zu realisieren und auch die Storage-Ansätze zu modernisieren.“

„Um den Mehrwert der Digitalisierung für das Unternehmen zu realisieren, benötigen wir ein digitales Geschäftsmodell. Dieses wird durch digitale Geschäftsprozesse von S/4 gestützt“

erklärt Jores die aktuelle Strategie. Diese Geschäftsprozesse benötigen die relevanten Daten aus Sensoren, Personalplanung, etc. zur richtigen Zeit, um sie im Prozess verarbeiten zu können.

SAP Frameworks zur digitalen Transformation

Zur Analyse und Justierung des Geschäftsmodells werden analytische Fähigkeiten benötigt, die auf der SAP-Leonardo-Plattform vereint werden. „Das heißt, SAP stellt für jeden Schritt der digitalen Transformation des SAP-Kunden entsprechende Frameworks und Technologien zur Verfügung“

weiß Jores als Partner der SAP. Sein Kollege Boehm ergänzt und verweist auf weiter Aspekte:

„Ausgehend vom Geschäftsmodell der Betriebswirtschaft, werden die Geschäftsprozesse abgeleitet, die dann wiederum die Organisation definieren. Die Organisation bestimmt die Core-Prozesse und notwendigen Randprozesse.

Core-Prozesse halten Unternehmen in der Regel on-premise, Randprozesse lassen sich auch auf Public Cloud Umfeldern verlagern. In diesem Zuge wird Security zu einer Disziplin, die auf jeden Fall mit notwendiger Ernsthaftigkeit projektbegleitend einhergehen muss, da sowohl die Compliance Anforderungen des Unternehmens gesichert werden müssen und auch ein Hybrid-Cloud-Betrieb diese Anforderung stellen wird.“

Michael Schulz, Head of Sales Central Europe Fujitsu, ist sich der großen Herausforderungen beim Anwender bewusst:

„In einem IoT-Projekt werden viele Versuche unternommen der Versuche wegen. Wir sehen ganz klar im Vordergrund: den Schwerpunkt auf die Betriebswirtschaft zu legen.

Denn für die großen Mittelstandskunden in Deutschland ist eine Prozessoptimierung, der Optimierung der eigenen durchlaufenden Prozesse der wesentliche Treiber für IoT-Projekte – immer vor dem Hintergrund der Anbindung an bestehende SAP-Systeme.

Und hier sehen wir den absoluten Fokus. Wir haben selbst ein IoT-Kompetenzzentrum gegründet mit Sitz in München; sind selbst einer der größten Produzenten mit einem Werk in Augsburg. Und wissen sehr genau die Bedeutung der IoT in der Produktion und der Fertigung.“

Und Meik Brand von QSC ergänzt:

„IoT bedeutet Vernetzung und damit hat jedes IoT-Projekt per-se Charakteristika eines Cloud Projekts. Die Schwerpunkte ändern sich im Zeitverlauf, Anfangs steht oft die Organisation im Vordergrund, dann Integration und später die Skalierung sowie Betriebssicherheit.“

Und auch Brand erklärt, dass IT-Security hingegen im gesamten Prozess also von Anfang an zu berücksichtigen ist, eine erst spätere Betrachtung wird oft unverhältnismäßig teuer.

IoT braucht umfassende Plattformen

Bei den vielfältigen Anforderungen an IoT ist natürlich ein Plattformgedanke naheliegend.

„Der Begriff Plattform ist bei IoT und Industrie 4.0 sehr umfassend, da hier Infrastruktur und Applikation zusammenkommen und somit funktionale sowie betriebliche Aspekte“

weiß Meik Brand.

Daher hat sich bisher noch keine Einzellösung als „one fits all“ durchgesetzt. Für die Auswahlentscheidung sollte ein möglichst klares Anforderungsprofil entwickelt werden, gegen das dann mögliche Lösungen gespiegelt werden können.

„Immer dann, wenn die Prozessintegration oder auch leistungsfähige Analytics gefordert werden, ist Leonardo und S/4 eine gute Wahl, soll über die Anwendung sogenanntes Neuland erschlossen werden, so lohnt oft eine Prüfung von entsprechenden Speziallösungen“

meint Meik Brand.

Einen ähnlichen Ansatz zeigt auch Michael Jores von Suse Linux im E-3 Gespräch:

„Die Analyse des Geschäftsmodells und die mögliche Disruption desjenigen sollten den Ausgangspunkt darstellen. Wenn die Optimierung oder Umstellung des Geschäftsmodells daraus resultiert und die Digitalisierung der Prozesse einen Mehrwert bringt, dann wird es sich lohnen tiefer in die digitale Transformation mit IoT einzusteigen.

Als Plattform um z.B. mit Design Thinking diesen Prozess anzustoßen, existiert SAP Leonardo. Leonardo bietet auf Basis der SAP Cloud Plattform eine digitale Innovationsplattform, um die neuen Technologien rund um IoT, maschinelles Lernen, Blockchain, Analytik, künstliche Intelligenz und Big Data zu verbinden, damit entsteht ein System für digitale Innovationen. Um den Kundennutzen herauszuarbeiten, setzt SAP auf das Design-Thinking-Paradigma.“

Design Thinking – was ist machbar?

Die Idee über Design Thinking schnell zu Erkenntnissen und Resultaten zu kommen vertritt auch Michael Schulz:

„Wichtig ist der schnelle Aufbau von Kompetenzen und Erfahrungen, also ein schneller Lerneffekt. Fokus sollte auf dem Use-Case liegen (welche Ziele sollen erreicht werden) und auf eine schnelle Demonstration der technischen Machbarkeit, einem Proof-of-Concept.

Die Erfahrung zeigt, dass mit den ersten Show-Cases weitere Ideen entstehen – daher nicht zu lange am optimalen Konzept arbeiten, sondern pragmatisch starten.“

Es gibt viel zu tun: Auffallend beim Gespräch mit den Experten ist die Vielfalt der Themen, die sich aus Open Source und Cloud zuerst und dann aus Hana, S/4 sowie IoT ergeben.

„Kunden sollten den Wechsel auf S/4 nicht rein als ein technisches Upgrade mit Prozessverbesserungen sehen, sondern vielmehr auch die Themen wie Changemanagement und auch das Thema Personalentwicklung in den Transformationsprozess frühzeitig mit aufnehmen um folgende Fragestellen zu adressieren“

meint etwa Michael Jores von Suse Linux.

Maschinenkommunikation

Meik Brand von QSC weist darauf hin, dass nach der Vernetzung der Mensch- Mensch-Kommunikation – Social Media – nun die Maschinenkommunikation unausweichlich angelaufen ist.

„IoT ist kein Feature sondern Arbeitsgrundlage und wer diesen Trend nicht aufgreift, ist massiv bedroht. Technik ist heute lösbar und entwickelt sich schnell – eine positive Haltung, eine IT der zwei Geschwindigkeiten und konkrete Piloten gehören auf jede Agenda“

weiß Brand aus einer beruflichen Praxis. Zum Schluss hat noch Michael Jores ein paar sehr gute Tipps:

„Besonderes Augenmerk sollten Kunden bei Open Source auf moderne Technologien wie Hadoop für das Speichern von großen Mengen unstrukturierter Daten legen. SAP hat hierbei eine Schlüsseltechnologie entwickelt um eine Anbindung zu ermöglichen. Vora ist die In-memory-Abfrage-Engine für Apache Spark und Hadoop aus dem Hause SAP.“

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