Hausmitteilung

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Hausmitteilung: Möbiusband

Ein offener Brief: Sehr geehrter Herr Dr. Leukert, die SAP-Community und die E-3 Redaktion kennen Sie seit vielen Jahren als innovativen, technikbegeisterten Vorstand. Sie haben Großartiges für die SAP-Bestandskunden geleistet und tun dies immer noch. Aber Ihre Präsentationen kommen nicht mehr an. Kurz gesagt: Wir verstehen Sie nicht!

Wir machen uns Sorgen bezüglich Ihrer Auftritte bei öffentlichen Veranstaltungen wie Sapphire, TechEd und DSAG-Jahreskongress. Unsere Erwartungshaltung ist jeweils maximal und leider die darauffolgende Enttäuschung noch größer.

Vor einigen Jahren präsentierten Sie automatische Zahlvorgänge vom Auto aus an der Zapfsäule über eine SAP-App auf dem Smartphone. Auch Ihnen sollte bekannt sein, dass Tankstellen einen Großteil ihres Gewinns nicht mit Treibstoff, sondern mit Essen, Zeitungen, Autozubehör etc. machen. Wer im Auto sitzen bleibt, geht als Konsument für den Tankstellen-Shop verloren.

Sie erwähnten IoT während einer SAP-TechEd-Keynote und zeigten einen Kaffeeautomaten mit ein paar Sensoren, die über eine SAP-Cloud angefragt werden konnten.

Sie müssten es besser wissen: IoT ist Big Data. Hier entstehen Terabyte. Eine CNC-Maschine, die ein 50.000-Euro-Werkstück fräst, wäre der Wirklichkeit wesentlich näher gekommen.

In den Fabriken der SAP-Bestandskunden entstehen stündlich Millionen von Datensätzen. Hier darf dann auch der Kaffee kalt werden, wenn die Werkstücke das Fabriktor pünktlich verlassen.

Nächstes Thema:

Gebäudeautomation. Hat Ihnen bei der Vorbereitung zur Sapphire-Keynote niemand gesagt, dass Siemens schon seit Jahrzehnten eine vollständige Gebäudeautomation anbietet?

Einen Aufzug mittels IoT zu warten und die Gebäudepläne elektronisch abzurufen inklusive des Wartungshandbuchs ist nicht sehr innovativ – oder?

Und wer hat Ihre Präsentation zur diesjährigen Sapphire in Orlando entworfen? Freiwillig würden wir uns niemals unter ein Unendlichzeichen – eine liegende Acht – stellen.

Wollten Sie damit andeuten, dass Hana, S/4 und Leonardo unendlich mühsam sind? Man für das Customizing unendlich lang braucht? Herr Leukert, die SAP-Community versteht Sie nicht!

Oder soll es ein Paradoxon sein? Auf dem Weg zu Hana muss der SAP-Bestandskunde zuerst die halbe Wegstrecke zurücklegen, davor aber die Hälfte des Weges der ersten Hälfte und davor wieder die Hälfte dieses Wegstückes – diese Halbierung des zurückzulegenden Wegstückes lässt sich bis ins Unendliche fortsetzen.

Was bedeuten könnte, man braucht zum Customizing von Hana unendlich viel Zeit, um diese unendlichen Wegstücke bewältigen zu können. Sie aber wissen, was hier entsteht: eine geometrische Reihe, die zum Glück konvergiert.

Womit das Paradoxon von Zenon vorerst hinreichend gelöst ist. Der Grenzwert ist 1 und somit kommt auch Hana letztendlich zum Laufen.

Welche schöne Geschichte hätten Sie aber dem Sapphire-Publikum erzählen können, wenn über Ihnen kein Unendlichzeichen, sondern ein Möbiusband zu sehen gewesen wäre:

Liebe Zuhörer, nach Hana und S/4 gelangen Sie ohne Medienbruch, man kommt von der alten in die neue ERP-Welt, ohne eine Grenze überschreiten zu müssen – fast ganz von selbst: Fahren Sie mit Ihrem Finger auf der Oberfläche eines Möbiusbandes entlang und Sie wechseln die Seite ohne Mühe!

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