MAG 1707 Wirtschaft

Ökosystem für das Internet der Dinge

[shutterstock.com:334006277, theromb]
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Geschrieben von E-3 Magazin

Bernd Möller begann seine Karriere 1991 in der Mobile- und Technology-Industrie. Er hält mehr als 20 Plattform-, Sicherheits- und Architekturpatente für UMTS, LTE und das Smartphone. 2013 hat er MyOmega gegründet, eine Technologiefirma für das Internet der Dinge.

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Welche Idee steckt hinter dem Unternehmen MyOmega?

Bernd Möller: MyOmega ist ein junges Unternehmen, das jedoch auf einer gigantischen Plattformerfahrung basiert, mit einer klaren Vision für unsere Plattform MYNXG.

MYNXG ist ein IoT-Ökosystem zur Überwachung und Steuerung von Maschinen, Produkten und Logistik. Dadurch werden Anwendervorteile durch intelligentes Design und Ready-to-go- oder maßgeschneiderte Lösungen geschaffen.

Welche Unterstützung haben Sie bei der Gründung erhalten?

Möller: Wir haben unsere Lösung durch Projekte finanziert. Das SAP-Startup-Focus-Programm ist durch eine erste MYNXG-IoT-Anwendung TracoVino auf uns aufmerksam geworden.

Wir haben dann zusammen mit dem SAP-Start­up-Focus-Team diese Anwendung auf die Hana Cloud integriert. Seit diesem Zeitpunkt arbeiten wir eng mit diesem Team zusammen.

Anforderungen bezüglich Performance, Flexibilität, Integrationsfähigkeit und Sicherheit sind bei IoT-Systemen sehr hoch. Wie ist das unter einen Hut zu bringen?

Bernd Möller ist Geschäftsführer und Gründer von MyOmega.

Möller: Wir sind seit 2014 ISO 270001 zertifiziert. Für diese Zertifizierung haben wir die Arbeitsplatzumgebung den Prüfkriterien angepasst.

Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern haben wir zuerst die Prozesse eingeführt und leben nun diese ganz selbstverständlich. Klare Strukturen und die Clean Desk Sharing und Clean Desk Policy helfen sehr.

Gateways spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von IoT. Was unterscheidet MYNXG von vergleichbaren Lösungen?

Möller: Der MYNXG Controller D3 ist in jedem Schaltschrank einfach zu installieren. Es ist die intelligente Edge-Computing-Lösung.

MYNXG CTRL D3 ist mehr als nur ein Gateway, es verbindet Maschinen zu einem umfassenden Internet-der-Dinge-Ökosystem. Der Industrial Controller aggregiert und verarbeitet Daten, steuert Geräte und liest Sensoren, der D3 ist ideal für Edge Computing.

Die Hardware ist robust und zuverlässig für den industriellen Einsatz konzipiert.

Der D3 Industrial Controller unterstützt LTE-, WIFI- und Kapillarnetzwerke. Es kann leicht an die Bedürfnisse jedes Unternehmens angepasst werden, indem man maßgeschneiderte Steckverbinderbretter hinzufügt.

Produktüberwachung, Maschinen beim Kunden vor Ort. Verknüpfung und Kopplung von Daten­erfassungsstellen aus Maschinen oder Anlagenschränken in Richtung Wolke.

D3 wird über die MYNXG Transformation und MYNXG Service Layer unterstützt und ist durch eine Vielzahl von Funktionen, die über private, hybride oder gehostete Cloud-Systeme bereitgestellt werden, vollständig fernsteuerbar.

In welchen Branchen, Firmengrößen und Regionen liegt der Schwerpunkt Ihrer (potenziellen) Kunden?

Möller: Unser Fokus ist auf den deutschen Mittelstand gerichtet. Wir können unsere Lösungen für die Transport­überwachung in der Logistikbranche einsetzen sowie für die Überwachung von Flüssigkeiten und viele andere Anwendungsgebiete. Wir sind auf keine Regionen festgelegt.

Welche externen Datenquellen lassen sich einbinden?

Möller: In das MYNXG-Ecosystem lassen sich die vielfältigsten Datenbanken und Datenquellen einbinden. Hier kommt es auf die Präferenz des Kunden an.

Sind Sicherheitsbedenken bei IoT vor allem ein deutsches Phänomen?

Möller: Unsere Erfahrungen in diesem Sektor sind sehr unterschiedlich. Die Firmen möchten selbstverständlich die größte Sicherheit für ihre Daten haben.

Diese können wir aufgrund unserer Sicherheitslösung dem Kunden auch gewährleisten. Es ist wichtig, mit den Kunden über die Sicherheitsbedenken zu sprechen, alle Unklarheiten zu benennen und eine Lösung anzubieten.

Welche Potenziale sehen Sie für die künstliche Intelligenz?

Möller: Das größte Potenzial sieht My­Omega bei intelligenten Automatisierungstechnologien, die im Unterschied zu vorhandenen Technologien über Sensorik und Daten flexiblere Maschinensteuerung sowie die direkte Interaktion zwischen Mensch und Maschine zulassen.

Technologien wie „Affective Computing“, das branchenübergreifend eher selten eingesetzt wird, sind im Automotive-Sektor deutlich häufiger im Einsatz als in anderen Branchen.

Dabei erkennen und interpretieren Maschinen menschliche Gefühlsäußerungen und warnen zum Beispiel bei Müdigkeit vor Fehlbedienungen oder Unfällen.

Welche Voraussetzungen müssen Kunden bezüglich der vorhandenen Maschinen, Sensoren und IT-Systeme mitbringen?

Möller: Das MYNX-Ecosystem passt sich der vorhandenen Infrastruktur an. Wir können alte sowie neue Maschinen vernetzen. Unser System benötigt nur eine Steckdose mit Strom.

Welche Unterstützung bieten Sie in der Vorprojektphase an?

Möller: Wir organisieren einen Workshop. In diesem Workshop werden alle Fakten und Daten zusammengetragen. Der Kunde erhält nach dem Meeting eine detaillierte Zusammenfassung mit einem genauen Angebot.

In diesem Angebot sind alle von der Projekt-Road­map bis hin zu den Arbeitspaketen erforderlichen Schritte erklärt. Ferner werden wöchentliche Jour-fixe-Meetings durchgeführt.

Was sind die nächsten Schritte im Business Development und wie unterstützt Sie die SAP dabei?

Möller: Wir beabsichtigen, den Key Account in Deutschland weiter zu entwickeln, die aktuellen Produkte zu skalieren und seine Lösungen weiter in den Markt zu vermarkten.

Hier wollen wir die gute SAP-Präsenz sicher nutzen und den Zugriff durch die interne Organisation auf den riesigen SAP-Kundenstamm durchsuchen. Darüber hinaus sind internationale Projekte sicherlich ein logischer nächster Schritt.
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Nitish Agrawal

Nitish AgrawalNitish Agrawal ist verant­wortlich für die Aktivitäten des SAP-Startup-Programms in der Region Asien-Pazifik & Japan (APJ).

In dieser Funktion ist er für die Rekrutierung von erfolgversprechenden Start-ups in der Region verantwortlich. Er prüft, inwieweit die Bewerber eine strategische Bedeutung für SAP haben, und hilft Anbietern von Nischenlösungen, das Marktpotenzial auszuschöpfen.

Gemeinsam mit den Start-ups definiert er, wie man die Lösungen marktreif machen kann und welche Business- und Bereitstellungsmodelle erfolgversprechend sind.

Erst vor Kurzem hat SAP Startup Focus unter der Verantwortung von Agrawal mit Aktivitäten im Mittleren Osten und in Nordafrika begonnen. Schließlich hat er in den letzten drei Jahren auch europäische Start-ups von einem technischen, funktionalen und geschäftlichen Standpunkt begleitet.

Das gesamte Start-up-Ökosystem stecke voller Herausforderungen, sagt Agrawal im Gespräch mit dem E-3 Magazin:

„Als globales Accelerator-Programm mit einem klaren Fokus auf monetarisierbaren Innovationen gibt es immer den Druck, Lösungen zu unterstützen, die einen Kundenerfolg in einem zeitlich vorgegebenen Rahmen erreichen können.“

Potenziale erkennen – Perspektiven schaffen

Als Value Engineer für EMEA & APJ ist er auch dafür verantwortlich, das Potenzial der Start-up-Lösungen zu beurteilen. Aus technologischer Perspektive sei es, so Agrawal, wichtig, mit den neuesten Innovationen Schritt zu halten und die Start-ups entsprechend zu begleiten, damit sie Spitzentechnologielösungen entwickeln können: „Diese jungen Unternehmen sind hungrig nach Erfolg. Es ist es eine spannende und anspruchsvolle Herausforderung, sie dabe zu unterstützen, ihre Chancen auf Erfolg zu erhöhen.“
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Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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