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Reiseziel Integration

[shutterstock.com:603026789, phive]
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Geschrieben von E-3 Magazin

Mit einer immer größer werdenden Zahl an integrierten SAP-Lösungen und angebundenen Verkehrsdienstleistern möchte Concur die Reisekostenabrechnung noch komfortabler machen. Im E-3Exklusivinterview erklärt Product Marketing Director Jens Schneider, wohin die weitere Reise gehen wird.

SAP hat Ende Februar das Vehicles Network vorgestellt. Was ändert sich dadurch für Kunden, die auch Concur nutzen?

Jens Schneider: Das SAP Vehicles Network basiert auf der SAP Cloud Platform und ermöglicht ein intelligentes, automatisiertes Fahrerlebnis. In Kooperation mit diversen Partnern reicht das von der Fahrzeuganmietung über die Parkplatz- und Tankstellensuche bis hin zu integrierter Navigation und Spesenabrechnung für Geschäftsreisende oder digitalen Bezahlmöglichkeiten.

Auf dem diesjährigen Mobile World Congress wurde ein Connected-Car-Prototyp vorgestellt. Dieser zeigte unter anderem, wie Geschäftsreisende ihre Reisepläne mit Concur integrieren und so Wegbeschreibungen automatisch generieren können oder nahtlosen Zugriff auf Funktionen zur Reisekostenerstattung, darunter auf Transaktionen zur Abrechnung von Parkgebühren und Tankfüllungen, haben.

Für Concur-Kunden ändert sich konkret erst mal nichts, da es sich wie gesagt um einen Prototyp handelt. Er demonstriert aber sehr anschaulich, dass Concur sich intensiv mit spannenden Zukunftsszenarien und Trends beschäftigt und dabei eng auch mit SAP zusammenarbeitet.

Inwieweit stellen die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen europäischen Staaten Beschränkungen für Concur dar?

Schneider: Unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen sind zwar eine He­rausforderung, stellen aber keine Beschränkung für uns dar. Im Gegenteil liefern diese sogar Argumente für den Einsatz unserer Lösung: International aufgestellte Unternehmen müssen die in den jeweiligen Ländern geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen in ihrem Geschäftsreisemanagement abbilden.

Concur leistet genau das, indem die jeweils geltenden Richtlinien direkt im System hinterlegt werden können. Das erleichtert Unternehmen die Arbeit und fördert zudem die Compliance.

Können diese unterschiedlichen Rechtsvorschriften in Concur abgebildet werden?

Schneider: Ja, unsere Lösung kann das leisten – und zwar nicht nur in Standardfällen. Concur ermöglicht es selbst Unternehmen mit besonders strikten Vorschriften, sich richtlinienkonform aufzustellen.

Das gilt zum Beispiel für Firmen aus der Pharmaindustrie, die starken Regularien unterliegen. Eine weitere Stärke der Concur-Lösung ist die flexible Konfiguration, die es Unternehmen erlaubt, auch ihre individuellen Reiserichtlinien im System zu hinterlegen.

Wie tief ist Concur in SuccessFactors, SFinance und R/3 integriert und was ist da noch geplant?

Schneider: Die Integration zwischen Concur und SAP deckt aktuell alle ERP-Versionen ab ECC 6.0 SP18 ab. Dies schließt auch alle aktuellen S/4-Hana- und auch S/4-Cloud-Versionen ein.

Die Integration umfasst die Übermittlung von Mitarbeiterstammdaten und Kontierungsobjekten sowie die Verbuchung von Spesenberichten und Vorschüssen.

Der Verbuchungsprozess wurde in diesem Zusammenhang stark verbessert und umfasst nun die Möglichkeit, Fehler direkt in Concur korrigieren zu können. Eine Integration in SuccessFactors Employee Central befindet sich zurzeit in der Entwicklung beziehungsweise in einer Early-Adopter-Phase und wird in den nächsten Monaten für alle Kunden verfügbar sein.

Mit dieser Integration wird es dann möglich sein, Mitarbeiterstammdaten direkt aus EC zu übermitteln. Weitere Integrationen mit anderen SAP-Lösungen sind aktuell ebenfalls in der Entwicklung und sollen in den nächsten Monaten zur Verfügung stehen. Das umfasst zum Beispiel eine Integration mit SAP BusinessOne, Business ByDesign und auch in die SAP-Payroll.

In den USA ist mit Curb eine direkte Taxi-Buchung in Concur möglich. Sind ähnliche Systeme auch in Europa geplant?

Schneider: Taxi-Anbieter sind auch in Europa integriert. Nutzer, die in Deutschland beispielsweise über die entsprechende App ein Taxi über Uber oder MyTaxi bestellen, bekommen einen elektronischen Beleg, der automatisch ins Concur-System fließt. Um diese Integration zu nutzen, müssen Geschäftsreisende lediglich ihren Account mit Concur verbinden.

Inwieweit sind Dienstleister des öffentlichen Nahverkehrs in der DACH-Region in Concur eingebunden?

Schneider: In die Concur-Lösung sind verschiedene Anbieter aus der Flug-, Zug- oder anderweitigen Personenbeförderung integriert – entweder direkt oder über Partner.

Die Deutsche Bahn etwa ist über ein sogenanntes Punch-out integriert, das heißt, dass Anwender, die ein Ticket buchen, auf die Website der Deutschen Bahn weitergeleitet und anschließend in den Concur-Prozess zurückgeführt werden.

Alternativ fließen Bahn-Buchungen, die über unseren TripLink-Partner Trainline gebucht werden, automatisch ins Concur-System. Die Integration von Lufthansa läuft über GDS und bald ebenfalls über unsere TripLink-Plattform. Anbieter wie Uber oder MyTaxi hingegen sind als App-Center-Partner Teil der Concur-Lösung.

Gibt es eine Anbindung zu Car-Sharing-Dienstleistern wie z. B. DriveNow oder Uber?

Schneider: Das Thema Sharing Economy gewinnt in Deutschland zunehmend an Relevanz – auch im Geschäftsreisebereich.

Unser aktueller Business Traveller Report kommt etwa zu dem Schluss, dass 64 Prozent der Geschäftsreisenden Apps und Portale nutzen möchten, die sie aus dem Privatbereich kennen.

63 Prozent wünschen sich mehr Flexibilität und Wahlmöglichkeiten von ihrem Buchungssystem.

Zum Concur-Ökosystem gehören deshalb auch App-Partner aus dem Bereich der Sharing Economy wie Uber. Über das Car-Sharing hinaus haben wir aber auch Anbieter wie Airbnb an Bord, um auch für Unterkünfte ein alternatives Angebot zu bieten.

Diese und viele andere Anwendungen können im Concur-App-Center unter www.concur.com/en-us/app-center abgerufen werden. Dort finden Nutzer eine Auflistung von Applikationen, die eine einfache Integration in Concur bieten.

Kürzlich hat Concur ein integriertes Risk-Messaging präsentiert. Welche neuen Möglichkeiten bietet die Lösung?

Schneider: Unsere neue Risk-Messaging-Lösung ist in die Concur-Lösung integriert. Sie baut auf einem umfassenden Datensatz auf, der unter anderem auf Daten aus Concur Travel & Expense, Concur Mobile, ConcurTripLink, aus TripIt sowie aus elektronischen Belegen basiert.

Damit liefert die Lösung eine unmittelbare und einzigartige Übersicht über Mitarbeiter, die sich möglicherweise in Gefahr befinden. Neu ist außerdem die Möglichkeit eines Monitoring-Services, der Unternehmen 24/7 in der Mitarbeiterkommunikation unterstützt.

Der Service reicht von einem Leitfaden für die Reisevorbereitung bis hin zu Sicherheits­informationen im Notfall. Unternehmen können so jederzeit ihrer Fürsorgepflicht nachkommen, in Krisenzeiten schnell reagieren und Hilfsmaßnahmen einleiten – über alle Zeitzonen hinweg und auch außerhalb der Geschäftszeiten.

Dass der Bedarf an solchen Risk-Management-Lösungen zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigen Concur-Daten. Die Anzahl der Nutzer, die Sicherheitswarnungen erhielten, stieg zwischen Januar und Dezember 2016 von 151.000 auf 1,3 Millionen Nutzer. Das ist eine Steigerung um 770 Prozent.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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