Hausmitteilung

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Hausmitteilung: Die CeBIT ist tot

Und ein Sommerfest wird das IT-Spektakel nicht retten. Es hätte nicht so weit kommen müssen, aber Hochmut, Ignoranz und Kurzsichtigkeit haben jede positive Entwicklung des Messekonzepts verhindert.

Für die Verantwortlichen hat es warnende Beispiele im öffentlichen Raum und in der B2B-Szene gegeben: Vor vielen Jahren starb die einst erfolgreiche Systems. Als diese noch auf dem alten Messegelände in München war und nach dem Sommer den Kontrapunkt zur Hannover setzte, konnte sich niemand vorstellen, dass es die Systems eines Tages nicht mehr geben wird.

Wer aus der SAP-Community erinnert sich noch an die europäischen Sapphires in Nizza, Amsterdam, Lissabon, Frankfurt/M und Madrid? Auch die Sapphire war einst erfolgreich.

SAP Österreich charterte jeweils ein Linienflugzeug und reiste mit mehr als 200 Bestandskunden und Journalisten an. Heute gibt es keine Sapphire mehr im europäischen Raum, obwohl die Innovationskraft der europäischen Bestandskunden größer denn je ist.

Die wesentlichen Impulse für die internationale SAP-Community gehen noch immer von Europa aus. Wenn man auch weltweit SAP-Entwicklungszentren findet, so ist unbestritten, dass Hana in Potsdam am Hasso-Plattner-Institut erfunden wurde und Ex-SAP-Chef Professor Henning Kagermann in Berlin der „Erfinder“ von Industrie 4.0 ist, und die doppelte Buchhaltung wurde im 15. Jahrhundert in Venedig entwickelt.

Es gibt Themen, Innovationen, Visionen, SAP-Partner und Bestandskunden genug, um eine erfolgreiche Sapphire auch in Europa zu positionieren – nur das richtige Konzept muss man haben!

Hier scheiterte SAP vollkommen. Dem Top-Management und Marketing gelang es nicht, die Zeichen der Zeit zu deuten und daraus neue Konzepte und Veranstaltungsformen zu entwickeln.

Die Systems in München, die europäische Sapphire sind tot und die CeBIT liegt im Sterben. Das neue Konzept ist das alte mit einem neuen Termin, der extrem ungeschickt gewählt wurde.

Das Kalenderjahr beginnt mit der Fkom traditionell in Barcelona (SAP Field Kick-off Meeting), dann folgen die CES in Las Vegas, der Mobile World Congress in Barcelona, das World Economy Forum in Davos, die DSAG-Technologietage, die Hannover Industrie Messe und die Sapphire USA im Mai mit SAP und Asug (Americas SAP User Group).

Und dann soll im Juni die CeBIT folgen? Im Juni konsolidiert man die Erkenntnisse der vorangegangenen Veranstaltungen und räumt den Schreibtisch vor dem Sommerurlaub auf – wer will dann noch schwitzend nach Hannover fahren?

Das Pulver wurde in Barcelona, Davos, Hannover und Orlando verschossen, da wird nichts mehr für die CeBIT übrig bleiben. Im Juni nach Hannover, um Innovationen und Aufträge zu diskutieren, die frühestens nach dem Sommer konkretisiert werden, macht wenig Sinn!

Die CeBIT ist tot, weil innovative Ideen fehlen, weil es für diese Veranstaltung kein Kommunikationskonzept gibt – nicht einmal SAP veranstaltet eine CeBIT-Pressekonferenz, die Verantwortlichen begnügen sich mit einem Händedruck der Kanzlerin und ein paar netten Pressefotos.

Wenn man schon auf der „alten“ CeBIT nichts zu sagen hatte, was will man dann im Juni 2018 kommunizieren? Bevor nicht die Sprachlosigkeit der IT-Anbieter wie SAP und deren Partner durchbrochen ist, wird jedes neue Messekonzept – unabhängig vom Termin – scheitern. (pmf)

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